Investor bekundet Interesse
Haus Münsterland: Noch wird verhandelt

Münster-Handorf -

Was wird nach der Insolvenz aus Haus Münsterland? Es gibt Überlegungen, den großen Saal zu erhalten. Das erste von einem Investor vorgeschlagene Konzept stößt allerdings auf Skepsis.

Dienstag, 19.09.2017, 08:09 Uhr

Haus Münsterland wurde am 30. Juni geschlossen. Damit fehlt Handorf ein öffentlicher Versammlungsort. Noch gibt es Bestrebungen, das Saalgebäude zu erhalten.
Haus Münsterland wurde am 30. Juni geschlossen. Damit fehlt Handorf ein öffentlicher Versammlungsort. Noch gibt es Bestrebungen, das Saalgebäude zu erhalten. Foto: spe

Anfang Juli wurde der Betrieb im Haus Münsterland eingestellt. Die Infa GmbH als Betreiberin ist insolvent, ein Investor, der den Betrieb nahtlos hätte fortführen mögen, hat sich nicht finden lassen – wobei, wie berichtet, der dürftige Zustand des Gebäudes den Ausschlag gab.

Hinter den Kulissen wird allerdings weiter verhandelt. Nicht zuletzt mit der Kirchengemeinde St. Petronilla, der das 7500 Quadratmeter große Grundstück gehört, auf dem Ende der 60er-Jahre die „Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung e.V. (KAS)“ das Haus Münsterland als Soldatenheim und Ort der Begegnung von Militär und Zivilbevölkerung errichten ließ. Der Erbpachtvertrag ist noch jahrzehntelang gültig – sodass die Gemeinde vorerst keine finanziellen Einbußen befürchten muss.

Studierende der Fachhochschule Münster hatten sich im Rahmen eines Seminars mit dem Thema beschäftigt und Vertreter der Handorfer Vereine zu einer Versammlung im Wersehof eingeladen – ohne dass dabei wirklich neue Informationen auf den Tisch gekommen wären. Pfarrer Jürgen Streuer berichtete bei dieser Gelegenheit von Verhandlungen mit einem Investor, dessen Pläne vom Kirchenvorstand allerdings einmütig abgelehnt worden seien.

Das Konzept sah nach Streuers Angaben eine sehr enge Bebauung der Freifläche mit vielen kleinen Wohneinheiten und einer Anzahl von Reihenhäusern vor; allerdings auch den Fortbestand von Haus Münsterland, in dem den neuen Mitbürgern beispielsweise ein regelmäßiger Mittagstisch hätte angeboten werden können. Letztlich sei das Konzept zu sehr vom einträglichen Wohnungsbau und zu wenig vom Erhalt des öffentlichen Versammlungsortes geprägt gewesen. „Wir tun, was möglich ist, um Haus Münsterland zu erhalten“, betont Pfarrer Streuer. Die finanziell gebeutelte Kirchengemeinde könne auf die Einnahmen aus der Erbpacht nicht verzichten.

Unterdessen regt der Piraten-Bezirksvertreter Peter Hemecker an, dass die Stadt Münster Gebäude und Grundstück kaufen und zu einem Stadtteilhaus mit großem Saal umbauen könnte. In fast allen Stadtteilen gebe es solche Stadtteilzentren, die sich im Eigentum der Stadt befinden und entweder selbst oder von einem bürgerschaftlichen oder ehrenamtlichen Trägerverein betrieben werden. Ein solches Zentrum sei „für den Zusammenhalt der Bürgerschaft und der Ortsgemeinschaft unverzichtbar“, meint Hemecker – und nennt das Bürgerhaus Kinderhaus, das „Haus der Begegnung“ in Albachten oder das „La Vie“ in Gievenbeck.  

Neue Firma für sieben Infa-Mitarbeiter

Die „Infa Gmbh“ als Trägerin von Haus Münsterland hatte im März Insolvenz anmelden müssen: „Der Druck war einfach zu groß“, sagt Geschäftsführer Ernst Lefering. Der Umsatz sei dank der Konzentration auf Tagungen und Veranstaltungen zufriedenstellend gewesen, doch die laufenden Kosten vor allem für Energie und Reparaturen habe man nach Wegfall der öffentlichen Anschubfinanzierung nicht in den Griff bekommen: „Das konnten wir nicht erwirtschaften.“ Sieben Mitarbeiter der Infa GmbH seien von der neugegründeten Dienstleistungsfirma „Sauberwerk GmbH“ übernommen worden, andere konnten vom Insolvenzverwalter vermittelt werden. Der Integrationsfachdienst des LWL helfe sehr bei „Einzelfalllösungen“.

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