Heimatgruppe zu Gast im Baubüro
Gelmer: Kanalbaustelle in Bewegung

Münster-Gelmer -

Rund 120 Millionen Euro kostet der Neubau der Kanalüberführung über die Ems bei Gelmer, seit 2015 wühlen sich die Bagger durch das Erdreich. Die Heimatgruppe durfte sich die Riesenbaustelle ansehen.

Dienstag, 18.07.2017, 08:07 Uhr

Die Heimatgruppe durfte sich die Baustelle bei Gelmer aus nächster Nähe ansehen.
Die Heimatgruppe durfte sich die Baustelle bei Gelmer aus nächster Nähe ansehen. Foto: Reinhold Kringel

Bis die Heimatgruppe Gelmer am Ziel ihrer Wünsche angekommen ist, fließt noch viel Wasser die Ems hinunter. Raimund Mölders schätzt, dass es noch um die zehn Jahre dauern könnte, bis die neu entstehende Kanalinsel als Naherholungsgebiet zur Verfügung steht: „2025 bis 2028 vielleicht“, meint er.

Immerhin: Die Riesenbaustelle am Dortmund-Ems-Kanal ist schon so weit im Gange, dass Projektleiter Dietmar Cholodewicz vom Wasserstraßen-Neubauamt Datteln ein Versprechen einlösen konnte, das er anlässlich einer Bürgerinformation vor über zwei Jahren gegeben hatte: Sobald schon etwas zu sehen ist, organisieren wir eine Führung über die Baustelle. Raimund Mölders, der seit vielen Jahren für die Heimatgruppe den Kontakt zum Projektleiter hält, kam gerne darauf zurück.

37 Teilnehmer trafen sich voller Wissbegier an der Gittruper Straße. Und obwohl einige durchaus baustellentauglich gekleidet waren und Gummistiefel mitgenommen hatten – der völlig verregnete Julitag machte ihnen zumindest teilweise einen Strich durch die Rechnung. „Wir wären gerne in die Baustelle reingegangen“, betont Raimund Mölders, „aber man versank im Morast.“ Vor einem großzügigen Rundgang kam die Gruppe im Baubüro zusammen, wo Projektleiter Dietmar Cholodewicz und der Leiter des Baubüros, Thomas Wermert, über den Fortschritt der Arbeiten berichteten.

Heimatgruppe besucht Kanalbaustelle

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  • Kanalbaustelle im Blick: Die Heimatgruppe Gelmer informiert sich vor Ort Foto: Reinhold Kringel
  • Kanalbaustelle im Blick: Die Heimatgruppe Gelmer informiert sich vor Ort Foto: Reinhold Kringel
  • Kanalbaustelle im Blick: Die Heimatgruppe Gelmer informiert sich vor Ort Foto: Reinhold Kringel
  • Kanalbaustelle im Blick: Die Heimatgruppe Gelmer informiert sich vor Ort Foto: Reinhold Kringel
  • Kanalbaustelle im Blick: Die Heimatgruppe Gelmer informiert sich vor Ort Foto: Reinhold Kringel
  • Kanalbaustelle im Blick: Die Heimatgruppe Gelmer informiert sich vor Ort Foto: Reinhold Kringel
  • Kanalbaustelle im Blick: Die Heimatgruppe Gelmer informiert sich vor Ort Foto: Reinhold Kringel
  • Kanalbaustelle im Blick: Die Heimatgruppe Gelmer informiert sich vor Ort Foto: Reinhold Kringel

Die Umfahrung ist mittlerweile annähernd komplett ausgekoffert. Was noch fehlt, ist die letzte Schicht, die erst kurz vor der Befüllung in Angriff genommen wird. Der Aushub soll dauerhaft in Coerde gelagert werden – hochwertiger Boden, der vielleicht einer attraktiven Freiraumplanung als Grundlage dienen kann. Die BV Nord hat zumindest keine Einwände gegen dieses Vorhaben, die letzten politischen Entscheidungen stehen allerdings noch aus.

Eine Menge Aushub wird einstweilen noch auf der künftigen Kanalinsel zwischengelagert. Das Material wird noch zur Verfüllung und Sicherung der Spundwände an anderer Stelle benötigt.

Schon in wenigen Wochen wird es spannend: Die 40 Einzelteile der neuen Brücke, die derzeit noch in Hannover lagern, werden nach und nach per Schwertransport nach Gelmer gebracht, dort zusammengeschweißt und an Ort und Stelle geschoben. Die Heimatgruppe möchte anschließend einen weiteren Ortstermin vereinbaren. 

Kommentar: Mehrwert für Gelmer

ie Kanalbaustelle bei Gelmer ist das derzeit umfangreichste Bauprojekt in der Stadt Münster. Dass es so relativ geräuschlos vonstatten geht, liegt sicher an der Abgeschiedenheit des Kanalübergangs: Hier an der Grenze zwischen Münster und Greven gibt es nur wenige Anlieger, die direkt unter Baustellenlärm und -verkehr zu leiden haben. Gelmer ist noch am unmittelbarsten betroffen: Gut, dass die Heimatgruppe den Kontakt hält und Führungen vereinbart: Wer sieht, worum es geht, kann sich besser auf Unannehmlichkeiten einstellen – auch Transport und Montage der Brückenteile werden nicht geräuschlos vonstatten gehen. Dass Gelmer aus dem riesigen Bauprojekt einen echten Mehrwert zieht, versteht sich ebenfalls nicht von selbst, sondern ist der Beharrlichkeit der Heimatfreunde zu verdanken: Würde alles streng nach Vorschrift gehen, hätte das künftige Erholungsgebiet am Wasser keine Chance. So aber sichert sich der Stadtteil ein Alleinstellungsmerkmal, das den Verlust der früheren KÜ-Idylle wettmachen dürfte. Lukas Speckmann

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