Raphael Castelli übernimmt den Vorsitz
Handorfer Heimatfreunde stellen sich neu auf

Münster-Handorf -

Raphael Castelli ist neuer Vorsitzender des Heimatvereins Handorf. Einstimmig wurde der 49-Jährige von der Mitgliederversammlung gewählt. Er kündigte an, den Verein neu aufzustellen.

Dienstag, 05.03.2019, 08:00 Uhr
Nach der Wahl stellt sich der erweiterte Vorstand des Heimatvereins zum Foto vor dem Heimathaus am Kirschgarten auf (v.l.): Heiner Schulze-Roetering, Prof. Dr. Max Hundeiker, Horst Schmidt, Sarah Voß, Uschi Nientiedt, Marion Bußmann, Ute Wenzel, Beate Gemüth, Sven Gansweidt, Jasmin Consten, Raphael Castelli, Petra Bloß, Peter Rottstock, Alex Schulze und der frühere Vorsitzende Manfred Märtens.
Nach der Wahl stellt sich der erweiterte Vorstand des Heimatvereins zum Foto vor dem Heimathaus am Kirschgarten auf (v.l.): Heiner Schulze-Roetering, Prof. Dr. Max Hundeiker, Horst Schmidt, Sarah Voß, Uschi Nientiedt, Marion Bußmann, Ute Wenzel, Beate Gemüth, Sven Gansweidt, Jasmin Consten, Raphael Castelli, Petra Bloß, Peter Rottstock, Alex Schulze und der frühere Vorsitzende Manfred Märtens. Foto: Heimatverein Handorf

Der Heimatverein Handorf hat die Weichen für die Zukunft gestellt: Mit der Wahl eines neuen Vorstands haben sich die Mitglieder bei ihrer Jahresversammlung für einen Generations- und Richtungswechsel entschieden: Einstimmig wurde der frühere zweite Schriftführer Raphael Castelli zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 48-jährige Mitarbeiter der Stadtverwaltung löst Manfred Märtens ab, der nach drei Jahren im Amt nicht wieder angetreten war.

Er wolle „nach vorn preschen“, sagt Raphael Castelli freimütig: „Wir müssen uns neu aufstellen, das ist klar.“ Der Verein sei in die Jahre gekommen, jüngere Mitglieder wurden lange Zeit kaum noch aufgenommen: „Das lassen wir in Handorf hoffentlich hinter uns: Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger ins Heimathaus holen.“ Die ältere Generation zehre noch vom Umzug des Vereins und dem Aufbau des schönen Hauses am Kirschgarten – aber diese Verbundenheit sei Jüngeren kaum noch zu vermitteln. Künftig wolle man mit neuen, ständig wiederkehrenden Veranstaltungen ein Handorfer Wir-Gefühl pflegen: „Wir müssen dafür sorgen, dass jemand, der hier wohnt, Mitglied im Heimatverein ist.“

Was ist zu tun? Zunächst einmal viel Vorarbeit: Die Internetpräsenz sei bereits modernisiert worden, nun stehen die Überarbeitung der Satzung und der Aufbau eines Netzwerks an, außerdem werden Ideen für neue Aktivitäten gesammelt: „Das können wir nicht alles dieses Jahr machen“, meint Castelli. Man sei durch die Vorstandsmitglieder allerdings im Ort gut vernetzt.

Der Vorstand: Das sind nicht zuletzt Castelli und der zweite Vorsitzende Peter Rottstock. Die erste Kassenwartin Beate Gemüth und die erste Schriftführerin Uschi Nientiedt wurden bestätigt und freuten sich über die Wahl von Sven Gansweidt und Alex Schulze als Vertreter in ihren Ämtern. Die Kontinuität bleibt durch mehrere Beisitzer gewahrt: Ute Wenzel, Prof. Dr. Max Hundeiker, Horst Schmidt und Heiner Schulze-Roetering gehören dem Vorstand weiterhin an. Marion Bußmann, Sarah Voß, Petra Bloß und Jasmin Consten sind als neue Beisitzer dazugekommen. Manfred Märtens würdigte die scheidenden Vorstandsmitglieder und bedankte sich für die vertrauensvolle langjährige Zusammenarbeit: Alfons Laukötter, Jürgen Landahl, Willi Sickmann und Werner Schneller hatten sich nicht einer Wiederwahl gestellt, bleiben aber dem Verein weiterhin verbunden.

600 Mitglieder von vier bis 98 Jahren – das ist eine stattliche Zahl. Ein weiteres Plus sei das Heimathaus samt seiner attraktiven Außenanlage, das künftig eine stärkere Rolle im öffentlichen Leben Handorfs spielen könnte. Dass die Mitgliederversammlung überhaupt am Kirschgarten stattfand, war eine Premiere – der Raum hat diese Feuertaufe offenbar bestanden.

Gemütlich eng wird es vermutlich auch bei der nächsten öffentlichen Veranstaltung: Willy Schaefers spricht am 20. März um 19 Uhr über die Handorfer Geschichte – und wird dabei besonders die Gastronomie des Ortes erwähnen.  

 

Kommentar zum Heimatverein: Viel Arbeit vor der Brust

Viele münsterische Traditionsvereine dürften vor Neid erblassen: Dem Handorfer Heimatverein ist mit seinem Neustart etwas gelungen, wozu es andernorts vielleicht an Mut, mit Sicherheit aber an Möglichkeiten fehlt. Es zeigt, dass der Verein auch bislang schon imstande war, jüngere Mitglieder mit frischen Ideen an sich zu binden – sonst hätte sich dieser Kurswechsel gar nicht vollziehen lassen.Der neue Vorstand hat viel Arbeit vor der Brust. Der Heimatverein soll künftig ein für alle Generationen attraktiver Ort werden, an dem Handorfs Fäden zusammenlaufen. Das heißt: Er muss im öffentlichen Leben Flagge zeigen, aktiver werden und vielfältiger kommunizieren – ohne dabei bewährte Traditionen außer Acht zu lassen oder sein älteres Stammpublikum zu vernachlässigen. Dabei wird es sicher auch mal knirschen.Aber die Chance ist groß. Auch weil das Heimathaus ein so attraktiver Stützpunkt ist, dessen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft sind.Lukas Speckmann

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