Flutschäden von 2014 werden beseitigt
Havichhorster Mühle: Ein neues Bett für den Edelbach

Münster-Sudmühle -

Der Jahrhundertregen liegt schon drei Jahre zurück – und immer noch ist die Edelbachbrücke über die Privatstraße Havichhorster Mühle unpassierbar. Immerhin: Die Arbeiten sind in vollem Gange.

Dienstag, 16.05.2017, 12:05 Uhr

Am Edelbach sind die Arbeiten zur Reparatur der Straße „Havichhorster Mühle“ in vollem Gang.
Am Edelbach sind die Arbeiten zur Reparatur der Straße „Havichhorster Mühle“ in vollem Gang. Foto: Reinhold Kringel

Von überstürztem Handeln kann keine Rede sein. Beim Jahrhundertregen im Juli 2014 war der Edelbach zwischen Schifffahrter Damm und Werse aus sich herausgegangen und hatte auf dem Hof Stadtbäumer und nicht zuletzt an der Straße Havichhorster Mühle verheerende Schäden angerichtet. Die Edelbachbrücke wurde damals zerstört und damit die Hauptzufahrt zum Gut Havichhorst abgeschnitten. Ein kleiner hölzerner Übergang – mehr ein Steg als eine Brücke – lässt Fußgänger und Radfahrer passieren.

Nun werden Brücke und Straße instand gesetzt. „Nach langer, langer Zeit“, wie Berthold Reloe , der Gewässerschutzbeauftragte beim städtischen Tiefbauamt, einräumt. Wenn alles gut geht, ist die Baumaßnahme Ende Juli abgeschlossen. Also etwa am dritten Jahrestag.

Warum hat das so lange gedauert? Dafür gebe es stichhaltige Gründe, betont Reloe. Die Straße Havichhorster Mühle ist zwar eine beliebte Fahrradstrecke für Ausflügler – aber eine Privatstraße. Eigentümer, Anlieger und Stadtverwaltung hätten sich nach dem Flutunglück auf eine „gemeinsame große Lösung“ verständigt – nämlich die Reparatur der Straße und die ökologische Verbesserung des Bachs von der Brücke bis zur Mündung in die Werse.

Das bedeutet zum einen, dass der Durchlass unter der Straße vergrößert wird („das ist das wichtigste“); zum anderen, dass der Bach einen natürlichen, mäandernden Lauf zurückerhält. Damit erfüllt er künftig die Werte der europäischen Wasserrahmenrichtlinie – weshalb das 600 000-Euro-Projekt zu 80 Prozent vom Land bezahlt wird. Dafür allerdings muss die Stadt als Maßnahmenträger auftreten, was wiederum ein kompliziertes Ausschreibungsverfahren zur Folge hat und die Auftragsvergabe verzögert. Und: Bei einem Verfahren dieser Größe müsse es stets eine gewässerrechtliche Genehmigung geben. Eine Kontroverse habe es nie gegeben, betont Reloe; aber diese Formalitäten brauchen nun einmal ihre Zeit. Schließlich sei der ohnehin schwierige, wenig belastbare Untergrund durch die Flut vom Sommer 2014 durcheinandergebracht worden: „Dort zu bauen ist sehr schwierig“, sagt Reloe. Man habe deshalb mit dem Baubeginn das trockene Frühjahr abwarten müssen.

Das Thema Edelbach ist mit dieser Baumaßnahme noch nicht vom Tisch: Die Einbindung des Landwehrgrabens am Schifffahrter Damm steht noch auf der Tagesordnung. Danach seien die meisten Gewässerschäden in Folge des 2014er-Regens im Stadtbezirk Münster-Ost beseitigt. Andere Stadtbezirke sind noch lange nicht so weit, meint Reloe: „Das beschäftigt uns weiter.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4837411?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F137%2F
Nachrichten-Ticker