Umzugspläne kommen nicht voran
TSV Handorf: „Seit 2014 tut sich nichts mehr“

Münster-Handorf -

Vom Umzug der Sportanlagen des TSV Handorf ist schon lange nichts mehr zu hören – obwohl vor einem Jahr alles in trockenen Tüchern schien. Ein Interview mit dem Vorsitzenden.

Dienstag, 07.04.2015, 07:04 Uhr

So stellt sich der TSV seine neue Sportanlage vor. Die Stadt hat sich dazu bislang kaum geäußert.
So stellt sich der TSV seine neue Sportanlage vor. Die Stadt hat sich dazu bislang kaum geäußert. Foto: TSV Handorf/spe

Der TSV Handorf soll mit seiner Sportanlage aus der Mitte von Handorf auf ein freies Gelände östlich der Hobbeltstraße umziehen. So weit die Theorie. Doch obwohl schon einige Vorarbeit geleistet wurde und der Verein in den Startlöchern steht, kommt das Vorhaben nicht voran – was nicht nur den ersten Vorsitzenden Martin Heep frustriert. Mit ihm sprach WN-Redakteur Lukas Speckmann über den Stand der Dinge.

Die Umzugspläne des TSV sind ins Stocken geraten. Hätten Sie sich das vor zwei Jahren so vorgestellt?

Heep: Nein, das wichtigste Hindernis schien 2013 ausgeräumt. Bis dahin wollte der Eigentümer die Fläche nicht verkaufen; aber seitdem gibt es eine Zusage, dass der Umzug kommt.

Im vergangenen Jahr wurden Pläne vorgestellt . . .

Heep: Wir haben gedacht, wir müssen selbst was machen. Wir haben in unseren Reihen einen Architekten, der hat einen Entwurf für neue Sportstätten erarbeitet. Den haben wir der Stadt vorgelegt.

Und die Reaktion?

Heep: Man hat uns gesagt: „So geht das nicht“, weil die Ost-West-Ausrichtung das Platzes wohl nicht den üblichen Vorschriften entspricht. Wir haben einfach nur zu zeigen versucht, wie man den vorhandenen Platz optimal ausnutzen kann. Seitdem warten wir auf einen Gesprächstermin.

Das klingt so, als würden Sie am ausgestreckten Arm verhungern.

Heep: So ähnlich fühlen wir uns. Seit April 2014 tut sich nichts mehr.

Wünschen Sie sich mehr Unterstützung von der Stadt?

Heep: Vor allem mehr Informationen. Vielleicht geht es ja im Hintergrund weiter, aber wir hören nichts. Wir wüssten gerne, was an unserem Entwurf auszusetzen ist, weil wir gerne weitermachen würden.

Vielleicht braucht so ein Projekt seine Zeit . . .

Heep: Das Ganze geht ja nicht erst seit zwei Jahren so. Als das Freibad geschlossen wurde, haben wir um zusätzliche Fläche gebeten - das wurde aus Lärmschutzgründen abgelehnt.Daraufhin hat die Stadt gefragt, was wir von einem Umzug hielten? Und wir haben zugestimmt - vorausgesetzt, wir bekommen eine dritte Spielfläche.

Sie haben Platzmangel?

Heep: Der TSV ist der größte Verein am Ort, wir haben fast 2000 Mitglieder. Für unsere 20 Fußball-Jugend- und zwei Seniorenmannschaften stehen ein Rasenplatz und ein Ascheplatz zur Verfügung, und die SG DJK Dyckburg trainiert auch bei uns. Die jungen Mannschaften gehen im Winter in die Halle, aber die platzt auch aus allen Nähten.

Seit dem Abriss der alten Juffernbach-Kita fehlen Ihnen Gruppenräume?

Heep: Sehr. Die Geschäftsstelle ist gut in der Matthias-Claudius-Schule untergekommen, aber das Vereinsleben beschränkt sich nicht auf die Geschäftsstelle. Unser Gruppenangebot ist in sich zusammengefallen, wir haben nur noch eine Sitzgymnastikgruppe und die Gruppe „Bewegen und Betreuen“. Wir hatten mal Ballett, Wirbelsäulengymnastik, Pilates, wir wollten Yoga aufbauen. Aber dafür ist kein Platz mehr.

Ihr Ausweichquartier?

Heep: Die Ballettgruppe ist im Heidehof untergekommen, und wir dürfen das evangelische Gemeindezentrum nutzen, wofür wir sehr dankbar sind. Aber da haben wir natürlich keinen Lagerraum, das Material muss mühsam herbeigeschafft werden. Wir wären froh, wenn wir nachmittags Räume der neuen Kita an der Heriburgstraße mitbenutzen könnten.

Wie könnte es vorläufig weitergehen?

Heep: Man könnte auf der früheren Freibadwiese Pavillons aufstellen. Die Stadt würde die Fläche zur Verfügung stellen und eventuell einen Zuschuss zahlen. Wir brauchen einen Mehrzweckraum, zwei Toiletten, Küche, Abstellraum, zusammen vielleicht 100 Quadratmeter. Der Verein müsste etwa 40 000 oder 50 000 Euro investieren.

Und das kann sich der TSV nicht leisten?

Heep: Vielleicht schon – aber dann ist das Geld eben in zwei, drei Jahren weg, wenn wir wirklich bauen wollen.

Leidet die Stimmung im Verein unter der Situation?

Heep: Natürlich gibt es Stimmen, die sagen: Ihr müsst mehr Druck machen. Aber das funktioniert eben nicht. Die Aufgabe, eine solche Sportanlage zu bauen, ist auch nicht im Rahmen der normalen Vorstandsarbeit zu schaffen, darum müsste sich eigentlich ein Bauausschuss federführend kümmern.

Ist es in dieser Situation schwer, Ehrenamtliche zu finden?

Heep: Nein. Es gibt viele, die mitmachen wollen, gerade, wenn es um einzelne Projekte geht. Aber es gibt nicht viele, die ein Amt übernehmen wollen.

Wann ist die Durststrecke beendet?

Heep: Ich hoffe, dass sich noch in diesem Jahr etwas ändert. Die Stadt hat ja auch ein Interesse daran.

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