Versammlung im „Handorfer Huus“
B 51: Bürgerinitiative in Handorf gegründet

Münster-Handorf -

Es hat Jahre gedauert, bis die Handorfer Öffentlichkeit das Thema wahrgenommen hat: Die B 51 (Warendorfer Straße) soll zwischen Umgehungsstraße und Telgte vierspurig ausgebaut werden. Dagegen hat sich jetzt eine Bürgerinitiative gegründet.

Montag, 09.09.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 19:14 Uhr
Meinolf Sellerberg (l.) moderierte die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative „B 51 Handorf“ im „Handorfer Huus“.
Meinolf Sellerberg (l.) moderierte die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative „B 51 Handorf“ im „Handorfer Huus“. Foto: Andreas Hasenkamp

Auch in Handorf gibt es jetzt eine Bürgerinitiative gegen den vierspurigen Ausbau der B 51. So beschlossen es etwa 50 Bürgerinnen und Bürger im „Handorfer Hus“. „Viele Nachfragen und einiges Erschrecken über die Dimensionen dieses Projekts“ habe es bei der Informationsveranstaltung mit Straßen-NRW im vergangenen Juli gegeben, erläuterte Meinolf Sellerberg , Moderator der zügig verlaufenen Gründungsversammlung.

Der Bau sei unnötig, nur bedingt wirksam, ziehe weiteren Verkehr an und bedeute Flächenfraß auf 40 Metern Breite – so einige der Thesen. „So eine Quasi-Autobahn macht eine Landschaft richtig kaputt“, sagte Sellerberg. Er und andere fokussierten die Ursachen des Rückstaus in Höhe Handorf. Der lasse sich anders reduzieren – mit Ampelsteuerung, Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene und durch ein verbessertes Bus-Angebot.

Blaupausen für Organisation und Aktionen gibt es genug: Andernorts existieren umtriebige Bürgerinitiativen mit gleichem Ziel schon länger – in Telgte und in Warendorf gleich zwei, und sie sind gut vernetzt. Für die Bürgerinitiative „B 51 Telgte e. V.“ sprach in Handorf deren Vorsitzende Dr. Maria Odenthal-Schnittler, für die „Interessengemeinschaft Warendorf-Süd e.V.“ (IWS) Thomas Lins. Die Vierspurigkeit und die Planung überhaupt ende in Telgte, so Odenthal-Schnittler, das „Nadelöhr“ sei so nur um einige Kilometer verschoben. Die Emsstadt werde noch stärker geteilt und an Attraktivität verlieren, meinte sie.

Überparteilichkeit für die Bürgerinitiative wünschte sich Sellerberg – der allerdings auch Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksvertretung Münster-Ost ist. Allerdings sprachen sich auch Irmgard Hilgensloh, Vorsitzende des Landschaftsbeirats, sowie Heinrich Möllers, Landwirt und Mitglied des Vorstands der Ortsunion Handorf, für die Anliegen der neuen Bürgerinitiative aus. Der Ausschuss für Umwelt und Naturschutz der Stadt Münster sei am B 51-Verfahren nicht beteiligt, kritisierte Hilgensloh, die diesem Ausschuss als beratendes Mitglied angehört. „Und darum müssen wir uns verteidigen.“

Ansprechpartner für die neue Bürgerinitiative sind Andrea Veltel, Meinolf Sellerberg und Angelika Uekötter. Eine weitere Versammlung ist laut Sellerberg in vier bis sechs Wochen geplant. Rechtsform und Satzung seien noch offen. Freiwillige würden für eine Verkehrszählung im September oder Oktober gesucht.

Daniela Kaminski stellte das Mitmach-Projekt der Baumgalerie „Mein Freund – der Baum“ vor – eine erste Aktion an der B 51, die am 22. September durchgeführt wird.

B 51: CDU veröffentlicht eigene Stellungnahme

„Grundsätzlich steht die CDU Handorf den Ausbauplänen positiv gegenüber, fordert die Verantwortlichen jedoch nachdrücklich auf, zusätzlichen Verkehr im Ortskern von Handorf zu vermeiden .“ So heißt es in einer jetzt veröffentlichten Stellungnahme der Ortsunion zum Ausbau der B 51.Eine leistungsfähige Verkehrsverbindung zwischen Münster und Ostwestfalen sei erstrebenswert, doch die aktuelle Planung sei nicht alternativlos, heißt es weiter – es müsse ein Ausgleich mit Interessen der Anwohner und des Umweltschutzes gesucht werden. Vor allem der vierspurige Ausbau sei „nicht in Gänze nachvollziehbar“. Ein Brückenbauwerk an der Kreuzung mit Handorfer Straße und Altem Mühlenweg lehnt die CDU ab und besteht weiterhin auf einer Ampelkreuzung.Weitere Forderungen: Die ausgebaute Fahrbahn müsse auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden können und die Lützowkaserne müsse eine direkte Zufahrt zur B 51 behalten. Die Schließung oder Reduzierung einiger Bahnübergänge wird begrüßt, der Ausbau des Busverkehrs nach Telgte gefordert. Handorf benötige dringend ein ganzheitliches Verkehrskonzept und einen Stadtteilrahmenplan, heißt es.

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