Einzug im September
Flüchtlingsheim Willingrott: Ein Haus für 50 Bewohner

Münster-Handorf -

Jahrelang ist um das neue Flüchtlingsheim am Willingrott gestritten worden: Jetzt steht es da – und ist so gut wie einzugsbereit. Die Stadt will noch vorher alle Nachbarn zu einer Versammlung einladen.

Dienstag, 24.07.2018, 07:00 Uhr

Das neue Flüchtlingsheim am Willingrott ist so gut wie fertiggestellt, derzeit werden vor allem noch Malerarbeiten ausgeführt. Vor dem Einzug der Bewohner werde es noch eine Bürgerversammlung geben, heißt es beim Sozialamt.
Das neue Flüchtlingsheim am Willingrott ist so gut wie fertiggestellt, derzeit werden vor allem noch Malerarbeiten ausgeführt. Vor dem Einzug der Bewohner werde es noch eine Bürgerversammlung geben, heißt es beim Sozialamt. Foto: Reinhold Kringel

Fliegender Wechsel in der Flüchtlingsunterbringung in Münster-Ost: Während das Amt für Immobilienmanagement in den vergangenen Tagen die Container der provisorischen Flüchtlingseinrichtung am Kirschgarten abräumen ließ, ist der Neubau der festen Einrichtung am Willingrott nach rund einem Jahr Bauzeit so gut wie fertiggestellt. Wie Stefan Wismann von der Wohn- und Stadtbau bestätigt, sollen die Arbeiten bis Ende August abgeschlossen sein. Die Inbetriebnahme sei dann nur noch eine Frage weniger Wochen.

Dass an dieser Stelle ein Flüchtlingsheim entstehen könnte, war bereits um die Jahrtausendwende vereinbart worden. Gegen das Neubauprojekt hatte es lange erbitterten Widerstand einiger Anwohner gegeben; auch die Politik am Ort war sich über das Projekt nicht einig. Letztlich fällte der Stadtrat das letzte Wort – und eine Klage mehrerer Nachbarn gegen die Baugenehmigung wurde zurückgezogen.

Verena Schulte-Sienbeck, beim Sozialamt für die festen Flüchtlingsunterkünfte zuständig, kennt die Schwierigkeit des Standorts. „Ich habe die Hoffnung, dass sich vieles beruhigt, wenn die Einrichtung erstmal am Netz ist“, sagt sie. In die fünf Reihenhäuser sollen jeweils zehn Personen einziehen; in erster Linie Familien, aber auch einige Alleinstehende. Für 50 Personen sind jeweils eine halbe Sozialarbeiter- und Hausmeisterstelle vorgesehen. Die Trägerschaft übernimmt das Sozialamt selbst.

Nach der Schlüsselübergabe, die zum 1. September vorgesehen ist, kümmert sich das Amt noch um die Inneneinrichtung. Auf alle Fälle werde es noch vor dem Einzugstermin eine Einladung zur öffentlichen Bürgerversammlung geben, versichert Schulte-Sienbeck. Die direkte Nachbarschaft soll Postwurfsendungen erhalten, Vertreter örtlicher Institutionen werden per Mail eingeladen, für alle übrigen gibt die Stadt noch eine Pressemitteilung heraus. Üblicherweise finden solche Versammlungen direkt in der neuen Einrichtung statt – die bei dieser Gelegenheit auch besichtigt werden kann.

Kommentar: Vollendete Tatsachen

Für Politik und Stadtverwaltung war das neue Flüchtlingsheim am Willingrott lange Zeit ein Problemkind. Allenfalls an der Bahlmannwiese in Uppenberg hatte es ähnlich hartnäckigen Protest der Anwohner gegeben; flankiert von Argumenten, die auch etliche Bezirksvertreter ins Grübeln brachten. Der gleichzeitige Kita-Neubau war ursprünglich als eine Argumentationshilfe gedacht.Von allen juristischen Fragen abgesehen: Die große Wiese mitten im Baugebiet war ein Stück Lebensqualität. Jetzt ist es dort ganz schön eng. Doch die Stadt, die ihr Unterbringungskonzept nicht in Handorf-Dorbaum scheitern lassen wollte, saß am längeren Hebel – und drückte ihn konsequent durch.Ein ansehnlicher Reihenhauskomplex ist jedenfalls die bessere Lösung als ein mehrjähriges Container-Provisorium; das Gebäude wird fraglos die Integration erleichtern. Schließlich hat sich sogar an der Bahlmannwiese die Aufregung gelegt. Und eine Verteilung der Flüchtlingsheime auf das gesamte Stadtgebiet einschließlich Stadtrand und ländlicher Vororte gehört zum Prinzip: Warum sollte ausgerechnet am Willingrott nicht funktionieren, was in Sprakel oder Gelmer ganz gut klappt?

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