Reihe A-Z Architekten: Stadtbaurat Peter Poelzig
Der Bauherr des Handorfer Flugplatzes

Münster-Handorf. -

Der Architekt Peter Poelzig baute in den 30er-Jahren die meisten Gebäude des Handorfer Flugplatzes. Am 14. November erinnert der BDA an Poelzigs Schaffen.

Montag, 12.11.2018, 08:00 Uhr
Auf Spurensuche in Münster-Handorf: Nur wenige einstige Flugplatz-Bauten von Poelzig haben sich erhalten.
Auf Spurensuche in Münster-Handorf: Nur wenige einstige Flugplatz-Bauten von Poelzig haben sich erhalten. Foto: Stefan Rethfeld

In den 30er-Jahren wurde in Handorf ein Flugplatz aus dem Boden gestampft. Was zunächst wie ein überdimensionierter Zivilflughafen daherkam, war in Wirklichkeit ein gewaltiges militärisches Projekt. Für die meisten Bauwerke, die sich zum Teil heute noch erhalten sind, zeichnete der Architekt Peter Poelzig (1906-1981) verantwortlich. In der Reihe „A-Z Architekten“ stellt der Bund Deutscher Architekten ( BDA ) Münster-Münsterland am Mittwoch (14. November) um 19 Uhr in der Villa ten Hompel die wechselvolle Biografie des Architekten vor.

Als junger Stadtbaurat prägte er Münster im Dritten Reich von 1938 bis 1945. Geboren als Sohn des berühmten Architekten Hans Poelzig (1869-1936) verbrachte er seine Kindheit und Jugend zunächst in Breslau, Dresden und Berlin, heißt es in einer Pressemitteilung des BDA. Kontakte des Vaters führten zu ersten Gestaltaufgaben bei Film und Bühne. Erst später holte er das Abitur nach, um Architektur in Berlin und Stuttgart zu studieren.

Ab 1934 wechselte er von Berlin nach Münster, um als Bauleiter bei der Luftwaffe die Flugplätze Münster-Loddenheide und Handorf auszuführen. Vor allem in Handorf entstand einer der größten Stützpunkte der Luftwaffe. Die Politik des Dritten Reiches verlangte ab 1939 den Ausbau Münsters zur Gauhauptstadt, die Poelzig ab 1938 als städtischer Planungsdezernent mit entwickelte. Auch entstanden unter seiner Leitung Kasernen, Wohnsiedlungen und Hochbunker – und während des Krieges Pläne zum Wiederaufbau.

Nach seiner Entlassung im Juli 1945 wechselte er über Duisburg (dort tätig für die Kupferhütte) nach Berlin, wo er ab 1954 an der Technischen Universität Berlin eine Professur für Krankenhausbau übernahm. Mit seinem Büro realisierte er zahlreiche Sozial- und Siedlungsbauten. Das Büro wurde nach seinem Tod durch seinen Sohn Peter Alexander Poelzig fortgeführt.

Der Poelzig-Abend zum Thema „Berlin, Münster – und zurück: Vom Stadtbaurat im Dritten Reich zum Sozialbauarchitekten“ findet am Mittwoch (14. November) um 19 Uhr in der Villa ten Hompel, Kaiser-Wilhelm-Ring 28, statt. Nach Vorträgen von Stefan Rethfeld zu Leben und Werk des Architekten Peter Poelzig sowie von Dr. Philipp Erdmann zur Rolle Poelzigs als Stadtbaurat in Münster im Dritten Reich schließt sich ein Gespräch mit dem Sohn Peter Alexander Poelzig (Duisburg) an.

Alle Architekturinteressierten sind eingeladen, heißt es weiter. Der Eintritt ist frei.

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