Informationsveranstaltung zum geplanten Neubaugebiet
Kirschgarten: Die Nachbarschaft darf mitreden

Münster-Handorf -

In den kommenden Jahren entsteht mitten in Handorf ein neues Wohngebiet mit rund 300 Wohneinheiten. Das Stadtplanungsamt lädt die Anwohner nun zu einer ersten Informationsveranstaltung ein.

Dienstag, 05.02.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 19:52 Uhr
Sobald der TSV Handorf und das Bürgerbad umgezogen sind, kann die knapp sieben Hektar große Fläche zwischen Kirschgarten und Hobbeltstraße mit Wohnhäusern bebaut werden.
Sobald der TSV Handorf und das Bürgerbad umgezogen sind, kann die knapp sieben Hektar große Fläche zwischen Kirschgarten und Hobbeltstraße mit Wohnhäusern bebaut werden. Foto: Stadt Münster/Katasteramt

55 Wohneinheiten pro Hektar: Das ist die Bebauungsdichte, die die Stadt für neue Baugebieten in ihren Außenstadtteilen vorsieht. Der „Bebauungsplan Nr. 562 Handorf – Hobbeltstraße / Kirschgarten / Heriburgstraße“ umfasst ein Gebiet von 6,64 Hektar – rein rechnerisch geht es also um etwas mehr als 365 Wohneinheiten, die hier in den kommenden Jahren in einer Mischung aus Mehrfamilien- und Einfamilienhäusern entstehen sollen.

„Noch ist nichts in Stein gemeißelt“, sagt Stadt-Sprecherin Sigrid Howest . Die Stadtverwaltung stehe noch am Anfang der Planung. Die Herausforderungen: Das künftige Baugebiet ist an drei Seiten von geschlossener kleinteiliger Bebauung umgeben, an die es sich stimmig anfügen muss. Es soll den angespannten Wohnungsmarkt in der Stadt entlasten, auch von öffentlich gefördertem Wohnraum und einem dauerhaften Flüchtlingsheim ist seit Jahren die Rede. Und schließlich soll es auch ein Quartier von ganz eigenem Reiz und beträchtlicher Lebensqualität werden.

Noch ist der größte Teil der fraglichen Fläche vom TSV Handorf und seinen Sportanlagen belegt. Doch der Neubau der Sportstätten östlich der Hobbeltstraße ist seit ein paar Monaten beschlossene Sache, die Verantwortlichen hoffen auf einen Umzug im kommenden Jahr. Dann muss auch das Bürgerbad umziehen – und danach wird der Rückbau am Kirschgarten noch einige Zeit in Anspruch nehmen, weil vielleicht kieselrothaltige Kupferschlacke zu entfernen ist. In absehbarer Zeit dürfte die Fläche jedoch geräumt sein.

Zu einer ersten Informationsveranstaltung lädt die Stadtverwaltung darum am Dienstag (5. Februar) um 18 Uhr in die Matthias-Claudius-Schule ein. Das Stadtplanungsamt will gemeinsam mit einem externen Planungsbüro ein städtebauliches Konzept erarbeiten und deshalb nach eigenen Angaben bei den Nachbarn „Anregungen für den weiteren Planungsprozess“ sammeln. In der von Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek moderierten Veranstaltung werden die mögliche Entwicklung des Wohnquartiers und das Bauleitplanverfahren vorgestellt.

Ein Gewinner des neuen Baugebiets steht übrigens schon fest: der Juffernbach. Der wird, weil es die Wasserrahmenrichtlinie so will, komplett aus seinen unterirdischen Rohren befreit und auf einer Breite von 15 Metern rechts und links des Gewässers als Wasserfläche ausgebaut, auch mit Rücksicht auf den Hochwasserschutz. Der vorhandene alte Baumbestand soll so weit als möglich erhalten bleiben. Ein Artenschutzgut-achten für Vögel und Fledermäuse ist in jedem Fall erforderlich.  

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Die Informationsversammlung beginnt am Dienstag (5. Februar) um 18 Uhr in der Matthias-Claudius-Schule Handorf, Drostestraße 7.

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Kommentar: Chance nicht versäumen

Die Stadtverwaltung nimmt sich Zeit. Über das neue Wohngebiet im Herzen Handorfs wird nun schon seit so vielen Jahren verhandelt: Da ist es nur konsequent, wenn auch die konkrete Planung mit einem sehr frühzeitigen Austausch mit der Nachbarschaft beginnt. Anwohner sollten sich die Chance nicht entgehen lassen – und kräftig mitreden.Denn das neue Quartier wird Handorf verändern, auch wenn es sich nahtlos in seine Umgebung einfügen sollte. Es wird mehr Verkehr geben, mehr Nachfrage nach öffentlichen Einrichtungen, mehr Bewegung im Ort. Dann müssen auch genug Kitaplätze und Schulklassen, Parkplätze und Bushaltestellen, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sein.Was nicht passieren darf: Dass die Großstadt Münster ihren Wohnraumbedarf kurzerhand in einem Stadtteil deckt, der genug mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat. Handorf selbst muss von diesem Wachstum profitieren. Das setzt sorgfältige Planung voraus.

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Lukas Speckmann

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