Flüchtlingshilfe rechnet mit Fluktuation
Abschied vom Kirschgarten

Münster-Handorf -

Die Bewohner der Flüchtlingseinrichtung am Kirschgarten stammen vom Balkan. Dass ihre Asylanträge bewilligt werden, gilt deshalb als unwahrscheinlich. Die erste Familie ist bereits in den Kosovo zurückgekehrt.

Dienstag, 21.07.2015, 08:07 Uhr

Die erste Familie ist wieder zurück im Kosovo . Nach Ablehnung ihres Asylantrags verließen die Halitis das mobile Flüchtlingsheim am Kirschgarten – nicht ohne ein kleines Abschiedstreffen mit Helfern und Bewohnern. Der Abschied sei niemandem leichtgefallen, berichtet Pastoralreferent Hans-Dieter Sauer – schließlich habe die Familie gute Kontakte aufgebaut und sei sehr um Integration bemüht gewesen. Wer sich in der Flüchtlingshilfe engagiere, wisse jedoch, dass Abschiednehmen dazugehöre.

Weitere Abschiede werden folgen. „Wir rechnen damit, dass alle gehen müssen“, sagt Pfarrer Reinhard Witt. Denn die acht Familien, die derzeit am Kirschgarten wohnen, stammen vom Balkan – was offiziell als sichere Herkunft gilt. Witt gibt zu bedenken, dass gerade der Kosovo immer noch unter den Folgen des Bürgerkriegs leide und keineswegs ein stabiles Land sei. Die Flüchtlingshilfe Münster-Ost werde „den Menschen, die zu uns kommen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen, so gut es geht.“

Mit Leerstand am Kirschgarten sei nicht zu rechnen, betont Witt: „Der Druck ist groß – und er wird steigen.“ Allerdings habe sich in den vergangenen Monaten gezeigt, dass die Flüchtlingshilfe Münster-Ost enorm viel auf die Beine gestellt habe. Das Zusammenleben habe weitgehend reibungslos funktioniert, nur kleinere Probleme habe man lösen müssen. Zwar seien in Handorf immer noch Sorgen wegen steigender Flüchtlingszahlen zu spüren – „aber es wird auch angepackt“.

So bemüht sich Babette Lichtenstein van Lengerich von der Flüchtlingshilfe, Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln, sobald eine Arbeitserlaubnis vorliegt: „Viele sprechen ein bisschen oder sogar sehr gut Deutsch und freuen sich sehr über passende Angebote, zum Beispiel in der Gastronomie, im Gartenbau oder im Bäckereigewerbe.“ Unter den Flüchtlingen seien auch Höherqualifizierte: „Aktuell suchen wir für einen jungen Familienvater mit technischem Schulabschluss eine Beschäftigung.“ Unter Umständen könnten sogar Fördermittel beantragt werden.

Die Verbindung zur Familie Haliti soll auch im Kosovo aufrechterhalten werden, berichtet Pfarrer Witt, der auch den Kontakt zur „Diakonie Kosova“ vermittelt hat. Die Flüchtlingshilfe sucht auch weiterhin Familienpaten, die sich um Familien wie die Halitis kümmern würden.

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