Stadt stellt Flüchtlingsheim vor
Willingrott: Die ersten Bewohner sind schon da

Münster-Handorf -

Das Flüchtlingsheim Willingrott ist fertiggestellt und wird derzeit bezogen. Die Nachbarn konnten sich auf Einladung des Sozialamts bereits vor Ort umsehen.

Montag, 17.09.2018, 18:38 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 11.09.2018, 11:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.09.2018, 18:38 Uhr
Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek (r., stehend) moderierte die öffentliche Anwohnerversammlung im Sozialraum der neuen Einrichtung. 50 Menschen können insgesamt im Flüchtlingsheim Willingrott untergebracht werden; vorerst werden es nur 43 sein.
Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek (r., stehend) moderierte die öffentliche Anwohnerversammlung im Sozialraum der neuen Einrichtung. 50 Menschen können insgesamt im Flüchtlingsheim Willingrott untergebracht werden; vorerst werden es nur 43 sein. Foto: Matthias Ahlke

Die ersten 14 Bewohner sind am Montag eingetroffen; bereits am kommenden Donnerstag ist das Haus vorerst belegt. Dann, so berichtet die zuständige Sozialarbeiterin Julia Badde, werden 43 Personen das neue Flüchtlingsheim am Willingrott in Dorbaum bewohnen. 19 Kinder sind dabei – das älteste ist zwölf, zehn sind unter fünf Jahre alt. Die Menschen kommen aus Syrien, dem Iran und dem Irak, aus Aserbeidschan, Georgien, Somalia und Nigeria. Es sind Familien mit Kindern, zwei Paare ohne Kinder, eine alleinreisende Frau mit bald einem Kind. Alleinreisende Männer sind nicht dabei.

Sie finden ein fünfteiliges Reihenhaus vor, das die Wohn- und Stadtbau nach eineinhalbjähriger Bauzeit erst vor wenigen Wochen an die Stadt übergeben hat. Jetzt fand ein Tag der offenen Tür mit anschließender Bürgerversammlung im ersten der fünf Häuser statt. Das Sozialamt als Betreiber hatte dazu eingeladen und war mit Amtsleiterin Dagmar Arnkens-Homann prominent vertreten.

Eine knappe Runde. Die meisten Teilnehmer schienen eher daran interessiert, das Haus selbst in Augenschein zu nehmen. Es ist neu, aber weder besonders groß noch besonders komfortabel. Rustikale Bettgestelle, Metallspinde, ein Sitzplatz pro Person – wie lange werden die neuen Bewohner hier leben? Wenn es nach der Stadt geht: etwa ein Jahr, sagt Thomas Schulze auf’m Hofe vom Sozialamt. Das Ziel sollte sein, dass die Menschen sich danach selbst eine Wohnung suchen.

Tag der offenen Tür im neuen Flüchtlingsheim Willingrott

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  • Das neue Flüchtlinsgheim Willingrott in Handorf-Dorbaum wurde jetzt ans Sozialamt übergeben; die Anwohner konnten die Einrichtung besichtigen. Foto: Matthias Ahlke
  • Das neue Flüchtlinsgheim Willingrott in Handorf-Dorbaum wurde jetzt ans Sozialamt übergeben; die Anwohner konnten die Einrichtung besichtigen. Foto: Matthias Ahlke
  • Das neue Flüchtlinsgheim Willingrott in Handorf-Dorbaum wurde jetzt ans Sozialamt übergeben; die Anwohner konnten die Einrichtung besichtigen. Foto: Matthias Ahlke
  • Das neue Flüchtlinsgheim Willingrott in Handorf-Dorbaum wurde jetzt ans Sozialamt übergeben; die Anwohner konnten die Einrichtung besichtigen. Foto: Matthias Ahlke
  • Das neue Flüchtlinsgheim Willingrott in Handorf-Dorbaum wurde jetzt ans Sozialamt übergeben; die Anwohner konnten die Einrichtung besichtigen. Foto: Matthias Ahlke
  • Das neue Flüchtlinsgheim Willingrott in Handorf-Dorbaum wurde jetzt ans Sozialamt übergeben; die Anwohner konnten die Einrichtung besichtigen. Foto: Matthias Ahlke
  • Das neue Flüchtlinsgheim Willingrott in Handorf-Dorbaum wurde jetzt ans Sozialamt übergeben; die Anwohner konnten die Einrichtung besichtigen. Foto: Matthias Ahlke
  • Das neue Flüchtlinsgheim Willingrott in Handorf-Dorbaum wurde jetzt ans Sozialamt übergeben; die Anwohner konnten die Einrichtung besichtigen. Foto: Matthias Ahlke
  • Das neue Flüchtlinsgheim Willingrott in Handorf-Dorbaum wurde jetzt ans Sozialamt übergeben; die Anwohner konnten die Einrichtung besichtigen. Foto: Matthias Ahlke

Die Umgangssprache? Deutsch, und so lange das noch nicht geht: mit Händen und Füßen. Sprachkurse würden möglichst schnell eingerichtet. Die Kinder müssten ab dem 17. September zur Schule gehen, einige kleine Kinder werden auch die neue Kita gegenüber besuchen – ihre sehr rasche Auffassungsgabe werde die Kommunikation erleichtern. Einige der Neuankömmlinge, die bislang in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Oxford-Kaserne lebten, sprechen auch Englisch.

Und wenn es Probleme gibt? Julia Badde, die mit einer halben Stelle die Einrichtung betreut, ist in den ersten Wochen ständig vor Ort. Ihre Kontaktdaten sind im Bürofenster, dem ersten an der Straße, ausgehängt. Im Zweifelsfall möge niemand zögern, sich dort rasch zu melden, empfiehlt auch Karin Steinbach, die als Sozialarbeiterin der Gemeinde St. Petronilla und der Caritas die Flüchtlingshilfe koordiniert. Sie betont, dass den Flüchtlingen sehr viel an harmonischer Nachbarschaft gelegen sei.

Thomas Schule auf’m Hofe bittet darum, die neuen Bewohner erstmal in Ruhe ankommen zu lassen. In ein paar Wochen könne man dann gemeinsam überlegen, wie sich die Flüchtlingshilfe am Willingrott organisieren lässt.  

Kommentar: Das Beste daraus machen

Jahrelang wurde auf zwischenmenschlicher, politischer und juristischer Ebene gestritten: Das Flüchtlingsheim Willingrott hat eine unerfreuliche Vorgeschichte. Dafür können seine neuen Bewohner nichts; im Interesse einer guten Nachbarschaft in Dorbaum ist zu hoffen, dass der Ärger bald verraucht.Es ist am Willingrott nicht optimal gelaufen. Zur Bürgerversammlung wurden einige der bekannten kritischen Fragen zu Straßenverkehr, Eigentum, Baurecht oder Erschließungsgebühren wiederholt, aber eine Diskussion kam – offenbar auch mangels Vorbereitung – nicht zustande. So überzeugt man keine Skeptiker.Zuversichtlich stimmen die vielen positiven Signale aus der Nachbarschaft, das Beste aus der neuen Situation zu machen. Ein unauffälliger Reihenhausriegel im Wohngebiet ist diesem Engagement zuträglicher als ein Container auf der grünen Wiese. Nicht zu vergessen: Die Flüchtlingshilfe leistet in Münster-Ost seit Jahren gute Arbeit. Das wird auch in Dorbaum funktionieren.

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