Stadtverwaltung ändert Verkehrsführung
Dorbaumstraße: Keine Chance für die rechte Spur

Münster -

Handorf ist eng. Seit Kurzem ist es noch etwas enger: Die Stadtverwaltung hat an der Einmündung der Dorbaumstraße die Verkehrsführung verändert.

Dienstag, 23.10.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 23.10.2018, 09:00 Uhr
Der Zebrastreifen verlängert, die Rechtsabbiegespur stillgelegt: Die Stadtverwaltung hat die Einmündung der Dorbaumstraße in die Sudmühlen­straße entschärft.
Der Zebrastreifen verlängert, die Rechtsabbiegespur stillgelegt: Die Stadtverwaltung hat die Einmündung der Dorbaumstraße in die Sudmühlen­straße entschärft. Foto: spe

Die Farbe ist noch frisch, der Unmut auch. Vor Kurzem wurde an der Einmündung der Dorbaumstraße in die Sudmühlenstraße /Ecke Handorfer Straße die Verkehrsführung geändert. Die Fahrspur wurde mit einem zusätzlichen weißen Streifen so verengt, dass nur noch ein einziges Fahrzeug aus der Dorbaumstraße abbiegen kann. Vier rot-weiße Metallpfähle machen ein Ausweichen an dieser Stelle unmöglich. Zugleich wurde der Zebrastreifen verlängert und auf den Fahrradweg ausgedehnt. Ergebnis: mehr Fläche für Fußgänger, mehr Abstand für Radfahrer, weniger Platz für Autos.

Eine politische Diskussion war dieser Maßnahme nicht vorausgegangen. Stadtsprecherin Sigrid Howest berichtet von einer verwaltungsinternen Entscheidung, die im Zusammenspiel von Stadtplanungsamt und Straßenverkehrsbehörde vereinbart worden sei. Ausschlaggebend waren demnach mehrfache Hinweise der Polizei, die den bisherigen Zustand für zu gefährlich hielt.

Die Dorbaumstraße sei grundsätzlich einspurig, betont Howest. Allerdings war an diesem Straßendreieck immer so viel Fläche vorhanden, dass Rechtsabbieger eine zweite Spur bilden und sich vorbeischlängeln konnten – und sei es auf Kosten des Fahrradwegs. Die Metallpfähle versperren damit eine Fahrspur, die es nie gegeben habe – und zwar ausschließlich der Verkehrssicherheit wegen. Im Übrigen sei die Ausfahrt immer noch breit genug, dass auch Busse bequem hindurchkommen.

Ist die Stelle etwa ein Unfallschwerpunkt? Nein, meint Polizei-Sprecher An­dreas Bode. „Es muss nicht erst zu einem Unfall kommen, bevor eine brenzlige Situation entschärft wird.“ An der fraglichen Stelle zwischen Wersehof und Eisdiele seien viele Radfahrer und Fußgänger unterwegs, in der Nähe gebe es eine Kita und zwei Grundschulen, und auch der Schulweg zum Gymnasium St. Mauritz spiele eine Rolle. Zwei zur Ausfahrt bereite Fahrzeuge nebeneinander würden sich gegenseitig die Sicht behindern. Die neue Verkehrsführung werde die Sicherheit deutlich erhöhen.

In den sozialen Netzwerken wird über das Für und Wider der Markierung gestritten. Die Stelle sei immer unauffällig gewesen, heißt es auf der einen Seite – während andere von Unfällen und gefährlichen Situationen berichten. Unstreitig ist: Die improvisierte Rechtsabbiegerspur verbesserte bislang den Verkehrsfluss von Dorbaum in Richtung Sudmühle; wer an dieser Stelle nach links abbiegt, muss wegen des starken Verkehrs auf der Handorfer Straße gegebenenfalls lange warten. Künftig ist mit deutlich mehr Stau auf der Dorbaumstraße zu rechnen.  

Kommentar zur Dorbaumstraße: Bitte nur mit Ansage

Es ist doch nur eine Einmündung . . . Ja, aber was für eine! Am Knotenpunkt von Dorbaumstraße, Sudmühlenstraße und Handorfer Straße bündelt sich der gesamte Durchgangsverkehr des ohnehin überbeanspruchten Handorfer Ortskerns.Solange diese Strecke auch von vielen Lkw als Abkürzung genutzt wird, ist es ein Problem, hier die Straße zu überqueren oder abzubiegen. Der bisherige Zwei-Spur-Zustand war praktisch, denn er hielt den Verkehr einigermaßen im Fluss. Er war aber auch gefährlich; ihn zu ändern, bevor Schlimmes geschieht, ist ein berechtigtes Anliegen. Auch wenn es nun bis zur Eröffnung der neuen Umgehungsstraße vermutlich noch etwas enger wird.Fragt sich nur, ob es klug ist, so etwas intern durchzuziehen, ohne die Politik einzubinden. Der Handorfer Ortskern mit all seinen aktuellen und künftigen Baustellen ist ein so sensibles Feld, dass eine solche Maßnahme öffentlich hätte diskutiert und beschlossen werden sollen. Genau dafür ist eine Bezirksvertretung schließlich da.

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Lukas Speckmann

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