Lötlämpken-Wirt möchte übernehmen
Haus Münsterland vor Neubeginn

Münster-Handorf -

Noch ist nichts unterschrieben. Doch Lötlämpken-Wirt Charly Al-Asmar hofft, in wenigen Wochen Haus Münsterland unter dem Namen „Gasthof Münsterland“ neu eröffnen zu können. Am 17. November findet in den Außenanlagen eine große Aufräumaktion der Handorfer Vereine statt.

Dienstag, 13.11.2018, 08:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 13.11.2018, 08:00 Uhr
Lötlämpken-Wirt Shaher „Charly“ Al-Asmar (r.) steht bereit, um im früheren Haus Münsterland im Frühjahr 2019 einen neuen Gastronomiebetrieb zu eröffnen. Siggi Höing unterstützt seinen Jugendfreund dabei nach Kräften.
Lötlämpken-Wirt Shaher „Charly“ Al-Asmar (r.) steht bereit, um im früheren Haus Münsterland im Frühjahr 2019 einen neuen Gastronomiebetrieb zu eröffnen. Siggi Höing unterstützt seinen Jugendfreund dabei nach Kräften. Foto: spe

Am kommenden Samstag (17. November) werden die Ärmel hochgekrempelt: Gegen 9 Uhr treffen sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer, Mitglieder der Handorfer Vereine und Verbände, um rund um Haus Münsterland klar Schiff zu machen. Das frühere Soldatenheim, das im Sommer 2017 offenbar Hals über Kopf verlassen worden war, soll rasch wieder vorzeigbar gemacht werden, um eine Wiedereröffnung nicht unnötig zu verzögern. „Wichtig ist, dass wir einen schnellen Start hinbekommen“, sagt Shaher Al-Asmar, der in Münster-Ost nur als „ Charly “ bekannt ist. Er ist der Wirt des „Lötlämpkens“ in Mariendorf, und er möchte Haus Münsterland übernehmen. Das ehrgeizige Ziel: im Januar soll es losgehen, Februar wäre auch noch okay.

Zur Wahrheit gehört: Noch ist nichts unterschrieben. Die Verhandlungen zwischen dem Insolvenzverwalter und der „Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS)“ befinden sich „in der Endphase“, sagt Siggi Höing , der seinem Schul- und Jugendfreund Al-Asmar in dieser Sache seit Monaten beratend zur Seite steht. Die KAS sei grundsätzlich bereit, das Gebäude an den Wirt zu verkaufen. Allerdings hat auch die Kirche als Grundstückseigentümerin mitzureden; die Gemeinde ist nach Angaben von Pfarrer Jürgen Streuer auf die Erbpacht dringend angewiesen und müsse daher die Verträge gründlich prüfen. Letztlich aber hätten alle Beteiligten der Aufräumaktion am Wochenende zugestimmt, sagt Siggi Höing zuversichtlich: „Wir rechnen mit Vollzug.“

Die Idee: Aus Haus Münsterland soll der „Gasthof Münsterland“ werden, ein Restaurant mit gutbürgerlicher Küche, Thekenbetrieb, Biergarten und vor allem mit großem Saal, auf den sich die Handorfer Öffentlichkeit besonders freut. Die Stadt, die um die Bedeutung eines solchen Betriebs für den Ort weiß, unterstützt das Vorhaben im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Eine öffentliche Förderung wie seinerzeit für den insolventen Integrationsbetrieb Infa gibt es freilich nicht, weshalb der Wirt genau kalkulieren muss.

Investitionen in Küche, Schankraum und Haustechnik seien unumgänglich, meint Al-Asmar. Insgesamt aber sei das Gebäude in ordentlichem Zustand. Selbst die drei großen Kegelbahnen im Untergeschoss seien im Prinzip einsatzbereit – ihre gründliche Sanierung müsse vorerst jedoch zurückstehen. Im „Gasthof Münsterland“ sollen zehn bis 15 Mitarbeiter beschäftigt werden. Was wird dann aus dem „Lötlämpken“? „Es sind keine gravierenden Änderungen geplant“, sagt der Wirt.

Charly Al-Asmar ist schon seit Langem für Haus Münsterland im Gespräch. Es wäre eine gute Lösung, meint Pfarrer Streuer, der allerdings auch an die Zustimmung der Gemeindegremien und des Bistums erinnert. Teil des Finanzierungskonzepts wäre überdies eine Teilung des Grundstücks: Die Pfarrgemeinde verhandele derzeit mit einem Sozialträger, der neben Haus Münsterland eine soziale Einrichtung plane.

Der neue Gasthof würde nicht darunter leiden: Das Grundstück reiche direkt bis an die Immelmannstraße und sei komplett nutzbar.

Kommentar zu Haus Münsterland: Daumen drücken

Wenn es klappt – es wäre für Handorf eine unverhofft gute Lösung. Mit Charly Al-Asmar tritt ein erfahrener und im Ort bestens eingeführter Gastgeber an. Er könnte mit dem großen Saal der heimatlos gewordenen Handorfer Öffentlichkeit ein neues Zuhause bieten.Einen so großen Gastronomiebetrieb zu eröffnen, bedeutet immer ein handfestes Risiko. Ein neuer „Gasthof Münsterland“ hätte gute Chancen. Er könnte die Lücke schließen, die Deutscher Vater und Wersehof hinterlassen haben; und nach dem Schrecken der vergangenen Monate wissen nun auch die Stadt und die örtlichen Vereine endgültig, welche Bedeutung ein großer Saalbetrieb hat. Dafür ist in Kauf zu nehmen, dass er nicht im Ortskern, sondern am Rande Dorbaums liegt.Alle Beteiligten hoffen auf diese Lösung. Ob sie zustande kommt, hängt noch davon ab, ob sie allen Seiten wirtschaftlich tragfähig erscheint. Ganz Handorf drückt die Daumen.Lukas Speckmann

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