Gelmers Ortschronist
Rudolf Thomas: Ein Heimatfreund führt die Regie

Münster-Gelmer -

In Gelmer ist er der „Mann mit der Kamera“: Rudolf Thomas. Seit 17 Jahren begleitet er das Leben im Ort und stellt aus den Bildern eine Filmchronik zusammen.

Dienstag, 20.08.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 26.08.2019, 18:26 Uhr
Rudolf Thomas hat sein Filmstudio eingerichtet, den Umgang mit der Technik hat er sich selbst beigebracht. Derzeit entsteht das Filmmaterial für die 2019er-Chronik; dabei wird der Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals sicher eine Rolle spielen.
Rudolf Thomas hat sein Filmstudio eingerichtet, den Umgang mit der Technik hat er sich selbst beigebracht. Derzeit entsteht das Filmmaterial für die 2019er-Chronik; dabei wird der Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals sicher eine Rolle spielen. Foto: klm

Wenn in Gelmer gefeiert wird, ist er dabei. Wenn ernste Anlässe die Gelmeraner bewegen, auch. Und er ist ständig mit der Kamera unterwegs, um Eindrücke vom Leben im Stadtteil einzuholen: Rudolf Thomas dreht das ganze Jahr über Filme von großen und kleineren Ereignissen im Ort. Einmal jährlich zeigt der 77-Jährige seine Zusammenfassung öffentlich in der Mehrzweckhalle – die Resonanz ist jedes Mal groß.

Rudolf Thomas ist der Ortschronist von Gelmer. Der 77-jährige gebürtige Osnabrücker, der 1950 nach Münster und 1973 nach Gelmer kam, hat die Entwicklung bereits seit 2002 im Blick: „Als die Heimatgruppe vor 17 Jahren gegründet wurde, bin ich angesprochen worden, ob ich mal einen Film machen möchte.“ Er schmunzelt. „Dann war ich in der Nummer drin und kam nicht mehr raus . . .“ 17 Filmdokumente liegen inzwischen vor.

Die mehrtägigen Feste der Schützenbruderschaft St. Josef hat Rudolf mit der Kamera begleitet, ebenso Osterfeuer und Spargelfeste und außergewöhnliche Ereignisse:

Rudolf Thomas ist stets mit der Kamera dabei

Rudolf Thomas ist stets mit der Kamera dabei Foto: klm

„Beeindruckend war die Beerdigung eines Hells-Angels-Rockers 2018“, berichtet Thomas. „600 Leute aus dem Club kamen auf ihren Motorrädern nach Gelmer.“ Bei all dem gehe es immer um dasselbe Thema: Heimat. Dafür wolle er immer „etwas Neues finden“.

Nach der Aufnahme heißt es: Szenen auswählen und schneiden, Bildtexte an prägnanten Stellen einfügen und zum Mikrofon greifen: „Ich habe mir gedacht, solch ein Film muss kommentiert werden – mal ein Witz, mal etwas zu Hintergrund und Geschichte, etwas zum Nachdenken, etwas zum Schmunzeln“.

Das Filmstudio ist bei Rudolf Thomas zu Hause. Mit Acht-Millimeter-Filmen habe er angefangen, dann folgte VHS, erzählt der Chronist. Den Umgang mit digitaler Technik habe er sich schließlich selbst beigebracht. Zuletzt kam gar eine Flugdrohne für Videoaufnahmen aus der Vogelperspektive zum Einsatz, die ein Bekannter stellte.

„Gelmer ist eine Gartenstadt“, meint der frühere Bank-Mitarbeiter. Natur­bilder sind deshalb ein bevorzugtes Genre: von der aufgehenden Sonne zwischen Rieselfeldern und Dortmund-Ems-Kanal bis zu den Schönheiten von Ems und Werse auf der anderen Seite. Das erfordert viel Einsatz: Um etwa den Gänseflug über den Rieselfeldern aufzunehmen, muss Rudolf Thomas sehr früh aufstehen. Das macht er gerne. Denn: „Die wahren Schätze Münsters liegen vor den Toren der Stadt. Zum Beispiel hier bei uns.“

Derzeit entsteht das Material für die 2019er-Chronik. Premiere ist traditionell anlässlich der Jahresversammlung der Heimatgruppe im Januar in der Mehrzweckhalle an der Westerheide.

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