Stadtrat stimmt über Flüchtlingsheim ab
Am Willingrott wird es eng

Münster-Ost -

Ein Flüchtlingsheim am äußersten Rand von Dorbaum? Die Bezirksvertretung Münster-Ost war im Prinzip dagegen: zu abgelegen. Aber das Votum der BV Ost ist in dieser Sache nicht entscheidend, das letzte Wort hat der Rat. Die Verwaltung und sämtliche Fachausschüsse sind für den Bau in Dorbaum.

Dienstag, 09.12.2014, 07:12 Uhr

Die Wiese am Willingrott in Dorbaum könnte schon im kommenden Jahr bebaut werden.
Die Wiese am Willingrott in Dorbaum könnte schon im kommenden Jahr bebaut werden. Foto: rkr

„Der abweichende Beschlussvorschlag der Bezirksvertretung Münster-Ost wird nicht aufgegriffen.“ So steht es lapidar in der Verwaltungsvorlage, über die der Rat der Stadt am Mittwoch abstimmt. Damit wird aller Voraussicht nach beschlossen, dass die Planung einer Flüchtlingseinrichtung am Willingrott in Handorf-Dorbaum angestoßen wird. Der Willingrott steht mittlerweile sogar auf Platz eins der städtischen Prioritätenliste, nachdem ein zunächst noch dringenderer Standort in Mecklenbeck mangels Verfügbarkeit des Grundstücks nicht umgesetzt werden konnte.

Damit wäre die Bezirksvertretung Münster-Ost mit dem Versuch gescheitert, auf das Verfahren noch Einfluss zu nehmen. „Ich kann nicht verstehen, dass das so abgewiegelt wurde“, meint Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek dazu. „Zumal wir mit der Freibadwiese eine gute Alternative haben.“

Im Prinzip waren sich die Vertreter aller BV-Fraktionen darüber einig, dass der Ortsrand von Dorbaum zu abgelegen und deshalb ungeeignet sei – einzig Kurt Moths (FDP) sprach sich für die Vorlage aus: „Sonst entsteht der Eindruck, dass die ganze Sache verhindert werden soll.“

Für den Piraten Peter Hemecker, der gemeinsam mit CDU und UWG den mehrheitsfähigen Änderungsantrag eingebracht hatte, setzen sich die städtischen Gremien über die Einwände der BV hinweg, obwohl der Willingrott schon wegen seiner Nähe zum Truppenübungsplatz im Vorfeld hätte aussortiert werden müssen.

Renate Schmitz, die SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung, hofft noch auf ein Einsehen der Verwaltung – sollte sich im laufenden Verfahren herausstellen, dass die von den Bezirksvertretern bevorzugten Alternativen doch schneller umsetzbar wären. Auch Meinolf Sellerberg (Grüne) betont, dass der Kirschgarten nach wie vor der beste Standort für ein Flüchtlingsheim in Handorf sei: „Wir werden auch nach der Beschlussfassung der Vorlage im Rat alles daran setzen, diesen Standort zu realisieren – wir halten dies auch für möglich.“

Am Kirschgarten hatte sich zuletzt Einspruch einiger Anwohner erhoben; dort wird seit einigen Wochen bereits eine provisorische Container-Unterkunft eingerichtet. Die Befürchtung steht im Raum, dass auch die künftigen Flüchtlingseinrichtungen in Münster-Ost im näheren Umkreis gebaut werden. 

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