Stadt will Festsaal regelmäßig mieten
„Dat Handorfer Huus“ ist auf Kurs

Münster-Handorf -

Auch wenn der Kaufvertrag noch nicht unterschrieben ist: Handorf setzt auf „Dat Handorfer Huus“ und seinen Gastwirt „Charly“ Al-Asmar. Die Stadt will den Festsaal künftig regelmäßig mieten – und damit dem für den Ort so wichtigen Gastronomiebetrieb unter die Arme greifen.

Dienstag, 16.04.2019, 08:00 Uhr
„Dat Handorfer Huus“ ist eröffnet (v.r.) Gastwirt Shaher Al-Asmar und seine Lebensgefährtin Petra Schnell begrüßen zur Feierstunde Pfarrer Jürgen Streuer, Oberbürgermeister Markus Lewe und nicht zuletzt Siggi Höing, der im Hintergrund viele Fäden gezogen hat.
„Dat Handorfer Huus“ ist eröffnet (v.r.) Gastwirt Shaher Al-Asmar und seine Lebensgefährtin Petra Schnell begrüßen zur Feierstunde Pfarrer Jürgen Streuer, Oberbürgermeister Markus Lewe und nicht zuletzt Siggi Höing, der im Hintergrund viele Fäden gezogen hat. Foto: spe

Geschafft, „Dat Handorfer Huus“ ist auf Kurs. Nach einer kleinen Einweihungsfeier mit Markus Lewe als Ehrengast nahm das Gasthaus samt Festsaal am Wochenende seinen Betrieb auf. Allein zur Eröffnungsparty kamen 400 bis 500 Gäste, berichtet Gastwirt Shaher „Charly“ Al-Asmar; die Stimmung war festlich ausgelassen, sogar auf der kühlen Terrasse wurden die Plätze knapp. Handorf freut sich offenbar, dass „eine Traditionsgastronomie gerettet“ wurde, wie Organisator Siggi Höing in seiner kurzen Ansprache betonte.

Eine Kleinigkeit fehlt noch – immer noch: die Unterschrift unter dem Kaufvertrag. Wegen Detailfragen sei der Termin beim Notar immer wieder verschoben worden, heißt es. Auch wenn sich alle Beteiligten mittlerweile darüber einig sind, dass nicht mehr viel passieren kann: Shaher Al-Asmar ist offiziell noch nicht der Eigentümer des Hauses.

Shaher Al-Asmar begrüßt seine Gäste.

Shaher Al-Asmar begrüßt seine Gäste. Foto: spe

Und so lange lässt auch ein Vertragswerk mit der Stadt Münster noch auf sich warten, dessen wesentlicher Inhalt gleichwohl bereits bekanntgegeben wurde: Die Stadt wird den Saal im „Handorfer Huus“ regelmäßig mieten – und dann entweder selbst nutzen oder ihn Handorfer Vereinen für einzelne Veranstaltungen auf Antrag unentgeltlich überlassen.

Die Vereinbarung sei noch nicht endgültig unter Dach und Fach, berichtet Karin Groh, die Leiterin der Bezirksverwaltung Münster-Ost, auf Anfrage unserer Zeitung. Doch der Verwaltungsvorstand – die wöchentliche Runde des Stadtdirektors und der Dezernenten beim Oberbürgermeister – hätte sich grundsätzlich darauf verständigt, Mietzeiten im „Handorfer Huus“ einzukaufen. So sollen hier künftig fast alle Sitzungen der Bezirksvertretung Münster-Ost, aber auch öffentliche Bürgerinformationen stattfinden. Das Amt für Immobilienmanagement erstelle derzeit den Vertragsentwurf. Nach Angaben von Shaher Al-Asmar ist vorgesehen, jeden Mittwoch und Donnerstag für die Stadt zu reservieren.

Der Haupteingang des Restaurants liegt künftig auf der Gartenseite.

Der Haupteingang des Restaurants liegt künftig auf der Gartenseite. Foto: spe

„Ich wünsche mir, dass Sie hier ein Stück Zuhause finden“, sagte Markus Lewe zur Eröffnung. Im Rathaus sei in den vergangenen Jahren durchaus bemerkt worden, wie sehr Handorf um den Verlust seiner Traditionsgastronomie trauere. Nun aber erlebe der Ort eine Aufbruchstimmung: Feuerwache, TSV, Bürgerbad und jetzt das Comeback des früheren Hauses Münsterland: „Handorf ist ganz schön hochgetunt worden.“

„Wir brauchen dieses Haus“, betonte Pfarrer Jürgen Streuer – dessen Gemeinde als Grundstückeigentümerin an den Verhandlungen beteiligt war. Es sei nicht leicht gewesen, die Gemengelage ist nach wie vor verzwickt. Umso mehr Dank gebühre Siggi Höing, der seit einem Jahr für das Projekt mit Vehemenz gekämpft habe. Und nicht zuletzt dem Gastwirt „Charly“, der sich im September endgültig für das anspruchsvolle Projekt entschieden habe – und der seitdem, mit tatkräftiger Unterstützung der Handorfer Vereine, auch ohne Vertrag in Vorleistung getreten sei: „Danke, dass Du den Mut hast, das für uns zu tun!“

Kommentar zum „Handorfer Huus“: Es muss einfach gutgehen

Der Oberbürgermeister kommt zur Eröffnung, der städtische Verwaltungsvorstand will das „Handorfer ­Huus“ künftig unterstützen – das sind deutliche Signale: Das Projekt darf im Interesse des Ortes einfach nicht scheitern. Einen zweiten Fall „Haus Münsterland“ kann sich Handorf nicht leisten.Das vorgestellte Mietmodell erinnert ans Bürgerbad – das ebenfalls von der Stadt gemietet und dadurch finanziert wird. Nur dass sich ein Verein leichter unterstützen lässt als ein privater Gastronomiebetrieb; auch wenn dessen Bedeutung für das öffentliche Leben unbestritten ist. Diese Vereinbarung braucht Fingerspitzengefühl.Die Idee, den Saal zumindest an zwei Tagen in der Woche grundsätzlich für öffentliche Veranstaltungen zu reservieren, hat unbestritten Charme. Es ist ein Schub für Handorf in Zeiten des Umbruchs – und verdiente Anerkennung für einen Gastwirt, der sich was traut.

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Lukas Speckmann

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