Architekt stellt Vereinsheim-Entwurf vor
TSV: Der Gesundheit ein Zuhause geben

Münster-Handorf -

Der TSV leitet sich was – und die Stadt ist bereit, die Hälfte der Kosten zu tragen. Das neue Vereinsheim an der Hobbeltstraße könnte ein gesellschaftlicher Mittelpunkt des Ortes werden.

Mittwoch, 26.09.2018, 11:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.09.2018, 11:00 Uhr
Ansicht des neuen TSV-Vereinsheims von der zentralen „Promenade“ des neuen Sportplatzes aus. Unter dem Glasdach der „Agora“ soll sich nach Ansicht der Mitglieder des TSV-Bauausschusses das gesellschaftliche Leben des Sportvereins abspielen.
Ansicht des neuen TSV-Vereinsheims von der zentralen „Promenade“ des neuen Sportplatzes aus. Unter dem Glasdach der „Agora“ soll sich nach Ansicht der Mitglieder des TSV-Bauausschusses das gesellschaftliche Leben des Sportvereins abspielen. Foto: Jörgen Dreher Architektur

Der Stadtrat hat Handorfs größtem Infrastrukturprojekt der vergangenen Jahrzehnte wie erwartet grünes Licht gegeben: Knapp 10,3 Millionen Euro investiert die Stadt in den Neubau der Sportplätze an der Hobbelt­straße, den Abbruch der alten Plätze zwischen Heriburgstraße und Kirschgarten – und schließlich in ein neues Vereinsheim, das freilich nur zum Teil mit öffentlichem Geld gebaut wird.

Das liegt vor allem daran, dass der TSV Handorf alles eine Nummer größer geplant hat: im Hinblick auf den Bedarf des größten Sportvereins eines wachsenden Stadtteils in den kommenden Jahren. 1,8 Millionen Euro gibt die Stadt für das neue Gebäude, das mitsamt seiner Ausstattung rund doppelt so viel kosten wird. Der Verein wird das Geld frei finanzieren müssen, sieht sich dazu allerdings auch in der Lage. „Das sieht gut aus“, meint der Vereinsvorsitzende Martin Heep: „Es ist machbar, es ist finanzierbar, es wird bezuschusst.“

Die Stadt vergibt ihre Zuschüsse nicht leichtfertig. Architekt Jörgen Dreher, der mit dem Projekt schon seit Jahren beschäftigt ist, hat einen Entwurf vorgelegt, der zwar großzügig ist, hinsichtlich seiner Funktionalität und Größe aber offenbar überzeugt.

Der Komplex ist zweiteilig. Das Gebäude A beherbergt alle Funktionsräume, die zu einem Sportplatz dazugehören: vor allem Umkleideräume, einen Arbeitsraum für den Platzwart, die Trainerkabine und die Toiletten. Dieses Haus wird komplett von der Stadt bezahlt.

Das wesentlich größere Gebäude B ist zweigeschossig. Im Erdgeschoss befindet sich zunächst die Geschäftsstelle mit bis zu vier Arbeitsplätzen und einem Empfangstresen. Außerdem gibt es dort einen Besprechungsraum, in dem etwa zehn bis zwölf Personen Platz finden, sowie ein Archiv. Gleich nebenan entstehen zwei große Räume von jeweils etwa 150 Quadratmetern Grundfläche, die sich mit beweglichen Wänden zu einem großen Multifunktionsraum kombinieren lassen. Die Küche und ein Lagerraum gehören ebenfalls dazu: Gerade hier könnten Großveranstaltungen für bis zu 300 Personen stattfinden. Würde man die Räume trennen, stünde ein immer noch sehr großer Jugend- und Schulungsraum zur Verfügung.

Das Obergeschoss wird vom Bauausschuss des Vereins als „Gesundheitshaus“ bezeichnet: Zu einem Mannschaftsquartier mit Tischen und Stühlen von etwa 70 Quadratmetern Grundfläche kommen zwei Räume von jeweils etwa 200 Quadratmetern. Der eine ist mit großen Spiegeln ausgestattet, hier gibt es Platz für Gymnastik, Ballett oder Zumba; der zweite wird ein Studio für Krafttraining mit entsprechenden Geräten. Es soll um Gesundheit gehen, sagt Jörgen Dreher, eine Muckibude sei ausdrücklich nicht gemeint.

Auf ein Foyer oder große Flure verzichtet das Gebäude. Denn es gibt den großen, mit Glas überdachten Innenhof, der als „Agora“ bezeichnet wird – was Griechisch ist und „Versammlungsplatz“ bedeutet. Hier soll sich das gesellschaftliche Leben des Vereins abspielen, hier gibt es eine Stufenkonstruktion, die als schmale Tribüne für etwa 120 Zuschauer taugt, von hier aus lässt sich auch das südliche Kunstrasenfeld gut übersehen. Die „Agora“ ist auch der Eingangsbereich der neuen Sportanlage.

Dies alles, betont Architekt Dreher, befinde sich noch in der Entwurfsphase, könne aber nun rasch umgesetzt werden. Stadt und Verein hoffen auf einen Baubeginn im Frühjahr 2019, im selben Jahr sollten die Sportplätze fertig sein. Und das Vereinsheim? Jörgen Dreher ist zuversichtlich: „Wenn alles gut läuft: 2020.“

Kommentar

Über zehn Millionen Euro – das ist ein enormer Batzen für einen Sportverein, der bis vor wenigen Jahren in einer alten Kindergartenbaracke hauste und seitdem gewissermaßen ohne festen Wohnsitz in Handorf lebt. Aber es ist gut investiertes Geld: Als größter Sportverein ist der TSV Handorf nicht nur ein Werbeträger des Ortes, sondern zugleich für den sozialen Zusammenhalt von größter Wichtigkeit. Sport ist attraktiv: Mit seinen Angeboten erreicht der Verein auch sehr junge Menschen, kümmert sich um Senioren, leistet viel für Gesundheit und Integration. Dass er dafür über eine attraktive Sportanlage verfügen muss, die auch der wachsenden Einwohnerzahl Rechnung trägt, ist selbstverständlich. Nicht zuletzt hat das schicke neue Vereinsheim das Zeug, ein neuer Mittelpunkt des Ortes zu werden. In Zeiten des Gaststättensterbens ist es gut zu wissen, dass es in Handorf künftig wieder einen Raum mit Platz für ein paar Hundert Gäste gibt. Lukas Speckmann

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