Flüchtlingsheim und Kita
Willingrott: Baubeginn trotz Klage

Münster-Handorf -

Obwohl noch eine Klage gegen die Baugenehmigung vor dem Verwaltungsgericht anhängig ist, beginnt die Wohn- und Stadtbau mit der Errichtung von Flüchtlingsheim und Kita am Willingrott in Dorbaum.

Dienstag, 11.04.2017, 16:04 Uhr

Die Wohn und Stadtbau bereitet die Baustelle am Willingrott vor. Anwohner befürchten die Überfrachtung ihres Wohngebiets.
Die Wohn und Stadtbau bereitet die Baustelle am Willingrott vor. Anwohner befürchten die Überfrachtung ihres Wohngebiets. Foto: Reinhold Kringel

Die Baustelle am Willingrott nimmt Gestalt an: Nach Auskunft der Wohn- und Stadtbau wird in dieser Woche wie geplant mit dem Bau eines Flüchtlingsheims für 50 Bewohner, in der Woche nach den Osterferien außerdem mit dem Bau einer Zwei-Gruppen-Kita begonnen.

Gegen die Baugenehmigung liegt eine Klage mehrerer Anwohner vor. Die vor einem Jahr gegründete „Interessengemeinschaft Willingrott“ versucht, die Bebauung noch zu verhindern. „Wir sind nicht gegen das Flüchtlingsheim“, betont deren Sprecher Jürgen Hopp , „eine Ausführung wie in Gelmer hätten wir mitgetragen.“

Nun allerdings werde das Grundstück in dem engen Wohngebiet regelrecht zugebaut: Ursprünglich sollte auf der Gemeinbedarfsfläche nur eine Kindertagesstätte entstehen – und obwohl die Anwohner seit Ende der 90er-Jahre dafür erhebliche Summen zahlen mussten, sei deren Bau niemals verwirklicht worden. „Statt einer sozialen Einrichtung bekommen wir nun zwei“, empört sich Hopp.

Die Anwohner ärgern sich nicht zuletzt darüber, dass Politik und Verwaltung nie zu einem konstruktiven Austausch bereit gewesen seien. So werde nun juristisch gestritten; etwa darüber, warum auf einer Gemeinbedarfsfläche Wohnhäuser gebaut werden, obwohl die Fläche laut Bebauungsplan nur „Wohnen von untergeordneter Bedeutung“ zulässt. Zu dieser Frage hatte zuletzt der Bezirksvertreter Peter Hemecker (Piraten) die Stadtverwaltung um Stellungnahme gebeten. Deren Antwort: Das „dringende öffentliche Interesse an der Schaffung von Unterbringungen für Flüchtlinge“ rechtfertige das Vorgehen der Stadt.

Die IG Willingrott hat zuletzt eine Niederlage hinnehmen müssen: Das Verwaltungsgericht Münster entschied im März, dass ihre Klage keine aufschiebende Wirkung habe. „Damit kann und soll gebaut werden“, betont Dirk Lohaus , der Leiter des städtischen Bauordnungsamts. Die Stadt sehe sich in ihrer Einschätzung der Dinge bestätigt.

Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts haben die Kläger Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt. Sollten sie letztlich obsiegen, müsste die Wohn- und Stadtbau zurückbauen. Dirk Lohaus bezweifelt das allerdings. Das Gericht habe seine Entscheidung sehr ausführlich begründet, sagt er: „Wir können nicht erkennen, dass im Hauptverfahren anders entscheiden wird.“

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