Einweihungsfeier der Zwei-Gruppen-Einrichtung
Kita Willingrott: Großer Platz für kleine Riesen

Münster-Handorf -

Jahrelang wurde über den Neubau am Willingrott gestritten. Nun sind Flüchtlingseinrichtung und Kita in Betrieb, und es scheint Normalität einzukehren. Die Zwei-Gruppen-Kita wurde jetzt feierlich eröffnet.

Dienstag, 04.12.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 15:26 Uhr
Zur Begrüßung spielen die Kinder das Stück vom „kleinen Tannenbaum“.
Zur Begrüßung spielen die Kinder das Stück vom „kleinen Tannenbaum“. Foto: rhp

„Unsere Kitas sollen für die Kinder ein zweites Zuhause sein.“ Das betont Jelena Wahler, die geschäftsführende Gesellschafterin der „Kleine Riesen Nord gGmbH“ aus Esslingen, zur Eröffnung der Kindertagesstätte am Willingrott.

Die Kita hat sich schon bewährt: Sie wurde bereits Anfang September in Betrieb genommen. Doch erst jetzt, nach einer Eingewöhnungsphase, fand die offizielle Einweihung mit rund 80 Gästen statt. Die Kinder und ihre Eltern, das Team um Leiterin Silke Homburg, Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek sowie Vertreter des Trägers und der Stadt feierten die neue Kita, um deren Bau lange gerungen worden war.

Davon war an diesem bunten Nachmittag allerdings kaum die Rede. Die Kinder stellten sich mit Gesang und einer kleinen Aufführung vor, die Eltern bewunderten das schön eingerichtete Haus – und die Offiziellen lobten das pädagogische Konzept des süddeutschen Trägers.

Eröffnung der Kita Willingrott

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  • Viel Freude macht den Kindern und Erzieherinnen das Bewegungslied „Aramtamtam“.

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  • Ein großer heller Eingangsbereich heißt Eltern und Kinder willkommen.

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  • Begrüßung in den verschiedensten Sprachen.

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  • Rund 80 Gäste feierten die Eröffnung der neuen Zwei-Gruppen-Kita „Kleine Riesen“ am Willingrott in Handorf-Dorbaum. Foto: rhp
  • Die Kinder unterschiedlicher Sprache kennen schon den Klassiker „In der Weihnachtsbäckerei“.

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  • Sie freuen sich über die neue Kita in Handorf:( v.l.) Leiterin Silke Homburg, Bezirksbürgermeisterin Marina Klimek, ie Geschäftsführende Gesellschafterin von „Little Giants“, Jelena Wahler, sowie der Vertreter des Jugendamts der Stadt Münster, Klaus Niehues.

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  • Die Mitarbeiterinnen der neuen Kita (v.l.): Leiterin Silke Homburg mit ihren Kolleginnen Silke Wiechers, Lena Florenz, Franziska Gollan, Anja Lange und Ariane Eggert

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Dessen oberstes Ziel: Alle Kinder sollen das gleiche Schulreifeniveau erreichen können. Dazu gehöre selbstverständlich auch die Sprachförderung, denn die Kinder bringen viele verschiedene Sprachen, Religionen und Kulturen mit. Zehn Kinder wohnen in der benachbarten Flüchtlingsunterkunft, deren Entstehung eng mit der Kita verknüpft ist. Die Nachbarschaft ist gut: Manche Eltern haben bei der Einrichtung der Kita tatkräftig geholfen, und das internationale Kuchenbuffet spricht für sich.

Die Leiterin Silke Homburg betont, dass es auf einen guten Kontakt mit den Eltern ankomme; pro Jahr finden mindestens zwei Elterngespräche statt. Außerdem werde die Entwicklung des Kindes dokumentiert, um immer aufmerksam zu bleiben. Für die Betreuung der zurzeit 27 Kinder im Alter von acht Monaten bis zu sechs Jahren stehen sechs, in Kürze sieben pädagogische Mitarbeiterinnen zur Verfügung. In zwei Gruppen werden die Kinder betreut. Die „Glühwürmchen“ sind die ausgebuchte U 2-Gruppe mit Platz für zehn Kinder, die „Glückskäfer“, die Ü 2-Gruppe, ist für 20 Kinder geplant und hat derzeit noch drei freie Plätze.

Das Haus und die Außenanlage sind großzügig bemessen. Im Wohngebiet selbst ist es mit der Eröffnung von Flüchtlingseinrichtung und Kita freilich enger geworden. Die Belastung durch Bring- und Abholfahrten der Eltern sei allerdings nicht so gravierend wie im Vorfeld befürchtet, hieß es. Viele Kinder kämen aus der direkten Nachbarschaft und würden zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Kita gebracht. Klaus Niehues vom Jugendamt versprach, dass man Hinweisen oder Beschwerden nachgehen und gegebenenfalls nach Lösungen suchen werde: „Wir möchten ein gutes nachbarschaftliches Miteinander herbeiführen.“

Die Kita Willingrott ist nach der Kita Hermannschule und einer Kita in Albachten die dritte ihrer Art in Münster; im neuen Jahr kommen Einrichtungen in Angelmodde und Mecklenbeck dazu, berichtet Angela Domke, die für mittlerweile 26 Kitas im Land zuständig ist. Der Träger ist eigentlich auf zweisprachige Kitas spezialisiert und nennt sich deshalb in Baden-Württemberg „Little Giants“ – doch für diese Zweisprachigkeit fehlt in NRW die rechtliche Voraussetzung. Deshalb bleibt es hier bei „kleinen Riesen“.

Kommentar: Auf gute Nachbarschaft!

Angesichts vollendeter Tatsachen fällt mancher Streit in sich zusammen: Gemessen an der Aufgeregtheit der Debatte rund um Planung und Bau von Kita und Flüchtlingsheim ist am Willingrott die Normalität rasch wieder eingekehrt.Beide Einrichtungen sind nun seit drei Monaten in Betrieb, und sie funktionieren unauffällig; was bei dieser Vorgeschichte schon viel heißen will. Der Streit um Erschließungskosten mag im Hintergrund weitergehen – der ruhige Alltag hilft dabei, mögliche Vorbehalte abzubauen und die neue Nachbarschaft zu akzeptieren. Wer dennoch einen Grund zur Klage findet, hat gute Chancen, dass die Stadt sich drum kümmert. Die Verwaltung möchte unbedingt, dass am Willingrott Ruhe einkehrt.Ungelöst bleibt freilich das Problem der Nachverdichtung: Wo früher viel Platz war, ist es nun eng. Die Anwohner freuen sich jedenfalls über jedes Auto, das nicht durch ihre engen Straßen fährt. Wenn die Kita-Eltern daran denken, ist schon viel gewonnen.

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Lukas Speckmann

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