Besuch bei den Jägern
Fernöstliche Treibjagd

Münster -

Besuch aus Fernost hatte am Montag die Kreisjägerschaft Münster: Ein Filmteam aus Taiwan interessierte sich für eine Treibjagd im Münsterland und ganz besonders für den Feldhasen.

Montag, 13.11.2017, 20:11 Uhr

Wo der Hase lang läuft wollte ein Filmteam aus Taiwan am Montag bei einer Treibjagd in Handorf erfahren. Auf Einladung der Kreisjägerschaft Münster informierten sich die fernöstlichen Medienvertreter über Waidmänner und Bräuche in Wald und Flur. Viel vor die Flinte bekamen die Jäger allerdings nicht.
Wo der Hase lang läuft wollte ein Filmteam aus Taiwan am Montag bei einer Treibjagd in Handorf erfahren. Auf Einladung der Kreisjägerschaft Münster informierten sich die fernöstlichen Medienvertreter über Waidmänner und Bräuche in Wald und Flur. Viel vor die Flinte bekamen die Jäger allerdings nicht. Foto: hpe

Der deutsche Feldhase, vom Acker in Handorf erlegt und dann frisch zubereitet im Kreis der hungrigen Waidmänner: Ein Filmteam aus Taiwan hat am Montag den Forstbetrieb Philip Schulze Buschoff an der Körberheide besucht, um vom Vorsitzenden der Kreisjägerschaft zu erfahren, warum und vor allem wie der Deutsche auch im 21. Jahrhundert noch höchstselbst Tiere erlegt und dann verzehrt.

Live erleben, wie Treibjagd funktioniert

Und weil gerade Jagdsaison auf Niederwild ist, hatte Schulze Buschoff eine stattliche Zahl von 16 Jägern und zwei Treibern zur Hasenjagd in Münster versammelt. Für das Team um Produktionsleiter Tommy Chu die seltene Möglichkeit, einmal live zu erleben, wie eine Treibjagd abläuft.

Auf der Insel im Westpazifik vor dem chinesischen Festland ist es nur den Ureinwohnern erlaubt, zu Brauchtumszwecken und dann mit ziemlich treffunsicheren Vorderladern auf wild lebende Tiere zu schießen. Und für Schulze Buschhoff, vor einigen Monaten an die Spitze der lokalen Jägerschaft gewählt, war der exotische Besuch eine Chance, Botschaften zu vermitteln.

Moderne Form des Jagdwesens

„Wir Jäger müssen uns erneuern. Nur gemeinsam mit den Naturschützern und den Bauern wird es uns gelingen, den Reichtum der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft zu erhalten“, sagte er. Für intensive Hege und Pflege und nicht in erster Linie für das Abschießen von Tieren sei man waidmännisch aktiv und verantwortlich.

Obwohl eigentlich zur Jagd freigegeben, wurde allerdings an diesem Nachmittag nicht auf Fasanenhähne gezielt. „In Taiwan sind diese Tiere so etwas wie heilig, da wollen wir keine Fronten aufbauen“, sagte der Jagdleiter. „Genial begeistert“ war er von dem Besuch aus Fernost. Auch, weil er die moderne Form des Jagdwesens hautnah präsentieren konnte.

Currywurst ohne Schießen

„Inzwischen haben auch Jüngere zu uns gefunden. Die Teilnehmer heute sind zwischen 17 und 77 Jahre alt, fast die Hälfte davon sind Frauen“, so Schulze Buschhoff. Die achtköpfige Crew des Privatsenders musste Sicherheitswesten überstreifen und Gummistiefel anziehen, ehe es dann auf dem Anhänger eines Treckers in Wald und Flur ging. „Wir führen hier keine Folklore für das Fernsehen vor, alles realitätsecht“, meinte Schulze Buschhoff.

Bis zum Sonnenuntergang kam ein halbes Dutzend Hasen zur Strecke. Dienstag filmt die Truppe übrigens in Dortmund. Dort gibt es Currywurst, die muss nicht vorher geschossen werden.

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