Josef Pferdt arbeitet an neuem Instrument für Handorf
Zionskirche: Der Orgelbauer nimmt Maß

Münster-Handorf -

Die evangelische Kirchengemeinde leistet sich eine neue Orgel und hat schon mehr als die Hälfte des Anschaffungspreises bereits gesammelt. Sogar die Bezirksvertretung Münster-Ost ist großzügig und gibt 5000 Euro.

Montag, 24.12.2018, 08:00 Uhr
Pfarrer Reinhard Witt (l.) und Orgelbauer Josef Pferdt in der Zionskirche. Die 1960 gebaute Kleuker-Orgel im Hintergrund hat ausgedient, sie wird mittlerweile zum Verkauf angeboten.
Pfarrer Reinhard Witt (l.) und Orgelbauer Josef Pferdt in der Zionskirche. Die 1960 gebaute Kleuker-Orgel im Hintergrund hat ausgedient, sie wird mittlerweile zum Verkauf angeboten. Foto: spe

Die Zionskirche am Kirschgarten erhält eine nagelneue Orgel – und wenn das Instrument nur halb so hübsch klingt wie das Schwäbisch seines Erbauers, werden alle Gottesdienstbesucher und Musikfreunde hellauf begeistert sein .  Josef Pferdt aus Isny im Allgäu hat sich schon mehrfach am Kirschgarten umgesehen und den Raum genau vermessen. Er mag die 50er-Jahre-Architektur mit ihrer Kombination aus Glas und Backstein: „In dieser Schlichtheit ist viel Ausdruck.“ Seine neue Orgel soll künftig mitten im Raum stehen, gleich neben der Tür: „Das ist der einzig richtige Standort.“

Vor einiger Zeit führte eine Orgelexkursion der Gemeinde unter Leitung von Pfarrer Reinhard Witt nach Nordhessen, wo die bislang nördlichsten Pferdt-Orgeln zu hören sind. Der Orgelbauer war dabei und erläuterte an Ort und Stelle, wie er sich auch die neue Orgel in Handorf vorstellt: Es wird ein Instrument italienischen Typs mit nur zehn Registern auf zwei Manualen. „Das reicht für Konzert und Gemeindegesang“, meint er. Der italienische Orgelstil, die Spezialität des süddeutschen Orgelbauers, kommt ansonsten im Münsterland so gut wie gar nicht vor. Die Handorfer Orgel wäre ein Unikat – und dürfte Musikfreunde aus der ganzen Stadt begeistern.

Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb sich die Bezirksvertretung Münster-Ost nicht lumpen lässt und die Anschaffung vergleichsweise großzügig unterstützt. Der Förderverein der Gemeinde hatte auch bei der Stadt um einen Zuschuss gebeten.

Im Ältestenrat wurde darüber im Rahmen der jährlichen Zuschussdebatten diskutiert. Üblicherweise geht die BV Ost selten über 1000 Euro Zuschuss für einen Verein hinaus – aber in diesem Fall bestand Einigkeit, dass die neue Orgel als dauerhafte Investition ins Handorfer Kulturleben großzügige Unterstützung verdient: Die Bezirksvertreter einigten sich auf 5000 Euro.

Mit diesem Zuschuss ist das Finanzierungsziel des Fördervereins für 2018 mittlerweile sogar schon übertroffen worden. Die Orgel kostet insgesamt 83 000 Euro. Etwas mehr als die Hälfte, nämlich 43 000 Euro, sind bereits beisammen. Mitgliedsbeiträge, Benefizkonzerte und Spenden stemmen den Löwenanteil. Auch der Erlös zahlreicher Konzerte in der Zionskirche kommt der Orgel zugute.

Das Adventskonzert des Impulsechores Handorf-Gelmer mit Werken von Woodborne, Rutter und Mendelssohn wurden sowohl vom Chor als auch von Solisten unter der Begleitung von Klarinetten und Klavier begeisternd dargeboten. Thema des Abendprogramms war die Sehnsucht nach Frieden. Die zahlreichen Zuhörer spendeten zum Schluss großen Applaus.

Das Adventskonzert des Impulsechores Handorf-Gelmer mit Werken von Woodborne, Rutter und Mendelssohn wurden sowohl vom Chor als auch von Solisten unter der Begleitung von Klarinetten und Klavier begeisternd dargeboten. Thema des Abendprogramms war die Sehnsucht nach Frieden. Die zahlreichen Zuhörer spendeten zum Schluss großen Applaus. Foto: Ursula Forkel

Josef Pferdt ist deshalb unverdrossen an der Arbeit. Die Holzpfeifen für das erste Manual, die Subbass- und Gedackt-Pfeifen, sind längst fertig. „Die Windladen gedeihen prächtig und die Metallpfeifen sind auch schon geliefert worden“, berichtet der Orgelbauer. Bis zum nächsten Sommer ist Pferdt pausenlos mit seinem neuen Instrument beschäftigt, das er zunächst in seiner Werkstatt in Isny zusammenbaut – um es dann in der zweiten Jahreshälfte zu demontieren und in Handorf wieder zusammenzusetzen. Es wird Josef Pferdts nördlichste Orgel und zugleich sein bislang größter Eigenbau werden: „Wenn man eine Ein-Mann-Firma ist, ist jedes Instrument etwas Besonderes.“

Der erste Advent 2019 ist als Einweihungstag gesetzt – denn es ist der 60. Jahrestag der Kirche. „Ein wunderbarer Anlass“, meint Pfarrer Witt.

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