Container wurden abgeholt
Kirschgarten ohne Flüchtlingsheim

Münster-Handorf -

Mit dem Container-Flüchtlingsheim am Kirschgarten erreichte die Flüchtlingskrise vor vier Jahren Handorf. Seit einem halben Jahr stand die Anlage leer, jetzt wurde sie endgültig abgebaut.

Montag, 23.07.2018, 19:20 Uhr

Die Container hinterm Heimathaus wurden in den vergangenen Tagen abgebaut.
Die Container hinterm Heimathaus wurden in den vergangenen Tagen abgebaut. Foto: Regina Robert

Die provisorische Flüchtlingsunterkunft am Kirschgarten in Handorf existiert nicht mehr. Rund dreieinhalb Jahre nach der Aufstellung der doppelstöckigen Anlage unmittelbar hinterm Heimathaus wurden jetzt die letzten Container abgeräumt. Nach Angaben des städtischen Amts für Immobilienmanagement soll auch der Rückbau der Leitungen und der Fundamentreste „zeitnah“ erfolgen.

Mit dem Bau hatte 2014 die Flüchtlingsdebatte in Handorf begonnen, auch die Gründung der Flüchtlingshilfe Münster-Ost ging letztlich darauf zurück. Die Entwicklung gipfelte ein Jahr später darin, dass die Bundeswehr zwei ihrer Kasernengebäude für eine Großeinrichtung zur Verfügung stellte. Diese Provisorien sind mittlerweile längst aufgegeben, auch die Kirschgarten-Container standen ein halbes Jahr lang leer.

Drei Jahre lang wohnten die Flüchtlinge hinter dem Heimathaus.

Drei Jahre lang wohnten die Flüchtlinge hinter dem Heimathaus. Foto: Regina Robert

Manfred Märtens, der Vorsitzende des Heimatvereins Handorf, zieht ein positives Fazit der mehrjährigen Nachbarschaft: „Wir hatten recht guten Kontakt!“ Als er vor vier Jahren zum ersten Mal vom Bau eines Flüchtlingsheims hinter dem Heimathaus gehört habe, sei er nicht begeistert gewesen, räumt er ein. Das habe er schnell revidiert. Die Bewohner seien freundlich gewesen, die Kinder lebhaft – und auf gelegentliche Hinweise hätten die neuen Nachbarn sofort reagiert. Gelegentlich habe man sich besucht, und die Kinder hätten voller Begeisterung beim Lambertus-Spiel mitgemacht: „Wir haben sie gern gesehen.“

Die Nachbarschaft muss damit rechnen, dass in der Nähe eine weitere feste Flüchtlingseinrichtung entsteht – und zwar gemeinsam mit dem neuen Wohngebiet auf dem Gelände der jetzigen TSV-Sportplätze. Der genaue Standort dort steht noch nicht fest, heißt es beim Sozialamt; mit dem Bau sei nicht vor 2022 zu rechnen.

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