Bekommt Martina Klimek eine Mehrheit?
BV Ost: Alle werben um Kurt Moths

Münster-Ost -

Zur Wiederwahl als Bezirksbürgermeisterin in Münster-Ost fehlt Martina Klimek (CDU) eine Stimme. Die sollte eigentlich von Kurt Moths (FDP) kommen – aber um den reißen sich nun auch alle anderen, um doch noch eine Koalition gegen Martina Klimek zu schmieden.

Dienstag, 03.06.2014, 08:06 Uhr

Bis zur konstituierenden Sitzung der neuen Bezirksvertretung Münster-Ost am 25. Juni vergehen noch ein paar Wochen. Doch schon jetzt werden hinter den Kulissen die Fäden für die künftige politische Zusammenarbeit geknüpft. Besonders die kleinen Parteien FDP , UWG und Piraten müssen sich positionieren.

Begehrtester Ansprechpartner ist Kurt Moths . Von der Stimme des Liberalen könnte es abhängen, ob Martina Klimek ( CDU ) als Bezirksbürgermeisterin wiedergewählt wird: Die neun Christdemokraten brauchen eine weitere Stimme für die Mehrheit in der 19-köpfigen BV-Ost.

Es gebe „von allen Seiten Gesprächsangebote“, bestätigt Moths auf Anfrage. Bislang habe die FDP gut mit der CDU zusammengearbeitet – „wir werden sicher versuchen, weiterzumachen.“ Andererseits verweist er darauf, dass die CDU „in vielen kostenträchtigen Entscheidungen“ einmütig mit der SPD zusammengearbeitet habe und dass es auf dieser kommunalen Ebene regelrechte Koalitionen eigentlich nicht gebe. Vieles spreche jedenfalls dafür, dass die größte Fraktion auch die Bezirksbürgermeisterin stelle.

Damit rechnet im Grunde auch Fritz Pfau. Das Urgestein der münsterischen UWG ist nach zehnjähriger Ratstätigkeit für die BV Ost angetreten, weil er politisch etwas kürzertreten, andererseits aber etwas bewegen will, wie er sagt. Er sei über die Bürgerinitiative Umgehungsstraße und persönliche Kontakte auf den Stadtbezirk gekommen – der Polizeibeamte wohnt allerdings in Münster-Mitte. Die nächsten 100 Tage will er sich in die Themen des Stadtbezirks einarbeiten. Was die politischen Mehrheiten betrifft, meint er nur: „Es könnte spannend werden.“

Das meint auch Peter Hemecker, der dritte Einzelkämpfer in der künftigen BV. Der 57-Jährige Diplom-Kaufmann, der nach eigenen Angaben seit ein paar Jahren bei den Piraten aktiv ist, sähe gern „frischen Wind“ in der Bezirksvertretung – und räumt freimütig ein, dass Kurt Moths derzeit umworben werde, um neue Mehrheitsverhältnisse zu schaffen. „Dass wir Gespräche führen, liegt auf der Hand“, meint auch Michael Dauskardt, der Handorfer SPD-Chef. An der Bürgermeister-Wahl werde sich festmachen, ob eine Koalition gegen die CDU tragfähig sei.

Die SPD ist mit ihrem Wahlergebnis in Münster-Ost (plus 0,96 Prozent) nicht restlos zufrieden: „Wir hatten uns mehr erhofft“, räumt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Ludger Steinmann ein. Die Diskussion um den von der rot-grünen Landesregierung beschlossenen JVA-Neubau und die vor allem in Handorf heikle Bürgerbad-Spaßbad-Debatte habe wie ein Dämpfer gewirkt. Die Grünen erklären sich hingegen zum Wahlsieger: Sie konnten um drei Prozent zulegen.  

Die konstituierende Sitzung der BV Ost findet nach Auskunft der Bezirksverwaltung am 25. Juni (Mittwoch) um 17 Uhr im Haus Münsterland an der Immelmannstraße statt. Die Sitzung ist öffentlich.

Es könnte spannend werden.

Fritz Pfau (UWG)
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