Insider rechnen mit Wiedereröffnung
Haus Münsterland: Ende des Dornröschenschlafs?

Münster-Handorf -

Im Sommer 2017 wurde Haus Münsterland nach der Insolvenz des Betreibers geschlossen. Nun keimt Hoffnung auf, dass der Dornröschenschlaf bald beendet ist. Noch wird verhandelt . . .

Montag, 22.10.2018, 13:50 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 16.10.2018, 07:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 22.10.2018, 13:50 Uhr
Seit Sommer 2017 ruht der Betrieb im Haus Münsterland. Doch es gibt einen potenziellen Käufer, der die Gaststätte wiedereröffnen möchte.
Seit Sommer 2017 ruht der Betrieb im Haus Münsterland. Doch es gibt einen potenziellen Käufer, der die Gaststätte wiedereröffnen möchte. Foto: spe

Haus Münsterland macht derzeit keinen guten Eindruck. Die Außenanlagen sind verwildert, viele Pflanzen vertrocknet, eine Bierflagge flattert zerfetzt im Wind, hier und da macht sich der Schmuddel breit. Es sieht aus, wie eine verlassene Immobilie nach über einem Jahr im Dornröschenschlaf halt aussieht. Andererseits ist das Gebäude weitgehend unversehrt: Eine zu allem entschlossene Putzkolonne müsste den alten Zustand rasch wieder herstellen können.

Das könnte zügiger geschehen als zunächst vermutet: Es mehren sich die Anzeichen, dass eine Wiedereröffnung des Gastronomiebetriebs in greifbare Nähe rückt – in Veranstalterkreisen kursieren bereits Saal-Termine für Januar 2019. Es sei definitiv zu früh, diesen Termin zu bestätigen, sagt Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek ; doch Politik und Verwaltung würden sich derzeit mit Hochdruck für Haus Münsterland einsetzen. Pfarrer Jürgen Streuer, dessen Gemeinde als Grundstückseigentümerin bei den Verhandlungen eine wichtige Rolle spielt, sagt es am deutlichsten: „Wir hoffen alle, dass Haus Münsterland am Anfang des neuen Jahres an den Start gehen kann.“

Demnach gibt es einen Interessenten, der die Absicht hat, Haus Münsterland zu erwerben, um darin einen Saal- und Gastronomiebetrieb einzurichten. Eigentümerin ist derzeit die „Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung e.V.“ (KAS) in Berlin, die das ehemalige Soldatenheim nach der Insolvenz des Betreibers Infa GmbH im vergangenen Jahr zurücknehmen musste. Auch der Insolvenzverwalter hat bei den Verträgen, die derzeit ausgehandelt werden, mitzureden. Die Gemengelage der verschiedenen Interessen sei verzwickt, sagt Martina Klimek: „Wir können uns erst äußern, wenn alles unterschrieben ist.“

Die Stadt Münster unterstützt nach Angaben einer Sprecherin „im Rahmen ihrer finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten“ den Weiterbetrieb des Hauses Münsterland. Im April hatten Vertreter von 22 Handorfer Vereinen und Institutionen Oberbürgermeister Markus Lewe eine Unterschriftenliste zum Erhalt des für Münster-Ost wichtigen Veranstaltungsorts überreicht. Seitdem wurden mögliche Alternativen – etwa ein noch großzügigerer Ausbau des neuen TSV-Vereinsheims an der Hobbelt­straße – zurückgestellt.

Die Zeit drängt: Seit der Schließung des Wersehof-Saals im September fehlt Handorf die zentrale Versammlungsstätte. Dabei beginnt in einigen Wochen die Saison der Vereinsversammlungen, Feiern und Theateraufführungen.

Immerhin gibt es im Ort ein neues Dorfkneipen-Angebot: In der Lindentenne am Hotel „Hof zur Linde“ wurde vor Kurzem nach zweimonatigem Umbau eine „gemütliche Stube“ eröffnet: „Das Otto“ trägt seinen Namen offenbar als Hommage an Seniorchef Otto Löfken; es wird von einem früheren Wersehof-Mitarbeiter geleitet.

Kommentar: Die Richtung stimmt

Sollte Haus Münsterland tatsächlich schon im kommenden Jahr aus dem Dornröschenschlaf erwachen, hätte Handorf so gerade noch die Kurve gekriegt. Anfang 2017 brachen Gastronomiesterben und Ortskernveränderung wie ein heftiges Unwetter über den Stadtteil herein: Mit viel Mühe und Verhandlungsgeschick wurden seitdem die Voraussetzungen geschaffen, die Ortsmitte zu bewahren, einen Lebensmittelmarkt zu halten und ein paar Neueröffnungen in den Blick zu nehmen. Es ist noch nicht alles in trockenen Tüchern. Aber die Richtung stimmt.Ein großer öffentlicher Veranstaltungsraum ist für diesen Erfolg unabdingbar: Es muss in Handorf möglich sein, Vereinsmitglieder zu versammeln, Karneval zu feiern oder politische Sitzungen abzuhalten. Sonst verliert der Ort seine innere Mitte.Haus Münsterland ist dafür gut geeignet. Zugegeben, es ist etwas abgelegen – aber der öffentliche Zuspruch war bis zur Schließung 2017 gut. Die größte Herausforderung für einen künftigen Betreiber dürfte die energetische Sanierung werden. An mangelnder Nachfrage sollte das Projekt jedenfalls nicht scheitern.

...

Lukas Speckmann

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6125480?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F137%2F
Erschließung in Gremmendorf soll bald starten
Ortstermin auf der York-Kaserne: Konvoy-Geschäftsführer Stephan Aumann (l.) und Wohn- und Stadtbau-Geschäftsführer Dr. Christian Jaeger nehmen den Plan in Augenschein.
Nachrichten-Ticker