Lebensmittelmarkt Rotthowe zieht um
Getränkemarkt als Ausweichquartier

Münster-Handorf -

Zum 1. März muss Friedhelm Rotthowe den Lebensmittelmarkt an der Dorbaumstraße geräumt haben. Als Übergangslösung bis zur Eröffnung des Neubaus bietet sich der kleine Getränkemarkt am Hugo-Pottebaum-Platz an.

Dienstag, 29.01.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 29.01.2019, 14:34 Uhr
Der Getränkemarkt wird nach dem 9. Februar geschlossen. 14 Tage später sollen hier Lebensmittel verkauft werden.
Der Getränkemarkt wird nach dem 9. Februar geschlossen. 14 Tage später sollen hier Lebensmittel verkauft werden. Foto: spe

Die Verlängerung kam unerwartet: Eigentlich hätte der Edeka-Markt an der Dorbaumstraße schon zum Jahreswechsel schließen sollen. Dann hieß es, das Weihnachtsgeschäft könne er noch mitnehmen. Nun steht fest: Das Ladenlokal muss bis März freigezogen sein, wie Kaufmann Friedhelm Rotthowe bestätigt. Der 23. Februar steht als letzter Verkaufstag im Kalender.

Der Lebensmittelmarkt an der Dorbaumstraße ist noch bis zum 23. Februar geöffnet.

Der Lebensmittelmarkt an der Dorbaumstraße ist noch bis zum 23. Februar geöffnet. Foto: spe

Wie geht es dann weiter? Der Komplex rund um Wersehof und Supermarkt wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Pläne sind in den politischen Gremien längst abgestimmt; dem Vernehmen nach haben nur Formalitäten einen früheren Beginn verzögert. Einstweilen hält sich der Investor mit der Präsentation des Projekts noch zurück.

Fest steht: An der Dorbaumstraße sollen vor allem Wohnungen entstehen – aber auch ein neuer Supermarkt, der mit 1300 Qua­dratmetern Verkaufsfläche deutlich größer wird als der alte mit 800 Quadratmetern. Friedhelm Rotthowe, der mit der Firma Stroetmann als Hauptmieterin bereits einen Anschlussvertrag unterzeichnet hat, rechnet damit, dass er in der zweiten Jahreshälfte 2020 einziehen kann.

Bis dahin, also für etwa anderthalb Jahre, wird es ein Provisorium geben: Der Verkauf wird am Hugo-Potte­baum-Platz fortgesetzt – in dem kleinen Rotthowe-Getränkemarkt.

Das bedeutet dreierlei: Zum einen wird der Getränkeverkauf am Hugo-Potte­baum-Platz bereits am 9. Februar (letzter Verkaufstag) eingestellt, anschließend wird umgebaut. Ferner wird das Sortiment reduziert werden müssen, denn es stehen nur 400 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Und schließlich wird das Ladenlokal durch zwei ständige Verkaufswagen vor der Tür ergänzt, in denen etwa Fleisch, Wurst und Käse angeboten werden. Die dafür erforderliche Technik hätte im Laden selbst nicht gut eingerichtet werden können, sagt Friedhelm Rotthowe. Die Beschicker des benachbarten Wochenmarkts auf dem Hugo-Pottebaum-Platz wurden bereits von der Bezirksverwaltung über diesen Zuwachs informiert.

Die Übergangslösung hat in mehrfacher Hinsicht Charme: Handorfer behält – neben Edeka Nientied an der Ludwig-Wolker-Straße – einen zweiten kleinen Lebensmittelladen im Ortskern, der Kaufmann bleibt seiner Stammkundschaft verbunden, und er findet Gelegenheit, seine Mitarbeiter zu beschäftigen: „Ich entlasse ja keinen. Erstens, weil sie gut sind, aber auch, weil ich sie in anderthalb Jahren brauche.“ Zur Not finde sich übergangsweise ein Arbeitsplatz in einer anderen Filiale.  

Vor zwei Jahren schlug die Nachricht, dass der Wersehof-Komplex verkauft und zugunsten großzügiger Wohnbebauung abgerissen werden soll, wie eine Bombe ein. Der Verlust der traditionellen Dorfkneipe und des größten Nahversorgers im Ortskern hätten Handorf dramatisch verändert.Die Schließung des Wersehofs war nicht aufzuhalten – doch für den Bestand des Lebensmittelmarktes setzten sich Politik, Verwaltung und örtliche Akteure mit ungeahnter Leidenschaft ein. Mit Erfolg: Künftig wird an der Dorbaumstraße die anderthalbfache Verkaufsfläche zur Verfügung stehen. Ein Pluspunkt für den Ort.Dass der Verkauf bis dahin weitergehen kann, ist ein Glücksfall. Ein kleiner Laden und zwei Verkaufsstände am Hugo-Potte­baum-Platz: Das dürfte auch für den Wochenmarkt eher eine Bereicherung als eine bedrohliche Konkurrenz bedeuten. Das Parkplatzproblem ist freilich nicht gelöst – weder jetzt noch in Zukunft. Es wird auch in den kommenden Jahren eines der drängendsten Probleme des Ortskerns bleiben.Lukas Speckmann

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