Verkehrsberuhigung
Gittruper Straße: Tempo 30 kam fast über Nacht

Münster-Gelmer -

Jahrelang versuchten Anlieger, das Tempo aus der Gittruper Straße rauszunehmen. Jahrelang betonte die Stadtverwaltung, sie könne nichts machen. Doch jetzt wurden doch Tempo-30-Schilder aufgestellt.

Dienstag, 27.02.2018, 08:02 Uhr

Früher unmöglich, heute kein Problem mehr: Die Stadt hat an der Gittruper Straße in der Nähe der Kita Tempo-30-Schilder aufgestellt.
Früher unmöglich, heute kein Problem mehr: Die Stadt hat an der Gittruper Straße in der Nähe der Kita Tempo-30-Schilder aufgestellt. Foto: spe

Die Gittruper Straße ist um sechs Verkehrszeichen reicher geworden: Jeweils zwei Mal pro Fahrtrichtung – vor und hinter der Gelmerheide – prangt jetzt ein Tempo-30-Schild, ergänzt um den Hinweis, dass diese Regelung mit Rücksicht auf den Kindergarten in der Zeit von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr gilt. Das gemäßigte Tempo betrifft einen etwa 300 Meter langen Straßenabschnitt und wird in beiden Richtungen vom Verkehrszeichen 278-30 („Ende der zulässigen Höchstgeschwindigkeit 30 km/h“) begrenzt.

Damit ist auf Gelmers Hauptstraße quasi über Nacht eine Verkehrsberuhigung Wirklichkeit geworden, die von Anliegern, Kommunalpolitikern, Heimatfreunden und nicht zuletzt von Kita St. Josef und Astrid-Lindgren-Schule jahrelang immer wieder vergeblich gefordert worden war. Ein Sinneswandel der Stadtverwaltung?

„Nein“, sagt Werner Schulik von der Straßenverkehrsbehörde: eine Änderung der Rechtslage . Bislang galt nämlich, dass eine Begrenzung des fließenden Verkehrs nur bei einer „konkreten Gefahrenlage“ zulässig war. Sprich: Nur wenn es auf der Gittruper Straße Verkehrsunfälle gegeben, hätte, wäre es möglich gewesen, die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer zu beschränken. Mittlerweile habe die Stadt das Recht, vor Kitas, Schulen und anderen sensiblen Einrichtungen das Tempo zu begrenzen. Der Gesetzgeber habe den Paragrafen 45 der Straßenverkehrsordnung entsprechend geändert.

Die Gittruper Straße galt der Stadtverwaltung bislang als unauffällig. Das allerdings haben Anlieger und Elternvertreter immer anders gesehen. Besonders seit im alten Pfarrhaus eine vierte Kita-Gruppe untergebracht worden war, wurde immer wieder auf die Gefährlichkeit der Straße hingewiesen. Doch bislang war nicht einmal ein Zebrastreifen zwischen Kirche und Pfarrhaus drin.

Auf Anregung der Bezirksvertretung hatte es das Ordnungsamt immerhin mit einem mobilen Display versucht, das von August bis Dezember 2016 die Daten an der Gittruper Straße auswertete. Das Ergebnis wurde den Bezirksvertretern erst vor Kurzem mitgeteilt. Demnach sei in Fahrtrichtung Kanal eine bescheidene Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 km/h, in Fahrtrichtung Schifffahrter Damm von 45 km/h gemessen worden – erlaubt war immer Tempo 50.

85 Prozent der Autofahrer hätten sich an diese mäßige Geschwindigkeit gehalten, berichtet Matthias Gudorf von der Straßenverkehrsbehörde. Signifikante Ausreißer habe es kaum gegeben: Ein einsamer Raser wurde mal um 4 Uhr morgens mit Tempo 80 gemessen – eher ein Einzelfall. Daraufhin habe das Ordnungsamt empfohlen, auf ein stationäres Display zu verzichten.

Bislang habe die Stadtverwaltung an 13 Straßen im Stadtgebiet die neue Tempo-30-Vorschrift umgesetzt, berichtet Werner Schulik: „Weitere Straßen sind in der Prüfung.“ Im Stadtbezirk Ost ist Gelmer der Vorreiter.

 

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