Hegering legt den fünften Tümpel an
Biotop in Kasewinkel: Rückzug ans flache Wasser

Münster-Ost -

Die Landschaft wird immer aufgeräumter, Blühwiesen verschwinden, Arten sterben. In Münster-Ost regt sich dagegen Widerstand: Der Hegering hat nun das mittlerweile fünfte Feuchtbiotop angelegt.

Dienstag, 24.04.2018, 12:04 Uhr

Je mehr Biotope in den Revieren, desto besser (v.l.): Fred Weber (Kreisjägerschaft), Susanne Schulze Bockeloh (Landwirtschaftlicher Kreisverband), Landwirt Carsten Eggert sowie Reinhold Graffe und Christian Hartmeyer vom Hegering freuen sich über den mittlerweile fünften Tümpel in Kasewinkel.
Je mehr Biotope in den Revieren, desto besser (v.l.): Fred Weber (Kreisjägerschaft), Susanne Schulze Bockeloh (Landwirtschaftlicher Kreisverband), Landwirt Carsten Eggert sowie Reinhold Graffe und Christian Hartmeyer vom Hegering freuen sich über den mittlerweile fünften Tümpel in Kasewinkel. Foto: spe

Eine Schönheit ist dieser Tümpel nicht gerade. Das Wasser ist trüb, das Ufer ist kahl, und unter den dichten Büschen der Umgebung hat die Motorsäge sichtbar gewütet . . .

Aber das macht nichts. „Nur ein Jahr, dann ist hier alles wieder grün“, sagt Christian Hartmeyer vom Hegering Münster-Ost. Schon jetzt sind am Ufer Reh-Spuren zu entdecken, und auch ein paar Kanada-Gänse treiben sich neugierig in der Nähe herum. Und der wüste Totholz-Haufen am Rand? „Der bleibt liegen. Da werden schon bald die ersten Vögel nisten.“

Damit ist der Zweck erfüllt. Der trübe Tümpel mitten auf einem Acker in Kasewinkel ist ein Biotop, das fünfte seiner Art in der näheren Umgebung. Er soll den Tieren der Umgebung als Wasserstelle und Rückzugsort dienen. Landwirt Carsten Eggert hat die Fläche zur Verfügung gestellt und sich an der Herstellung beteiligt. Der Hegering, der die Anlage finanziert, ist mächtig stolz auf die erfolgreiche Zusammenarbeit der Jäger, Landwirte und Naturschützer in Münster-Ost. „Es ist gut, dass die Schranken in den Köpfen verschwunden sind“, sagt auch Susanne Schulze Bockeloh, die Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands.

Der Tümpel wurde so flach angelegt, dass er in heißen Sommern trocken fällt, denn in einem solchen Feuchtbiotop fühlen sich Fische nicht wohl. Und wo es keine Fische gibt, gedeihen die Insekten – die wiederum Voraussetzung dafür sind, dass Lurche und Vögel genug zu fressen haben. Schon jetzt zeigten die miteinander vernetzten Biotope in den Revieren von Münster-Ost Wirkung, meint Hartmeyer: „Das Rebhuhn ist in Kasewinkel wieder heimisch geworden.“ Christian Göcking, Amphibienexperte des Nabu, habe in den Tümpeln verschiedene Molcharten und Frösche kartieren können.

Auch das neue Biotop ist ziemlich unzugänglich. Gut so, meint Christian Hartmeyer, der Freizeitdruck durch Spaziergänger habe in den Revieren ohnehin stark zugenommen.

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