BV Ost plädiert für temporäre Einrichtung
Einrichtung am Willingrott nur vorübergehend?

Münster-Handorf -

Am 17. Februar entscheidet der Rat endgültig über die Einrichtung einer festen Flüchtlingseinrichtung und einer Zwei-Gruppen-Kita am Willingrott. Die BV Ost unternimmt zuvor einen erneuten Versuch, das umstrittene Vorhaben eine Nummer kleiner zu bekommen.

Montag, 01.02.2016, 20:02 Uhr

Mit diesem Plan trat die Wohn- und Stadtbau zuletzt an die Öffentlichkeit. Links oben: die Kita, deren geplante Höhe die Nachbarschaft verärgert, rechts der Riegel von fünf Reihenhäusern für Flüchtlinge. Für die Anwohner entfiele damit die großzügige Gemeinbedarfsfläche vor ihrer Haustür – nur eine Teilfläche von 167 Quadratmetern bliebe frei.
Mit diesem Plan trat die Wohn- und Stadtbau zuletzt an die Öffentlichkeit. Links oben: die Kita, deren geplante Höhe die Nachbarschaft verärgert, rechts der Riegel von fünf Reihenhäusern für Flüchtlinge. Für die Anwohner entfiele damit die großzügige Gemeinbedarfsfläche vor ihrer Haustür – nur eine Teilfläche von 167 Quadratmetern bliebe frei. Foto: spe

Am 17. Februar entscheidet der Rat, ob am Willingrott in Dorbaum eine feste Flüchtlingseinrichtung für 50 Personen und eine Zwei-Gruppen-Kita gebaut werden. Die entsprechenden Verwaltungsvorlagen werden zurzeit in den politischen Gremien diskutiert. Doch ausgerechnet die unmittelbar zuständige Bezirksvertretung Münster-Ost wurde erst angehört, nachdem bereits vier Fachausschüsse das Vorhaben durchgewinkt haben.

„Unsinnig“ sei dieses Verfahren, empörte sich der Pirat Peter Hemecker in der BV-Sitzung – zumal er einen von der CDU mitgetragenen Änderungsantrag an den Rat einzubringen hatte: Der Willingrott soll demnach von einer Liste mit fünf dauerhaften Standorten gestrichen und stattdessen wie die geplanten Heime in Roxel und Hiltrup-West als „temporäre Einrichtung“ gebaut werden; im Unterschied zu diesen freilich mit nur 50 statt 100 oder 200 Bewohnern. Das Gebäude soll wie die Häuser der Umgebung maximal 1,5-geschossig sein, auf die geplante Zwei-Gruppen-Kita nebenan möge ganz verzichtet werden.

Man halte den Willingrott aufgrund seiner Abgeschiedenheit für denkbar ungeeignet, und der Rechtsstreit mit einigen Anliegern über die Ablösesumme für den Kita-Bau sei noch nicht ausgestanden., heißt es in dem Antrag. Überdies gebe es in Handorf geeignetere Standorte, etwa an der Hobbelt­straße.

Keine ganz neuen Argumente; ähnlich hatten sich Bezirksvertreter fast aller Parteien schon vor anderthalb Jahren geäußert. Der neue Antrag fand dennoch nur seine eigene CDU-Piraten-Mehrheit, die Vertreter der SPD enthielten sich, die der Grünen und FDP stimmten dagegen. Den bei der öffentlichen Sitzung anwesenden Anliegern werde „Sand in die Augen gestreut“, empörte sich Kurt Moths (FDP): „Dass das eine temporäre Einrichtung bleibt, glaube ich nicht.“ Die SPD wiederum konnte sich mit ihrem Vorschlag, über eine unaufdringlichere Architektur von Heim und Kita zu diskutieren, nicht durchsetzen.

Ob die Stadt auf eine Kita am Willingrott verzichten könne, blieb heftig umstritten. Silke Busch (CDU) verwies darauf, dass in der Partydampfer-Kita an der Gildenstraße noch Raum vorhanden sei, und dass einige Unternehmen im Gewerbegebiet signalisiert hätten, im Bedarfsfall Räume zur Verfügung zu stellen. Die Stadtverwaltung möge in der nächsten Sitzung berichten, wie groß der Bedarf an Kita-Plätze in Münster-Ost tatsächlich sei. 

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