Offener Brief an Oberbürgermeister Markus Lewe
Gehen in Gelmer die Lichter aus?

Münster-Gelmer -

Es wird allmählich unheimlich: Die Dorfkneipe brennt ab, der Busfahrplan wird ausgedünnt – und jetzt schließt auch noch das einzige Lebensmittelgeschäft in Gelmer. Die Vereine des isolierten Stadtteils bitten nun in einem offenen Brief den Oberbürgermeister um politische Unterstützung.

Dienstag, 13.01.2015, 07:01 Uhr

Seit dem Jahreswechsel ist der „Gelmer Markt“ geschlossen.
Seit dem Jahreswechsel ist der „Gelmer Markt“ geschlossen. Foto: Marion Fenner

Der Laden ist dunkel, drinnen wird offenbar zusammengepackt. Wer schnell noch einen Liter Milch besorgen will, ein paar Brötchen oder eine Packung Würfelzucker, steht vor verschlossener Tür. Der „ Gelmer Markt“ an der Gittruper Straße ist seit dem Jahreswechsel geschlossen – der einzige Nahversorger im Ort.

Damit dürften sich die In­frastruktur-Probleme des kleinen Nordost-Stadtteils noch einmal erheblich verschärfen: Die Einkaufsmöglichkeiten sind unzureichend, die Busverbindung ist dürftig, die Entfernungen sind erheblich. „Gelmer hat Angst, abgehängt zu werden“, sagt Raimund Mölders von der Heimatgruppe.

Der Verein ergreift nun die Initiative: Mit einem offenen Brief an Oberbürgermeister Markus Lewe bitten die Heimatfreunde sowie Vertreter von elf weiteren Vereinen und Institutionen aus Gelmer die Stadt Münster um Hilfe. Mölders will das Schreiben heute im Rathaus überreichen. „Es kann nicht sein, dass ein Stadtteil in den Dornröschenschlaf fällt, nur weil es ein kleiner Stadtteil ist“, sagt er. Der Oberbürgermeister möge sein politisches Gewicht in die Waagschale werfen, um dem Ort das Schlimmste zu ersparen.

Beispiel Nahverkehrsplan: Die Gelmer-Linie 7 soll nach dem Willen der Stadtwerke demnächst nicht mehr die Innenstadthaltestelle Bült anfahren, womit gerade den älteren Mitbürgern der Weg in die City erheblich erschwert werde. Beispiel Nahversorger: An der Gittruper Straße sei natürlich kein großer Umsatz zu machen. Aber direkt am Schifffahrter Damm stünde ohne große Probleme ein Grundstück zur Verfügung, auf dem ein Lebensmittelmarkt einen sicher nicht geringen Teil der täglich 17 000 vorbeirauschenden Autofahrer als Kunden gewinnen könnte. Beispiel Flüchtlingsheim: Seit einem Jahr rechnet der Ort mit einem Neubau an der Hakenesheide – ohne dass sich dort bislang irgendetwas getan hätte. Die Menschen, die dort untergebracht werden, wären vom öffentlichen Leben der Stadt weitgehend abgeschnitten.

Raimund Mölders will das Thema in seiner Eigenschaft als Bezirksvertreter auch bei der nächsten Sitzung der BV Ost anbringen – am Donnerstag (15. Januar) um 17 Uhr im Haus Münsterland, Immelmannstraße 37.

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