Zu Fuß nach Santiago
Gelmer liegt direkt am Pilgerweg

Münster-Gelmer -

Der Weg nach Santiago führt über Gelmer. Wer ihn beschreiten will, sollte Kondition und ein halbes Jahr Zeit einplanen. Wie Anita Behrens-Liesen.

Mittwoch, 17.05.2017, 10:05 Uhr

Anita Behrens-Liesen (l.) hat sich auf den Weg nach Santiago de Compostela gemacht. Bei Dunja und Matthias Brinkmann fand sie Unterkunft.
Anita Behrens-Liesen (l.) hat sich auf den Weg nach Santiago de Compostela gemacht. Bei Dunja und Matthias Brinkmann fand sie Unterkunft. Foto: mfe

Dunja und Matthias Brinkmann in Gelmer wohnen fast unmittelbar neben dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Durch die Haskenau führt der mit gelben Muscheln ausgeschilderte Weg zur Dyckburgkirche und anschließend in die Innenstadt nach Münster. Pilgerherberge war Familie Brinkmann bisher allerdings noch nie.

Bis jetzt Anita Behrens-Liesen aus dem Emsland anklingelte. Eine Woche war sie schon unterwegs und suchte eine Übernachtungsmöglichkeit. Sie selbst hatte im vergangenen Jahr Matthias Brinkmann samt Pferd bei seinem Wanderritt an die Nordsee für eine Nacht Unterschlupf gewährt. Er revanchierte sich gerne.

3000 Kilometer will Anita Behrens-Liesen mit ihrem 13 Kilogramm schweren Rucksack zu Fuß zurücklegen. Täglich will sie etwa 20 bis 30 Kilometer laufen. Einen Tag in der Woche gönnt sich die 56-Jährige einen Ruhetag. Sechs Monate soll die ungewöhnliche Reise dauern. Wandern ist eine der großen Leidenschaften der Emsländerin.

„Meine bisherigen Touren waren jedoch immer nach zwei Wochen zu Ende, jetzt wollte ich einmal eine längere Strecke zurücklegen“, beschreibt sie ihre Motivation. „Ich bin gerne draußen in der Natur, und auch das alleine gehen genieße ich.“ „Draußen sind wir auch gerne, aber sechs Monate Wandern, das wäre mir doch zu viel“, ist Dunja Brinkmann überzeugt. „Wir würden lieber reiten.“

Mehr aus Zufall kam Anita Behrens-Liesen dazu, gerade den berühmten Pilgerweg zu gehen. „Die Strecke soll sehr schön sein, einen religiösen Grund habe ich nicht. Aber vielleicht kommt die spirituelle Eingebung unterwegs ja noch.“ Ihre Familie hat ihren Wunsch respektiert, sie aber dennoch für verrückt erklärt. „Natürlich bin ich verrückt, sonst macht man so etwas nicht“, erklärt sie und lacht. „Dass ich normal bin, habe ich nie gesagt.“

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