Erste Versammlung des neuen Vereins
„TeaoterFrönde Gelmer“: Gute Freunde spielen Theater

Münster-Gelmer -

Jahrzehntelang war die Theatergruppe Gelmer ein Ableger des Männergesangvereins, der späteren CTG Constantia. Doch zum Jahreswechsel trennten sich Mimen und Sänger: Die Theatergruppe tritt jetzt als Verein unter neuem Namen an.

Freitag, 20.09.2019, 08:00 Uhr
Im Oktober beginnen die Leseproben: Die „TeaoterFrönde Gelmer e.V.“ freuen sich schon auf die neue Spielzeit.
Im Oktober beginnen die Leseproben: Die „TeaoterFrönde Gelmer e.V.“ freuen sich schon auf die neue Spielzeit. Foto: TeaoterFrönde Gelmer

Die Pause ist beendet, die neue Spielzeit beginnt: Nach einem Jahr ohne Premiere in der Mehrzweckhalle steht Gelmers Theaterensemble vor einem vielversprechenden Neuanfang. Am kommenden Sonntag (22. September) findet die erste Jahreshauptversammlung des neuen Vereins statt, der sich im vergangenen Frühjahr gefunden hat. Die Truppe besteht aus lauter Theaterfreunden, und so heißt sie auch – auf gut Plattdeutsch: „TeaoterFrönde Gelmer e.V.“

Matthias Brinkmann ist der Vorsitzende. „Zu Ehren meines Vaters Franz Brinkmann , der durch viele Jahre Regiearbeit dem plattdeutschen Theater in Gelmer seinen Stempel aufgesetzt hat, habe ich gerne die Wahl angenommen“, sagt er. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Stephan Raubart gewählt. Resi Greve (Schriftführerin) und Markus Raubart (Kassierer) sowie Koordinatorin Dunja Brinkmann vervollständigen den Vorstand.

Der Neugründung ging eine Abnabelung voraus. Jahrzehntelang gehörte die Theatergruppe zum MGV Constantia von 1881: „Die Spieler waren ursprünglich allesamt Sänger“, berichtet Matthias Brinkmann. Doch im Lauf der Zeit hätten sich Gelmers Theater- und Musikfreunde schlicht auseinandergelebt: „Von den Aktiven war keiner mehr im MGV.“ Die Neugründung zum Jahreswechsel sei ein „sauberer Schnitt“ gewesen, die Vereine seien „friedlich auseinandergegangen“.

„TeaoterFrönde“ fangen nicht bei Null an. Die Mitglieder gehörten bereits zur Constantia-Theatergruppe, und sie verweisen nicht ohne Stolz auf ihre Tradition: Seit 1991 habe man jedes Jahr in der Mehrzweckhalle gespielt und ein Publikum aus der ganzen Region begeistert. So soll es auch am Sonntag nach Aschermittwoch 2020 sein, wenn sich der Vorhang zur neuen Produktion in der Mehrzweckhalle hebt.

Anfang Oktober beginnen die Leseproben für das neue Stück. Es stammt von der versierten bayrischen Autorin Regina Harlander, heißt auf Hochdeutsch „Hoch soll er leben“, hat drei Akte und zwölf Darsteller. Eine norddeutsche Fassung „Hoch schall he leven!“ wird noch ins Westfälische übersetzt (Arbeitstitel: „Haug sall he liäwen). Regie führen Annette Burbank und Adelheid Schäfer.

Kommentar zu Gelmers Theater: Aushängeschild des Ortes

Manchmal muss eine Tradition beendet werden, um eine Tradition neu zu beleben. Dass Gelmers Theatergruppe sich von der Constantia wegen unterschiedlicher Interessen gelöst hat, ist letztlich nachvollziehbar. Die Verbindung aus Chor und Niederdeutscher Bühne leuchtete schließlich nicht auf Anhieb ein.Dass es zum Abschied doch ein wenig Trennungsschmerz gab, zeigt schon die ungewöhnliche Unterbrechung des Spielbetriebs, die erste seit über 25 Jahren. Das benachbarte Handorfer kfd-Theater hatte 2018 mangels Spielstätte pausieren müssen – die Gelmeraner hingegen, die sich über ihre Mehrzweckhalle gar nicht genug freuen können, mussten 2019 aussetzen, um sich völlig neu zu sortieren. Wenn das gelungen ist, hat sich die Pause unbedingt gelohnt.Beide, Chor und Theater, sind wichtig für Gelmer. Sie sind Aushängeschilder des Ortes und stiften Zusammenhalt. Dafür haben sie jede Unterstützung verdient – unabhängig von ihrer Organisationsform.

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Lukas Speckmann

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