Bürgerantrag für einen Reit-Rundweg
Reiter fordern den Lückenschluss

Münster-Handorf -

Reiten ist in Handorf schwer angesagt – aber das attraktivste Gelände gehört ausgerechnet der Bundeswehr. Wenn man wenigstens drum herum reiten könnte! Aber auch das geht nicht . . .

Dienstag, 23.04.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 29.04.2019, 18:51 Uhr
Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek und Michael Kösters (Münsterland e.V.) eröffneten bereits 2012 ein neues Teilstück des Münsterland-Reitwegs an der Kötterstraße.
Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek und Michael Kösters (Münsterland e.V.) eröffneten bereits 2012 ein neues Teilstück des Münsterland-Reitwegs an der Kötterstraße. Foto: spe

An der Lützowstraße ist Schluss. Wer als Reiter hier ankommt – etwa gegenüber dem Recyclinghof – und den Anschluss an den Reitweg am „Handorfer Huus“ sucht, hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder illegal querfeldein; aber das Gelände gehört der Bundeswehr , und die ist seit einiger Zeit recht empfindlich, was Zivilisten auf ihrem Grund und Boden betrifft. Oder stattdessen hinein mit Ross und Reiter in den aktiven Straßenverkehr auf der Lützowstraße; nicht verboten, aber gefährlich für alle Beteiligten.

Die „Initiative Lückenschluss Reitroute“ möchte das ändern. Die Gruppe besteht vorerst aus Jutta Plötz , Nicole Coudray und Manfred Thoers – drei Reitbegeisterten aus Münster, die ihre Pferde auf Handorfer Höfen untergebracht haben. Aber andere Reiterinnen und Reiter haben genau dasselbe Problem: Gerade rund um die Kötterstraße gibt es viele Pferdehöfe, und sie liegen gewissermaßen an einer Sackgasse. Darum findet die Initiative sicher viel Unterstützung für ihren Bürgerantrag nach Paragraf 24 der Gemeindeordnung. Jutta Plötz bringt ihn auf den Punkt: „Wir beantragen, die Lücke auf dem Reitroutenteilstück Münster-Ost bei Handorf zu schließen, um damit einen Rundweg zu ermöglichen.“

Sackgasse Lützowstraße: Die Reiter wünschen sich, wenigstens ein paar Hundert Meter sicher nach Norden reiten zu können, um Anschluss an den Rundweg zu bekommen.

Sackgasse Lützowstraße: Die Reiter wünschen sich, wenigstens ein paar Hundert Meter sicher nach Norden reiten zu können, um Anschluss an den Rundweg zu bekommen.

Im ganzen Münsterland und auch in einigen Stadtteilen gebe es Rundreitwege für jeden Geschmack und jede Kondition – doch ausgerechnet in Handorf lande man in einer Sackgasse. Dabei ist die Lücke keineswegs bedeutend. Es geht um einen knappen Kilometer entlang der Lützowstraße – und schon gäbe es einen attraktiven Rundweg um den Standortübungsplatz mit Blick auf die Emsauen. Und der Übungsplatz selbst? „Das wäre unsere Traumlösung“, räumt Jutta Plötz ein. Lange Zeit habe die Bundeswehr das Reiten außerhalb der Übungszeiten zwar nicht gerade gestattet, aber doch geduldet. Seit einiger Zeit jedoch wehe ein anderer Wind, „plötzlich waren diese Zäune da“. Auch wenn es nie Probleme gab: Inzwischen gebe es keine Möglichkeit mehr, hindurchzureiten.

Der Antrag wurde an Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek gerichtet und nach Angaben der Initiative mit einer Liste von 300 Unterschriften untermauert. In ihrer Sitzung am 2. Mai könnte die Bezirksvertretung Münster-Ost darüber beraten.

Mit einigem Wohlwollen ist sicher zu rechnen – aber was genau könnte die Stadt tun? Eine Menge, meint Jutta Plötz. Zum Beispiel könnte entlang der Kleingärten ein Reitstreifen eingerichtet werden – das wäre die einfachste und kostengünstigste Variante. Oder: Wenn die TSV-Anlagen umziehen und ohnehin neue Radwege gebaut werden, könnten man doch gleich an kombinierte Rad- und Reitwege denken. Dann müsste allerdings eine Straßenquerung eingerichtet werden. Oder: Man könnte doch noch mal mit der Bundeswehr reden. Zumindest die Außenwege ließen sich doch zu den üblichen Zeiten auch für Reiter öffnen. Und wenn wir schon beim Wünschen sind: Warum nicht gleich insgesamt über eine Freigabe für Reiter reden?

„Wir wären schon froh, wenn ein gesicherter Reitweg da wäre“, meint Jutta Plötz.

Kommentar: Mut zum Lückenschluss

Handorf steckt in einer Sackgasse – zumindest geografisch. Die Hauptzufahrt ist im Süden. Im Westen bremsen die Bahnschranken den Verkehr, und im Norden und Osten sitzt die Bundeswehr. Die Nachbarorte Vadrup und Westbevern sind nur auf Schleich- oder Umwegen zu erreichen.Eine unbefriedigende Situation. Erst recht für Reiter, die doch eigentlich überall durchkommen sollten. Der Reittourismus wird ein immer bedeutenderer Wirtschaftszweig, an der Kötterstraße sind mehrere Pferdehöfe ansässig – und gerade hier sollte der Weg am Recyclinghof enden? Ein zusätzlicher Reitweg neben der Straße ist sicher kein unbescheidener Vorschlag.Das eigentliche Problem wird die Bezirksvertretung nicht lösen können: Den Konflikt um eine mögliche Freizeitnutzung der Truppenübungsplätze – denn hier scheint es der Bundeswehr ums Prinzip zu gehen. Das sollte die Stadt nicht davon abhalten, das Thema immer wieder bei der Truppe zur Sprache zu bringen.Lukas Speckmann

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