BV Ost stimmt für Änderung des Flächennutzungsplans
Zähe Diskussion ums Bürgerbad

Münster-Handorf -

Zum ersten Mal seit Jahren hat die Verwaltung eine Vorlage erarbeitet, die sowohl den Umzug des TSV als auch den Neubau des Bürgerbads vorsieht. Doch in der Bezirksvertretung Münster-Ost bleibt die Zustimmung verhalten.

Dienstag, 24.05.2016, 07:05 Uhr

Nach dem Vorschlag der Verwaltung könnte die Fläche zwischen Lammerbach, Lützowstraße (rechts) und Borggreveweg (oben) künftig wie dargestellt aufgeteilt werden. Über die Details der Bebauung ist damit noch nicht entschieden.
Nach dem Vorschlag der Verwaltung könnte die Fläche zwischen Lammerbach, Lützowstraße (rechts) und Borggreveweg (oben) künftig wie dargestellt aufgeteilt werden. Über die Details der Bebauung ist damit noch nicht entschieden. Foto: Luftbildkontor Fischer / lisa

Der deutlichste Widerspruch kam von Kurt Moths : „Da wird den Bürgern Sand in die Augen gestreut“, sagte der Bezirksvertreter der FDP. Münster stehe kurz vor der Haushaltssicherung und könne sich derlei teure Projekte überhaupt nicht leisten. Darum sei die nun von der Verwaltung empfohlene Änderung des Flächennutzungsplans rundweg abzulehnen.

Das ging allen anderen Bezirksvertretern zu weit. Schließlich war zum ersten Mal überhaupt in einer Verwaltungsvorlage ganz konkret vom Umzug des TSV Handorf und vom Neubau eines Bürgerbads östlich der Hobbeltstraße die Rede. Wenn auch nur in einem allerersten Schritt: Die Bezirksvertretung Münster-Ost hatte in ihrer jüngsten Sitzung als erstes politisches Gremium darüber zu beraten, ob der Flächennutzungsplan für Handorf so geändert wird, dass dieses Vorhaben überhaupt möglich wäre.

Was soll geschehen? Der TSV Handorf zieht nach Osten über die Hobbeltstraße südlich des Lammerbachs. Die alte Fläche im Ortskern wird damit frei für Wohnbebauung. Nördlich des Lammerbachs, wo bereits das neue Feuerwehrgerätehaus im Entstehen begriffen ist, soll der Flächennutzungsplan demnächst den Bau eines neuen Bürgerbads hergeben. Ferner könnten hier eine weitere Kita und Einzelhandel Platz finden.

Zu diesem Vorschlag hat die BV Ost nun mehrheitlich Ja gesagt. Aber dieses Ja kam eben nur von der CDU und vom Piraten Peter Hemecker. Die SPD-Vertreter und auch der Grüne Meinolf Sellerberg enthielten sich der Stimme. Von Kurt Moths kam ein Nein.

Meinolf Sellerberg bewies mit seiner Zurückhaltung, dass das schwarz-grüne Einverständnis im Rathaus nicht unbedingt auf Bezirksebene gelten muss. Seine Position: Das Bürgerbad sei am alten Standort besser aufgehoben, schon  damit die Grundschulkinder bequem zu Fuß zum Schwimmunterricht kommen.

Renate Schmitz (SPD) warnte davor, „den zweiten Schritt vor dem ersten“ zu tun. Bevor man dem Bürgerbad-Neubau eine Fläche reserviere, müsse doch erst ein Bäder- und Finanzierungskonzept aufgestellt sein.

Und noch ein Einwand, diesmal von der Kaufmannsgilde: Würde zwischen Handorf und Dorbaum weiterer Einzelhandel zugelassen, wäre der Ortskern gefährdet. Der Pirat Hemecker machte sich diese Bedenken zu eigen und empfahl erfolglos, zumindest die Gewerbefläche aus dem Flächennutzungsplan herauszunehmen.

Tobias Krause-Kämereit vom Planungsamt verwies hingegen darauf, dass mit dem Flächennutzungsplan noch nichts endgültig festgezurrt werde – weder ein Supermarkt noch eine neue Kita: „Nach dem Ratsbeschluss haben wir Zeit, unsere Unterlagen anzupassen.“

Stefan Gottkehaskamp (CDU) warb dringend für die Vorlage: Bürgerbad-Betreiber und TSV-Vorstand müssten endlich Klarheit haben. Zugleich warb er für einen Prüfauftrag an die Verwaltung, die Bedenken der Kaufmannsgilde betreffend.

Auf die Stimme der Bezirksvertretung kommt es bei diesem Verfahren nicht entscheidend an. Der Sportausschuss (2. Juni), der Planungsausschuss (16. Juni) und der Finanzausschuss (29. Juni) haben noch darüber zu beraten, bevor am 29. Juni der Rat die Entscheidung fällt. 

Wir haben keine Zeit. Wir müssen ein deutliches Signal an den Rat geben.

Georg Balsliemke (CDU)
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