„Ein Amt für alle Fälle“
kfd-Theater: Amtsschimmel wiehern so schön

Münster-Handorf -

Die Zwangspause ist beendet, die kfd St. Petronilla spielt wieder Theater. Eine Woche vor der offiziellen Eröffnung von „Dat Handorf Huus“ wurde jetzt „Ein Amt für alle Fälle“ gezeigt.

Dienstag, 09.04.2019, 08:00 Uhr
Gefeierte Verwaltungslaufbahn: Die 25-köpfige Theatergruppe der kfd-St.-Petronilla stellt sich dem Schlussapplaus.
Gefeierte Verwaltungslaufbahn: Die 25-köpfige Theatergruppe der kfd-St.-Petronilla stellt sich dem Schlussapplaus. Foto: Regina Holzinger-Püschel

„Wir sind wieder hier!“ Mit diesen Worten und unter herzlichem Applaus begrüßte Ulla Scheja das Publikum des Theaterstücks „Ein Amt für alle Fälle“, das die kfd St. Petronilla Handorf in sechs Veranstaltungen darbot.

„Wir sind wieder hier!“ – die Freude war groß, nach einer Zwangspause von zwei Jahren wieder eine passende Bühne zur Verfügung zu haben. Der Saal von Haus Münsterland wurde frisch gestrichen und bühnentauglich eingerichtet – aber ganz fertig ist der Umbau noch nicht. Auch die kfd-Theatertruppe war vorerst noch auf eine Ausnahmegenehmigung der Stadt angewiesen. Immerhin: Die Ampeln stehen auf Grün. Am kommenden Freitag (12. April) soll „Dat Handorf Huus“ mit einer Party ab 18 Uhr endgültig eröffnet werden.

Ein Bürgerantrag der kfd, unterstützt von vielen Handorfer Vereinen, hatte der Stadt deutlich gemacht, wie wichtig ein Saalbetrieb für Handorf ist. Lötlämpken-Wirt Charly Al-Asmar bekam für seinen ambitionierten Umbau deshalb viel Unterstützung von allen Seiten. Dafür bedankte sich Ulla Scheja ganz ausdrücklich. Ihr Dank galt auch allen Mitwirkenden vor und hinter der Bühne. Der große Saal musste erst mal gemeistert werden.

Ein „Amt für alle Fälle“ bot einen witzigen Querschnitt alltäglicher Erfahrungen und Ereignisse in den Ämtern einer kommunalen Verwaltung. Ob im Büro des Amtsleiters, im Standes- Finanz-, Gesundheits- oder Arbeitsamt – alle Szenen erzählten pralle Geschichten mitten aus dem Leben.

kfd-Theater im „Handorfer Huus“

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  • „Ein Amt für alle Fälle“: Jürgen Streuer als Steuersünder, Christa Bessmann als Finanzbeamtin

    Foto: Regina Holzinger-Püschel
  • „Ein Amt für alle Fälle“: Renate Taphorn als Putzfrau und Szenenwechslerin

    Foto: Regina Holzinger-Püschel
  • „Ein Amt für alle Fälle“: Ulla Scheja als wohlhabende „Frau Porsche“, Beate Taphorn als eifriger Amtsleiter

    Foto: Regina Holzinger-Püschel
  • Im „Handorfer Huus“ steht wieder ein Theatersaal zur Verfügung.

    Foto: Regina Holzinger-Püschel
  • „Ein Amt für alle Fälle“: Souffleuse Gudrun Siuda passt auf, dass der Text sitzt.

    Foto: Regina Holzinger-Püschel
  • „Wir sind wieder hier“: Ulla Scheja eröffnet die Bühne im „Handorfer Huus“

    Foto: Regina Holzinger-Püschel
  • "Dat Handorfer Huus", das frühere Haus Münsterland, kurz vor der Wiedereröffnung

    Foto: spe

Eingeführt wurden die Gäste durch den Titel-Song „Wir sind das Amt“ der ganzen Theatergruppe. 25 Mitwirkende im Alter von 16 bis 77 Jahren sind dabei – unter ihnen Pfarrer Jürgen Streuer. In zwei kurzweiligen Stunden wurden die verschiedenen Ämter aufs Korn genommen.

Der Wechsel in eine neue Amtsstube nach jeder Szene wurde jeweils durch das Auftreten der Putzfrau (Renate Taphorn) markiert. Die „Tante vom Ata-Geschwader“ mühte sich redlich ab („Ich putze und putze!“), fand den Sekt-Vorrat des Amtsleiters hinter Aktenordnern und gab immer wieder kleine Lebensweisheiten zum Besten: „Jugendliche räumen ihre Zimmer erst auf, wenn das WLAN nicht mehr durchkommt!“ Die Marotte, immer mehr englische Wörter in unsere Sprache einfließen zu lassen, spielte eine Rolle in der Szene beim Arbeitsamt. Der Einsatz von Sprachcomputern bei Hotlines wurde moniert; und eine Dame der älteren Generation (Conny Herweg) klärte auf dem Weg zum Umweltamt eine Jugendliche (Iryna Shostak) darüber auf, dass man Plastiktüten wiederverwenden kann . . .

Besonders aufmerksam wurde eine Szene im Planungsamt verfolgt, die Handorfer Lokalkolorit enthielt. Für Frau Porsche (Ulla Scheja) stellte der Bereichsleiter (Beate Taphorn) sogar Champagner auf den Tisch – wer weiß, vielleicht investiert sie ja in Handorf. Möglichkeiten gäbe es genug: Fehlende Parkplätze, kaum Platz für Veranstaltungen, Neugestaltung des Ortskerns . . . Doch als Frau Porsche den Prospekt „Schöner Wohnen in Handorf“ bekam, verließ sie doch lieber den Raum. Der Stadtplaner ist frustriert: „Wahrscheinlich geht die Million jetzt doch nach Wolbeck!“

Der Erlös der sechs Theatervorstellungen geht jedenfalls nicht nach Wolbeck – sondern an das Hospiz Lebenshaus.

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