Heimatgruppe inspiziert die Grenze
Schnadgang: Grenzgänger umrunden Gelmer

Münster-Gelmer -

Der traditionelle Schnadgang der Heimatgruppe führte in diesem Jahr an die Werse.

Mittwoch, 15.06.2016, 09:06 Uhr

Beim Schnadgang erläutert Heinrich Stadtbäumer die Folgen des Jahrhunderthochwassers auf dem Hof Stadtbäumer.
Beim Schnadgang erläutert Heinrich Stadtbäumer die Folgen des Jahrhunderthochwassers auf dem Hof Stadtbäumer. Foto: Matthias Janusch / Heimatgruppe

Auch in diesem Jahr lud die Heimatgruppe Gelmer zum traditionellen Schnadgang ein. Etwa 20 Interessierte machten sich frühmorgens auf den Weg, die ehemalige Gemeinde- beziehungsweise Gemarkungsgrenze von Gelmer zu erkunden.

Auf dem Weg erläuterte Gerd Stadtbäumer zunächst die Bedeutung der sogenannten Landwehr. Diese war ein Teil der Stadtsicherung und bestand aus verschiedenen Wassergräben sowie dicht bepflanzten Hügeln. Auf dem Hof Stadtbäumer am Schifffahrter Damm konnte die Gruppe eine kleine Kapelle, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, besichtigen.

Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter in Richtung Werse . An der Havichhorster Mühle besichtigte die Gruppe die 2012 eingeweihte Fischtreppe. Ein Besuch der Wallburg Haskanau rundete die Wanderung ab.

Schnadgänge haben eine weit in die Geschichte Westfalens zurückreichende Tradition, teilt die Heimatgruppe mit. Sie sind bereits für das mittelalterliche 13. und 14. Jahrhundert dokumentiert. Allerdings verbarg sich dahinter keine Brauchtumspflege, sondern eine handfeste Notwendigkeit. „Schnad“ wurde ein Zeichen in Stein, Baum oder im Erdboden genannt. Solche Zeichen wurden in früheren Jahrhunderten von Bauern markiert, die die Nutzungsrechte in der gemeinen Mark hatten. Diese Festlegung wurde in der Regel an Ort und Stelle getroffen – eben bei einem „Schnadgang“.

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