Investor beantragt Betriebsgenehmigung
Protest gegen Windrad an der Haskenau

Münster-Ost -

Die Domtürme sind knapp 60 Meter hoch, der Fernsehturm bringt es auf 208 Meter. An der Wallburg Haskenau plant ein Investor nun eine Windenergieanlage, die vom Sockel bis zur Rotorspitze 230 Meter misst. Die Heimatgruppe Gelmer ist entsetzt.

Mittwoch, 23.11.2016, 10:11 Uhr

Die Landschaft  an der Wallburg Haskenau würde durch ein Windrad beeinträchtigt, meint die Heimatgruppe Gelmer.
Die Landschaft  an der Wallburg Haskenau würde durch ein Windrad beeinträchtigt, meint die Heimatgruppe Gelmer. Foto: Klemens Lindenblatt / Heimatgruppe

Wenige Monate nachdem sich die schwarzgrüne Ratsmehrheit auf Windenergie-Konzentrationszonen im Stadtgebiet verständigt und dabei das Gebiet an der mittelalterlichen Wallburg Haskenau zwischen Handorf und Gelmer ausdrücklich freigegeben hat, plant ein Investor dort die Errichtung einer Anlage: Es geht um ein Windrad mit einer Nabenhöhe von 158,95 Metern, einem Rotordurchmesser von 141 Metern sowie einer Nennleistung von 4,2 Megawatt, das im Frühjahr 2018 in Betrieb gehen soll.

Die Heimatgruppe Gelmer, die sich nach eigenen Angaben sowohl der Pflege des Brauchtums als auch dem Erhalt von Natur- und Bodendenkmälern verpflichtet fühlt, hat nun im Rahmen des „Immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens“ massive Bedenken gegen die Anlage geäußert. Die Heimatgruppe sieht „eines der schönsten Landschafts- und Erholungsgebiete im Stadtgebiet“ gefährdet.

Ein Windrad, das mit einer Gesamthöhe von 230 Metern sogar den münsterischen Fernsehturm überragen würde, könnte die Wirkung des einzigartigen Bodendenkmals beeinträchtigen, heißt es in der Begründung an die Stadtverwaltung. Überdies sei mit erheblicher Lärmbelästigung zu rechnen. Schließlich sei der Wald an der Haskenau Heimat sensibler Vogel- und Fledermausarten. Gerade Fledermäuse würden den Rotorblättern leicht zum Opfer fallen. „Der Gesamtschaden für dieses Gebiet der sich aus dem Bau der Anlage ergibt, ist aus Sicht der Heimatgruppe erheblich und unumkehrbar.“

„Einwendungen nicht privatrechtlicher Natur“ nimmt die Stadt noch bis zum 28. November im „Kundenzentrum Planen Bauen, Umwelt“ am Albersloher Weg 33 entgegen. Die Politik allerdings hatte gerade im Hinblick auf den zu erwartenden Antrag des Investors die fragliche Fläche als Standort zugelassen.

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