Zwei Altenpflegerinnen werben für ihren Beruf
Markenzeichen starke Pflege

Münster-Handorf -

Was spricht eigentlich für die Altenpflege? Vieles, sagen Silvia Erben und Yvonne Frische. Die beiden arbeiten im „Handorfer Hof“ und sind von ihrem Beruf und seinen Möglichkeiten hellauf begeistert.

Dienstag, 12.06.2018, 07:00 Uhr

Sie machen Werbung für den Altenpflege-Beruf (v.l.): Yvonne Frische, Andrea Lameck (Konkret Consult Ruhr), Silvia Erben und Einrichtungsleiterin Andrea Kielmann. Die roten Kästchen sind übrigens die Orgelpfeifen in der Kapelle des Seniorenzentrums „Handorfer Hof“.
Sie machen Werbung für den Altenpflege-Beruf (v.l.): Yvonne Frische, Andrea Lameck (Konkret Consult Ruhr), Silvia Erben und Einrichtungsleiterin Andrea Kielmann. Die roten Kästchen sind übrigens die Orgelpfeifen in der Kapelle des Seniorenzentrums „Handorfer Hof“. Foto: spe

Die Altenpflege hat keinen besonders guten Ruf. Sie steht in der öffentlichen Wahrnehmung im Schatten der Krankenpflege, gilt als mäßig bezahlte Hilfstätigkeit ohne besonderen Anspruch – und ab und zu tut sich der eine oder andere Politiker mit dem Spruch hervor, man könne doch einfach ungelernte Hilfskräfte mit Sprachschwierigkeiten in der Altenpflege unterbringen . . .

Wenn sie so etwas hören, gehen Silvia Erben und Yvonne Frische regelrecht auf die Barrikaden. Die beiden arbeiten als Altenpflegerinnen im „Handorfer Hof“, einem Seniorenzentrum der Diakonie in Handorf, und sie stehen leidenschaftlich zu ihrem Beruf.

Auch wenn sie beide auf völlig anderem Weg darauf gekommen sind: Silvia Erben (57) ist seit fast 40 Jahren dabei, wurde erst angelernt, dann ausgebildet. Yvonne Frische (38) – Abiturientin, Arzthelferin, Lehramtsstudentin – macht gerade erst die Ausbildung und studiert zugleich an der Fachhochschule Münster „Pflege dual“. Doch beide sind sich sicher: Das ist mein Ding.

Ende der 70er-Jahre, räumt Silvia Erben ein, sah es in der Altenpflege noch anders aus. Da wurden die älteren Menschen oft gar nicht aus dem Bett gelassen, „satt und sauber“ galt noch als Maßstab. Aber der Beginn ihrer Tätigkeit war ein Klassiker: Als frisch gelernte Friseurin war sie im Altenheim tätig – und merkte schnell: Ich kann mit denen . . . Mit ihrer herzlichen, offenen, einfühlsamen Art findet sie sofort einen Draht zu den Bewohnern. „Am besten gefällt es mir in der Altenpflege, weil man da eine Beziehung zu den Menschen aufbaut.“ Das gilt auch für den Umgang mit Demenzkranken: „Sie geben so viel zurück . . .“

Yvonne Frische, die im Rahmen ihres Studiums auch im Krankenhaus gearbeitet hat, sagt es drastischer: „Im Krankenhaus sieht man die Krankheit, nicht den Menschen.“ Den Menschen sehen – das ist ihr wichtig, seit sie zwei Familienmitglieder privat gepflegt und bis zum Tod begleitet hat. Es gehört auch zur modernen, hoch spezialisierten und wissenschaftlich fundierten Ausbildung, die Yvonne Frische gerade absolviert.

In der Altenpflege habe sich in den vergangenen 30 Jahren viel verändert: Der Umgang mit den Menschen, die Selbstbestimmung, die Qualität der Aus- und Fortbildung und auch die Zusammenarbeit im Team. Zugegeben, das Einkommen ist nicht schwindelerregend. Aber immerhin: „Das Ausbildungsgehalt ist gut“, betont Yvonne Frische. Die erfahrene Mitarbeiterin aus der Praxis und die FH-Studentin – sie verstehen sich als „Markenbotschafterinnen“ ihres Berufs. Und unterstützen deshalb das Projekt „Starke Pflege in Münster“.

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Am Mittwoch (13. Juni) finden vom 15 bis 17 Uhr im Foyer und im Bürgersaal der Bezirksregierung am Domplatz ein „Azubi-Talk“ und ein „Quereinsteiger-Talk“ statt.

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