Truppenübungsplatz ist aus dem Rennen
JVA-Debatte: Handorf jubelt sehr verhalten

Münster -

Nachdem das Land erklärt hat, den Standort Handorf nicht länger für den Neubau einer JVA in Betracht zu ziehen, kommt im Ort keine rechte Freude auf. Die Gegner des Projekts reagieren mit verhaltener Skepsis.

Dienstag, 16.09.2014, 06:09 Uhr

Der Truppenübungsplatz Münster-Ost darf nur abends und am Wochenende betreten werden – dann allerdings ist er ein beliebtes Naherholungsgebiet.
Der Truppenübungsplatz Münster-Ost darf nur abends und am Wochenende betreten werden – dann allerdings ist er ein beliebtes Naherholungsgebiet. Foto: spe

Der JVA-Standort Handorf hat sich erledigt, das steht für Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek außer Frage: „Es ist endgültig.“ Vor Kurzem habe sich Ministerialdirigent Peter Kamp vom Justizministerium bei ihr gemeldet und ihr umfassend erläutert, warum das Land nicht mehr mit Handorf rechnet.

Sie sei „ein bisschen zwiegespalten“, räumt Martina Klimek ein. Auf der einen Seite freue sie sich, dass die schützenswerte Grünfläche erhalten bleibe. Auf der anderen Seite habe sie den Standort immer für grundsätzlich geeignet gehalten, und irgendwo müsse das Gefängnis halt gebaut werden: „Jetzt geht ein Hauen und Stechen los.“ Sie selbst will den Landesbaubetrieb auf versiegelte Flächen hinweisen – und hat auch schon einen Tipp parat: „Den alten Güterbahnhof.“

Auch Heinrich Möllers, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbands St. Mauritz/Handorf, hielt den Truppenübungsplatz bislang für einen prinzipiell geeigneten JVA-Standort – ist aber als Landwirt und als Handorfer nicht traurig, dass daraus nichts wird: „Damit kann ich leben.“ Er erwarte nun, „dass Flächen gefunden werden, bei der kein Acker vernichtet wird.“

Daniela Kaminski von der JVA-Bürgerinitiative gibt sich zurückhaltend. Der Satz: „Wir finden es wirklich toll!“ fällt erst ganz am Ende des Gespräches. Warum? Über ein Aus für Handorf sei schon vor Monaten vergeblich diskutiert worden, „dann wird man mit seiner Euphorie vorsichtiger“. Im Übrigen sei ein Erfolg für die Natur wichtiger als ein politischer Erfolg.

Der unbestritten hartnäckigste Einzelkämpfer in Sachen JVA, der Handorfer Ralf Knott, empfand es als irritierend, „dass Recht und Ordnung nach meinem Empfinden nicht mehr unabdingbar zu gelten scheinen. Anderenfalls könnte nicht über eine so lange Zeit eine derartige Beeinträchtigung des Naturhaushalts in Münster-Ost verfolgt werden.“ Vorwürfe an die Adresse der Bundeswehr hält Knott für abwegig. Immer wieder sei erklärt worden, dass der Truppenübungsplatz Handorf-Ost nicht zur Verfügung stehe: „Die Bundeswehr hat sich korrekt verhalten.“

Angelika Uekötter hat allen Grund, sich über die Entwicklung zu freuen. Sie bewirtschaftet in unmittelbarer Nachbarschaft des fraglichen Geländes einen Reiterhof und hat dort einige Hektar Wiese gepachtet – weshalb auch sie sich in der Bürgerinitiative engagiert. Doch sie hält sich zurück: „Das ist ein Sieg, der nicht auf unserem Mist gewachsen ist.“ Sie will sich auch künftig mit der Initiative dafür einsetzen, dass bei der neuen Standortsuche nur versiegelte Flächen unter die Lupe genommen werden.

 

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