Verbindung zur Mathilde-Anneke-Gesamtschule
Der Schulbus fährt zu früh zurück

Münster-Handorf -

Immer mehr Handorfer Schulkinder besuchen die Mathilde-Anneke-Gesamtschule. Doch die Busverbindung ist nicht optimal. Eine Elterninitiative möchte das ändern.

Dienstag, 02.04.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 16:42 Uhr
Die Mathilde-Anneke-Gesamtschule soll eine direkte Schulbusverbindung nach Handorf bekommen: Oberbürgermeister Markus Lewe nimmt eine Liste mit 350 Unterschriften entgegen, die ihm von (v.l.) Michel Wenzel, Emil Kimmina und Florentine Consten überreicht wird.  
Die Mathilde-Anneke-Gesamtschule soll eine direkte Schulbusverbindung nach Handorf bekommen: Oberbürgermeister Markus Lewe nimmt eine Liste mit 350 Unterschriften entgegen, die ihm von (v.l.) Michel Wenzel, Emil Kimmina und Florentine Consten überreicht wird.   Foto: spe

Es ist nicht ganz leicht, von Handorf aus die Mathilde-Anneke-Schule zu erreichen. Morgens setzen die Stadtwerke einen direkten Schulbus ein, der kurz nach 7 Uhr am Hornbach startet und pünktlich zum Schulbeginn die Mathilde-Anneke-Gesamtschule, die Fürstin-von Gallitzin-Realschule, das Anne-Frank-Berufskolleg und das Hans-Böckler-Berufskolleg rings um die Manfred-von-Richthofen-Straße ansteuert. Dieser Bus fährt natürlich auch wieder nach Handorf zurück; allerdings schon um 13.25 Uhr. Das reicht für die Rückfahrt nach einem klassischen Sechs-Stunden-Schultag – für Gesamtschüler, die bis 15 oder gar 15.45 Uhr die Schulbank drücken, ist es viel zu früh.

Am Mittwoch erhielt Markus Lewe Besuch einer Delegation aus Handorf. Der Oberbürgermeister nahm eine Liste mit 350 Unterschriften entgegen – Unterstützung für einen Bürgerantrag Handorfer Eltern, die bereits zum zweiten Mal auf diesem Weg eine direkte Schulbusverbindung fordern.

Alexandra Wenzel hat auch diesen zweiten Antrag auf den Weg gebracht – nachdem ihr erster Versuch vor etwa einem Jahr keinen Erfolg hatte. Was hat sich seitdem geändert? „Die Schülerzahl“, sagt Alexandra Wenzel. Derzeit besuchen 77 Schulkinder aus Handorf die neue Gesamtschule in Münsters Osten – eine Zahl, die eigentlich erst im kommenden Schuljahr erwartet wurde. Da die Mathilde-Anneke-Schule sechszügig werden soll, könnten sich die Handorfer Schülerzahlen in den kommenden zwei Jahren noch verdoppeln.

Was ist denn die Alternative zum Schulbus? Die Busse der Linien 2 und 10, die über die Warendorfer Straße nach Handorf fahren. Die nächstgelegenen Haltestellen sind von der Schule etwas mehr als einen Kilometer entfernt – eine aus Sicht des Gesetzgebers zumutbare Entfernung, wie Holger Rottstock vom Schulamt sagt. Die Stadt sei nicht in der Pflicht, eine bessere Schulbusverbindung anzubieten, wenn die Schule grundsätzlich mit dem Linienbus erreichbar ist. Alexandra Wenzel hält dem entgegen: Die Linienbusse seien nachmittags nach Schulschluss oft überfüllt, so dass sich Busgäste beschweren: „Einige Busfahrer bitten die Kinder auch, auf den nächsten Bus zu warten, weil der Bus zu voll ist.“

Stadtwerke-Sprecher Florian Adler mag das nach Durchsicht der Fahrgastzahlen für den Monat März nicht bestätigen: „Eine regelmäßige Überfüllung können wir nicht feststellen.“ Allerdings räumt auch Adler ein, dass der tägliche Schulbus zu einem für die Gesamtschule sehr ungünstigen Zeitpunkt nach Handorf zurückfährt: „Wir können uns vorstellen, das auf den Schulschluss der Gesamtschule abzustellen.“ Man werde das zum Beginn des neuen Schuljahrs prüfen.

Oberbürgermeister Markus Lewe gab schon mal eine vorsichtig positive Prognose ab: „Aus gesundem Menschverstand muss da eigentlich was geschehen.“

Kommentar zum Schulbus: Angebot prüfen

Gesamtschulen sind schwer angesagt – und für Eltern und Schüler aus Handorf ist die Mathilde-Anneke-Schule im Mauritzviertel eine naheliegende Wahl, auch wenn der Schulweg umständlich ist. Der Fußweg zu den Linienbus-Haltestellen an der Warendorfer Straße wäre an sich nicht unzumutbar. Es ist aber einfach ärgerlich, wenn es doch einen direkten Schulbus gibt – der nur zu den falschen Zeiten fährt.Eine Schulbus-Rückfahrt um 13.25 Uhr passt zur klassischen Halbtagsschule des 20. Jahrhunderts. Zu einer modernen Gesamtschule des 21. Jahrhunderts passt sie nicht. Stadt und Stadtwerke müssen sich also die Frage stellen, ob dieses Angebot noch zeitgemäß ist.Die benachbarte Realschule läuft aus, die Gesamtschule wächst – und viele Schüler der Berufskollegs sind ohnehin auf eigene Faust unterwegs: Der Verdacht liegt nahe, dass die Gesamtschule den größten Bedarf an pünktlichen Fahrzeiten hat. Das hat zumindest eine sehr sorgfältige Prüfung verdient.

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Lukas Speckmann

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