Anhörung beim Grünflächenamt
Windrad Haskenau: Stadt prüft Einwände

Münster-Ost -

Einen Monat lang hatten Bürger Zeit, Einwände gegen die geplante Windenergieanlage an der Haskenau vorzubringen. Es waren so viele, dass die Stadt einen Anhörungstermin anbietet.

Dienstag, 20.12.2016, 06:00 Uhr

Rund 200 Meter hoch ist diese Energieanlage in Saerbeck; das für die Haskenau beantragte Modell ist noch einmal 30 Meter höher.
Rund 200 Meter hoch ist diese Energieanlage in Saerbeck; das für die Haskenau beantragte Modell ist noch einmal 30 Meter höher. Foto: Wilfried Gerharz

Es geht um ein riesiges Windrad : fast 160 Meter Nabenhöhe, dazu kommt ein Rotordurchmesser von 140 Metern. Wenn das obere Rotorblatt senkrecht in die Höhe zeigt, misst das Ganze ungefähr 230 Meter. Die Nennleistung soll 4,2 Megawatt betragen. „Das ist schon sehr groß“, sagt Jochen Brinkheetker vom Amt für Grünflächen, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. In Mecklenburg-Vorpommern mag es größere Windenergieanlagen geben – im Münsterland würde sie wohl zu den Spitzenreitern zählen.

Wie berichtet, hat sich die Heimatgruppe Gelmer bereits gegen die Anlage positioniert, deren Bau ein Investor im Oktober beantragt hatte. Die Stadt führt derzeit ein „Immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren“ durch: Einen Monat lang wurden Einwendungen gegen das geplante Projekt gesammelt – nun findet am 20. Dezember ab 9 Uhr im Stadthaus 3 am Albersloher Weg ein Anhörungsverfahren statt. „Es gibt diesen Erörterungstermin, weil es Bedarf an Erörterungen gibt“, sagt Brinkheetker dazu.

Die Resonanz auf das geplante Projekt sei überdurchschnittlich groß, betont der Fachmann. Das könne an der schieren Größe der geplanten Anlage liegen – aber eben auch daran, dass es die erste ihrer Art in dieser Gegend wäre: „Es verändert das Landschaftsbild“, so Brinkheetker.

Die Stadt habe als Genehmigungsbehörde zu prüfen, wie sich die Immissionen der Anlage auf die Umgebung auswirken könnten: Das betrifft den Geräuschpegel genauso wie den Schattenwurf, die mögliche Gefahr für Vögel und Fledermäuse oder die optische Beeinträchtigung. Die meisten Einwendungen, die der Redaktion bekannt sind, beziehen sich auf die Unversehrtheit der Landschaft und die Einzigartigkeit des mittelalterlichen Bodendenkmals Haskenau . Auch unter den Pferdehaltern der Umgebung formiert sich Widerstand: Demnach haben mehrere Anwohner der Rossheide in Gelmer („Wohnen mit Pferden“) Eingaben verfasst.

Die Politik hatte das Areal als Standort großer Windenergieanlagen grundsätzlich freigegeben – auch im Hinblick auf den möglichen Investor. Da für Anlagen, die noch in diesem Jahr genehmigt werden, eine feste Einspeisungsvergütung für 20 Jahre gezahlt würde, besteht ein gewisser Zeitdruck. Theoretisch wäre eine Genehmigung noch in diesem Jahr denkbar, meint Brinkheetker. Allerdings sei die Stadt verpflichtet, Stellungnahmen zu den Einwendungen genau zu begründen: „Wir sind noch sehr früh im Genehmigungsverfahren.“

Bei rascher Genehmigung könnte die Anlage im Frühjahr 2018 in Betrieb gehen.

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