Traditionslokal „Nobis Krug“
Die Küche bleibt vorerst kalt

Münster-Handorf -

Heidi Seemann möchte sich künftig wieder ganz ihrer Kunst widmen, darum zieht sie sich aus dem Gastronomiebetrieb „Nobis Krug“ zurück. Inhaberin Elke Probst, die im selben Gebäude das Café Nobis betreibt, verhandelt bereits mit Interessenten für das Restaurant.

Dienstag, 29.01.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 29.01.2019, 20:16 Uhr
Zweieinhalb Jahre lang führte Heidi Seemann das Traditionslokal „Nobis Krug“ an Warendorfer Straße und Werse. Jetzt entschied sie sich für ihre Kunst und verlässt den Betrieb. Inhaberin Elke Probst führt das Café Nobis weiter und verhandelt mit Interessenten für das Restaurant.
Zweieinhalb Jahre lang führte Heidi Seemann das Traditionslokal „Nobis Krug“ an der Warendorfer Straße. Jetzt entschied sie sich für ihre Kunst – und verlässt den Betrieb. Inhaberin Elke Probst führt das Café Nobis weiter und verhandelt mit Interessenten für das Restaurant. Foto: Matthias Ahlke

Elke Probst bedauert, dass Heidi Seemann ihren Gastronomiebetrieb „Nobis Krug, Sepia 5.12“ an der Warendorfer Straße aufgegeben hat. Zweieinhalb Jahre präsentierte Seemann den Gästen in dem traditionsreichen Lokal frische Ideen aus Küche und Kunst. Jetzt zog die 58-Jährige die Reißleine: Beides, die Gastronomie und die Arbeit als Künstlerin, seien ihr zu viel geworden, sagt sie. „Ich habe mich für die Kunst entschieden.“

Für das Lokal Nobis Krug spricht Elke Probst bereits mit neuen Interessenten. Sie ist seit sieben Jahren die Eigentümerin der Immobilie und betreibt in dem selben Gebäude im Untergeschoss auch künftig ihr Nobis Café, das jeweils samstags und sonntags öffnet.

Heidi Seemann übernahm seinerzeit im Erdgeschoss das Gasthaus Nobis Krug von Rocco Rinaudo. Der langjährige Wirt vom Tannenhof war damals mit seinem italienischen Restaurant in den Nobis Krug eingezogen, weil der Tannenhof an der Mondstraße abgerissen wurde. Später zog Rinaudo in den ehemaligen Hubertushof an der Warendorfer Straße um.

Gebäude unter Denkmalschutz

Nachdem sich die damaligen Inhaber und Eigentümer Ulla und Heinz Schütte in den Ruhestand verabschiedet hatten, wurde im Traditionshaus aus dem Jahre 1925 also zunächst italienisch gekocht.

Das Ehepaar Schütte verkaufte die Immobilie schließlich an Elke Probst, die das Gebäude vorsichtshalber bei der Stadt unter Denkmalschutz stellen ließ. „Es wäre zu schade, wenn dieses Lokal verändert würde“, sagt sie. Mehr als ein Jahrhundert ist es her, dass der Großvater von Ulla Schütte den Nobis Krug erwarb.

An einen Abriss, – so ein durch Handorf kursierendes Gerücht – ,sei nicht zu denken, betonte die Café- und Hotelbetreiberin schon bei der Übernahme. Die Gebäude des Nobis Krugs sind nach Angaben von Elke Probst zwischen 1880 und 1925 errichtet worden.

Gaumenfreuden und Kunst

Heidi Seemann, die sich selbst als Lebenskünstlerin bezeichnet, probierte in ihrem Lokal viel Neues aus. „Ich hatte das Gefühl, den Nobis Krug aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu haben.“ Zweieinhalb Jahre lang feilte die 58-Jährige an ihrem Konzept, um Gaumenfreuden und Kunst unter einem Dach zu vereinen. Und weil sie den Farbton Sepia liebt, hatte sie den Namen ihrer Gastronomie um „Sepia 5.12“ erweitert.

Mit fünf Mitarbeitern bewältigte Heidi Seemann die Gastronomie an einem Ort, den die gebürtige Münchenerin, die seit dem Jahr 2009 in Münster lebt, als „magisch“ bezeichnet. Eine Speisekarte gab es bei ihr nicht, „Hauptsache, es schmeckt“, lautete ihre Devise.

Auch Café-Betreiberin Elke Probst weiß um die Besonderheiten ihrer Immobilie an der Werse, um den uralten Namen und den Biergarten mit Blick über die Felder.

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