„Ein Highlight für Gelmer“
Kanalüberführung: Erst Baustelle, dann Erholung

Münster-Gelmer -

Seit zehn Jahren wird an einer neuen Kanalüberführung über die Ems bei Gelmer geplant. Weitere zehn Jahre wird es dauern, bis sie fertig ist. Die Heimatgruppe Gelmer ist jedoch sehr zufrieden: Denn nach Abschluss der Bauarbeiten soll ein Naherholungsgebiet übrigbleiben.

Dienstag, 28.04.2015, 07:00 Uhr aktualisiert: 28.04.2015, 11:42 Uhr
Zehn Jahre wird es dauern, bis die Kanalüberführung über die Ems durch einen Neubau ersetzt und das Gelände als Naherholungsgebiet eingerichtet ist.
Zehn Jahre wird es dauern, bis die Kanalüberführung über die Ems durch einen Neubau ersetzt und das Gelände als Naherholungsgebiet eingerichtet ist. Foto: Gunnar A. Pier

Die ersten Vorbereitungen sind bereits im Gange. Rund um die künftige Baufläche wurden Schilder aufgestellt, ein asphaltierter Weg wird angelegt, in Kürze soll das Gelände eingezäunt sein. Gelmer bereitet sich auf das größte Wasserbauprojekt seit Jahrzehnten vor: die Erneuerung der Überführung des Dortmund-Ems-Kanals über die Ems .

Bezirksvertreter Raimund Mölders begleitet als Mitglied der Heimatgruppe das Projekt seit fast vier Jahren – und zieht eine zufriedene Bilanz der Info-Veranstaltung des Wasserstraßen-Neubauamts in der Mehrzweckhalle : „Alle sind froh, dass es endlich losgeht.“ Aus Sicht der Heimatgruppe seien die drängendsten Fragen ausgeräumt, besonders was den Abtransport des Bodenaushubs betreffe – der Ortskern sollte davon nicht viel mitbekommen.

Das Thema stehe lange genug im Raum: Der Dammbruch des Kanals in der Nähe von Olfen 2005 war der Anlass, eine neue Überführung in Angriff zu nehmen. Die alten Bauwerke in Olfen und Gelmer sind baugleich – bei einem ähnlichen Unfall hätte Gimbte unter Wasser gestanden, vermutet Mölders.

Die Heimatgruppe wertet es als großen Erfolg, dass das Gelände nach Abschluss der Bauarbeiten als Naherholungsgebiet eingerichtet wird. Wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die neue Umfahrungsstrecke nicht – wie ursprünglich geplant – zugeschüttet wird, sondern weitgehend erhalten bleibt. „Das ist ein großer Gewinn für Gelmer“, meint Obmann Klemens Lindenblatt . „Bei einem kompletten Rückbau hätten wir drei Jahre länger mit dem Baustellenlärm leben müssen.“ Außerdem hätten die Steuerzahler noch erheblich tiefer in die Tasche greifen müssen.

Das künftige Naherholungsgebiet am Kanal war bei der Info-Versammlung des Wasserstraßen-Neubauamts zwar kein Thema – doch der Rat der Stadt hat sich schon vor einigen Jahren dafür ausgesprochen. Kernstück soll eine Insel werden, die vom Ort aus über eine Holzbrücke erreicht werden kann. Vorgesehen sind ein Rundweg und eine Aussichtsplattform: „Das wird ein kleines Highlight für Gelmer“, zeigt sich Klemens Lindenblatt zufrieden.

Bis es soweit ist, wird aber noch einige Zeit ins Land gehen: Raimund Mölders rechnet mit wenigstens zehn Jahren Bauzeit. 

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