Altbau gilt als abgängig
B 51: Neue Wersebrücke geplant

Münster-Handorf -

Man sieht ihr das Alter gar nicht an. Aber wer am Werseufer unter der Warendorfer Straße hindurchspaziert, merkt rasch, dass die Straßenbrücke nicht mehr taufrisch ist. Ein Neubau ist auch ein Schritt in Richtung Vierspurigkeit.

Dienstag, 21.03.2017, 09:03 Uhr

Hier führt die Warendorfer Straße (B 51) über die Werse. Während die Eisenbahnbrücke (links) offenbar noch intakt ist, muss die abgängige Straßenbrücke durch einen Neubau ersetzt werden. Die Planer rechnen schon mit einer zweiten Brücke für den vierspurigen Ausbau der Straße.
Hier führt die Warendorfer Straße (B 51) über die Werse. Während die Eisenbahnbrücke (links) offenbar noch intakt ist, muss die abgängige Straßenbrücke durch einen Neubau ersetzt werden. Die Planer rechnen schon mit einer zweiten Brücke für den vierspurigen Ausbau der Straße. Foto: Oliver Werner

Die Warendorfer Straße zwischen Handorf und Dortmund-Ems-Kanal ist als wichtigste Ost-Zufahrt zur Stadt schon jetzt arg strapaziert – und die Umgehungsstraßen-Baustelle trägt nicht dazu bei, den Verkehrsfluss zu erleichtern. Die Autofahrer in Münster-Ost werden sich in absehbarer Zeit allerdings noch auf ein weiteres Hindernis einstellen müssen: Die Wersebrücke über die Warendorfer Straße bei Handorf wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Die alte Brücke „ist am Ende der Tragfähigkeit angelangt“, berichtet Projektleiter Roland Krumm vom Landesbetrieb Straßenbau NRW . Die Entwürfe für den Neubau seien fertig, derzeit werde das Planfeststellungsverfahren vorbereitet. Die Pläne werden in ein paar Monaten von der Bezirksregierung veröffentlicht. Die bei Straßenbauprojekten übliche Planungszeit von etwa zwei Jahren dürfte kürzer ausfallen, weil es sich um „eine kleine Ersatzmaßnahme“ handele.

Die es aber in sich hat: Nördlich der Warendorfer Straße entsteht eine Ersatzbrücke mit zwei Spuren und Radweg. Anschließend wird eine 260 Meter lange Umfahrung eingerichtet, für die am dicht bewachsenen Werseufer etliche Bäume und Büsche weichen müssen. Die Eisenbahnbrücke südlich der Straße ist nicht betroffen. „Straßen.NRW“ gibt den Flächenbedarf mit insgesamt 2500 Quadratmetern an, davon rund 1700 Qua­dratmeter Uferbiotop. Nachdem die neue Brücke fertiggestellt ist, werden das Umgehungsprovisorium zurückgebaut und der alte Zustand weitgehend wiederhergestellt – 500 Quadratmeter Fläche bleiben aber dauerhaft versiegelt. Aus Sicht der Straßenbauer ist das ein nur geringer Verbrauch, zudem werde der Durchfluss der Werse durch den Brückenneubau sogar verbessert. Auch deshalb sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht erforderlich.

Die neue Brücke unterscheidet sich von der alten vor allem dadurch, dass sie die Werse in einem Bogen von 35 Metern überspannt, während die derzeitige „Zwei-Feld-Bogenbrücke“ von einem Stützpfeiler im Flussbett getragen wird. Die neue Brücke ist aber nach wie vor für eine zweispurige Straße ausgelegt. Und was passiert, wenn die Warendorfer Straße wie geplant in ein paar Jahren vierspurig wird? „Dann müsste eine zweite Brücke gebaut werden“, sagt Roland Krumm. Man habe das bei der Planung bereits berücksichtigt.

Die CDU hat das Thema schon früh für sich entdeckt. Nach einer Info-Veranstaltung im vergangenen Sommer hat sich der Handorfer Ratsherr Manfred Wenzel nun das Projekt erläutern lassen. „Es freut uns, dass diese Planung nun so zügig in Angriff genommen wird“, sagt er. Die Bauzeit wird ungefähr ein Jahr betragen: 2019 könnte die neue Brücke fertig sein. 

Wenn vom „Ausbau der B 51“ die Rede ist, denkt die münsterische Öffentlichkeit fast immer nur an die Erweiterung der Umgehungsstraße. Dabei wird die zweite B 51-Großbaustelle längst vorbereitet: die Verbreiterung der Warendorfer Straße zwischen Münster und Telgte. Bis dieses im Kreis Warendorf schon heiß diskutierte Projekt soweit ist, dürften zwar noch zehn bis 20 Jahre vergehen – aber die Pflöcke werden jetzt schon eingeschlagen.

Der sicher notwendige Neubau der Straßenbrücke über die Werse gehört im Grunde dazu. Vorläufig wird die alte Brücke einfach eins zu eins ersetzt. Langfristig aber ist die neue Brücke nur der südliche Teil einer künftig vierspurigen Straße – am endgültigen Flächenverbrauch führt dann kein Weg mehr vorbei.

Deshalb gibt die Baustelle einen starken Vorgeschmack: Die vierspurige Warendorfer Straße bringt mindestens so viel Bewegung in den Stadtbezirk wie die ausgebaute Umgehungsstraße. Bürgerschaft und Politik sollten das Thema fest im Auge behalten.  Lukas Speckmann

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