Bezirksvertretung diskutiert über Flächen für Windenergie
Windstille im Osten der Stadt

Münster-Ost -

Die Stadtverwaltung meint, dass die Landschaft in Handorf und Dorbaum entlang der Werse zu wertvoll ist, um dort große Windenergieanlagen zu bauen. Ausgerechnet SPD und Grüne in der Bezirksvertretung Ost sind anderer Ansicht – wurden allerdings von einer bürgerlichen Mehrheit überstimmt.

Dienstag, 17.03.2015, 07:03 Uhr

Grünes Licht gibt die BV Ost nur für das Gebiet zwischen Kanal und Schifffahrter Damm. „Haskenau“ und „Handorfer Heide“ sollen frei von Windrädern bleiben.
Grünes Licht gibt die BV Ost nur für das Gebiet zwischen Kanal und Schifffahrter Damm. „Haskenau“ und „Handorfer Heide“ sollen frei von Windrädern bleiben. Foto: OpenStreetMap/Stepmap/chr

Im Stadtbezirk Münster-Ost gibt es so gut wie keine Fläche, die für die Aufstellung großer Windräder geeignet wäre. Einzig der Standort Coerheide zwischen Coerde und Gelmer am Dortmund-Ems-Kanal käme in Betracht. Diese Auffassung vertritt die Stadtverwaltung, die derzeit an einer Änderung des Flächennutzungsplanes arbeitet – mit dem Ziel, sogenannte „Konzentrationszonen“ für Windenergieanlagen auszuweisen (WN, 4.3.).

Der Rat der Stadt hatte schon vor Längerem beschlossen, in Landschaftsschutzgebieten keine Windräder aufstellen zu wollen. Und genau das ist der Grund, weshalb rund um Handorf in Sachen Windenergie nichts geht: Ein großer Teil der Landschaft beiderseits der Werse ist Landschaftsschutzgebiet, und namentlich die Truppenübungsplätze in Handorf-Ost und Dorbaum stellen einen der größten intakten Naturräume der Stadt dar – was immer das Hauptargument jener Umweltschützer war, die sich vehement gegen den mittlerweile gescheiterten Neubau der Justizvollzugsanstalt an diesem Standort ausgesprochen hatten.

Tobias Krause-Kämereit vom Stadtplanungsamt stellte in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Ost die Pläne der Verwaltung vor – und registrierte verdutzt, wie daraus eine handfeste politische Debatte erwuchs. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Renate Schmitz trug nämlich auch im Namen der grünen Bezirksvertreter die Anregung vor, die von der Stadtverwaltung ausgemusterten Flächen „Haskenau“ und „Handorfer Heide“ so auszuweisen, dass hier künftig doch Windräder gebaut werden können: „Wir brauchen die Windenergie!“

Sofort regte sich deutlicher Widerstand im bürgerlichen Lager. CDU-Bezirksvertreter Heinrich Möllers möchte „Münster-Ost frei von Windanlagen halten“, zumal die Landwirtschaft in diesem Bezirk die kleinteiligste der Stadt sei. Tobias Krause-Kämereit wies darauf hin, dass es sich um eine „landschaftlich hochwertige Gegend“ handele – und im Fall des Standorts Haskenau auch noch der archäologische Rang der Umgebung zu bedenken wäre. Im übrigen seien beide Flächen sehr klein: Maximal zwei der jeweils um die 150 Meter hohen Anlagen könnten an beiden Standorten gebaut werden.

Der Grüne Meinolf Sellerberg erinnerte daran, dass an der Haskenau ein möglicher Investor für eine Anlage bereit stehe: „Man sollte Investoren nicht die Möglichkeit nehmen, Geld zu verdienen.“ Der Pirat Peter Hemecker versuchte zu vermitteln: Wenn die Stadt ein Gefängnis in Handorf-Ost für möglich hielt, warum nicht auch zwei Windräder? Doch eine deutliche Mehrheit von CDU, FDP und UWG sprach sich auch gegen diesen Kompromiss und für die Verwaltungsvorlage aus.

Letztlich wird es auf die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat ankommen. Der entscheidet am 25. März endgültig über den Flächennutzungsplan. 

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