Stadtplanungsamt stellt Ansichten vor
Windräder verändern die Landschaft

Münster -

Die Stadtverwaltung möchte in Handorf eigentlich keine Windenergieanlagen errichten lassen. Aber die Politik hat beschlossen, auch Flächen an der Haskenau und in Handorf-Ost zu prüfen. Also stellte das Stadtplanungsamt den Anliegern nun vor, wie Windräder die Landschaft verändern würden.

Dienstag, 23.06.2015, 07:06 Uhr

So könnte der Blick über die Felder in wenigen Jahren aussehen. Mattias Bartmann (l.) und Tobias Krause-Kämereit informierten die Anwohner.
So könnte der Blick über die Felder in wenigen Jahren aussehen. Mattias Bartmann (l.) und Tobias Krause-Kämereit informierten die Anwohner. Foto: reg

An der Haskenau und im Osten von Handorf könnten in den nächsten Jahren möglicherweise Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von 150 Metern aufgestellt werden. Es wären dann vermutlich jeweils drei benachbarte Anlagen pro Standort – damit sich der Aufbau für die Betreiber lohnt. Im März hatte der Stadtrat beschlossen, diese Flächen auf ihre Eignung zu prüfen.

Tobias Krause-Kämereit , Gerd Franke und Mattias Bartmann vom Stadtplanungsamt sowie Tanja Utner und Thomas Allgeier von der Firma „EnVeco GmbH“ stellten nun den Anwohnern vor, was da auf sie zukommen könnte. Sie zeigten an Ort und Stelle große Fototafeln der besagten Fläche – samt Windrädern.

Eines wird den rund 30 Interessierten, die sich an der Kötterstraße versammelten, sofort klar. „Die Windräder stehen ja deutlich näher an der Wohnbebauung als wir dachten“, meint Anwohnerin Birgit Jaffke fest. Zwei Anlagen sind in der Nachbarschaft der Höfe von Hermann Fockenbrock und Paul Holtkötter an der Kötterstraße zu erkennen.

Beide Anwohner denken daran, sich dagegen zur Wehr setzen, dass sie von den Anlagen „optisch bedrängt“ werden, so der Fachausdruck. Holtkötter bereitet nicht nur die Optik Probleme. Auch für die Pferde auf seinem Reiterhof wäre der Schattenwurf der Rotorblätter problematisch, fürchtet er.

Der Bezirksvertreter Peter Hemecker (Piraten) macht sich Sorgen um Flora und Fauna: „Münsters Osten, die Werse, das ist eine touristische Region, die man nicht durch Windräder kaputt machen sollte,“ findet er. Birgit Jaffke gab zu bedenken, man könne nicht einerseits für alternative Energien sein, sie dann aber nicht vor der eigenen Tür haben wollen.

Insgesamt verlief das Treffen von Fachleuten und Anliegern sehr sachlich. Tobias Krause-Kämereit betont, dass man „ganz am Anfang des Verfahrens“ stehe – und während der Sommerferien an allen Standorten die Anregungen und Bedenken sowohl von Anliegern als auch von Trägern öffentlicher Belange sammele. Daraus werde dann ein überarbeiteter Planentwurf. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr würde dann der Rat über jeden einzelnen Standort erneut abstimmen. Sobald der Flächennutzungsplan geändert sei – nicht vor Sommer 2016 – könnten Investoren den Bau von Windrädern beantragen.

Die Stadtverwaltung hatte die Standorte Haskenau und Handorf-Ost aus Gründen des Landschaftsschutzes ursprünglich ausklammern wollen – die Politik hingegen wollte sich die Option nicht nehmen lassen. 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3343670?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F137%2F4848086%2F4848093%2F
Erdrutschsieg in Münster: Grüne Sensation
Münsters Grüne feiern den Wahlsieg im Rathaus.
Nachrichten-Ticker