Konstruktive Anmerkungen eines Niederdeutschen
„Dat Handorfer Huus“ oder „Dat Handuorpske Huus“?

„Haus Münsterland“ – der Name hat dem früheren Soldatenheim kein Glück gebracht. Dann war mal „Gasthaus Münsterland“ im Gespräch; schon besser. Und jetzt heißt es „Dat Handorfer Huus“, das ist plattdeutsch. Oder?

Samstag, 04.05.2019, 10:00 Uhr
 
  Foto: spe

Es ist erstaunlich, wie schnell sich ein neuer Name durchsetzt. „Haus Münsterland“ ist vergessen, es lebe „Dat Handorfer Huus“. Mit und ohne „Dat“ – Hauptsache Platt.

Platt? Einer, der sich damit auskennt, hat seine Zweifel: Hannes Demming , der renommierte Autor der niederdeutschen „Hüöwelspäöne“-Kolumne. „Dat Handorfer Huus“ sei streng genommen nicht korrekt, erklärt er. „Dat ­Huus“ ist okay, auch die Schreibweise mit zwei u geht in Ordnung, sonst würde es wie „Huss“ ausgesprochen. Aber „Handorfer“ ist natürlich glattpoliertes Hochdeutsch . . .

Was wäre denn reinrassiges Platt? „Dat Handuorpske Huus“, meint Hannes Demming. „Ich würde das ,han­duorpske’ klein schreiben, es ist ja ein Adjektiv.“

Aber ist das nicht etwas schwer auszusprechen? Gar nicht: „Handuorp“ genau wie man’s schreibt, und das „ske“ mit leichtem Zischen, ähnlich wie „schke“, aber nicht ganz so viel. „Die Unterlippe ein bisschen hochziehen“, rät der Experte.

Ließe sich dieser Name hochdeutschen Gästen überhaupt vermitteln? „Es wäre kein Kisuaheli“, meint Hannes Demming munter. Aber natürlich muss ein Gasthausname möglichst viele Menschen ansprechen, deshalb ist auch ein leichtes Hoch-Platt-Gemisch zulässig. Schließlich scheint diese kleine Prise Platt beim Handorfer Publikum anzukommen: „Ich finde das gut!“

Wer mag, kann ja ruhig „Dat handuorpske Huus“ sagen. Fällt bestimmt nicht weiter auf . . .  -spe-

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