Vierspuriger Ausbau der B 51
Straßen-NRW: „Handorf versinkt nicht im Chaos“

Münster-Handorf -

Die Straßen-NRW-Regionalniederlassung Münsterland erstellt derzeit die sogenannte Entwurfsplanung für die Strecke auf dem Stadtgebiet Münster. Derzeit suche man das Gespräch mit Landwirten und der Bundeswehr, heißt es.

Dienstag, 01.10.2019, 12:00 Uhr
 
  Foto: Andreas Hasenkamp

Die Gegner des geplanten vierspurigen Ausbaus der B 51 haben Stellung bezogen: In Handorf wurde, wie berichtet, eine Bürgerinitiative gegründet, die das Projekt zu verhindern sucht. Auf der anderen Seite bemüht sich der Landesbetrieb Straßen-NRW um möglichst viel Zustimmung: In den vergangenen Wochen seien die Fragen und Anregungen aus den öffentlichen Veranstaltungen in Handorf und Telgte sowie aus zahlreichen Mails ausgewertet worden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Derzeit stehen weitere Gespräche an, wie Sandra Beermann von Straßen-NRW berichtet. Die Landwirte aus Handorf und Telgte hätten sich bereits abgestimmt: „Nach der Maisernte“ sei die Bildung eines Arbeitskreises geplant, in dem die besonders strittigen Themen Kraftfahrstraße und Ausgleichsmaßnahmen besprochen werden sollen. Das größte Problem: Eine als Kraftfahrstraße ausgewiesene B 51 wäre für Landwirte mit ihren Fahrzeugen ein unpassierbares Hindernis. Die Landwirte scheinen derzeit ein „holländisches Modell“ zu bevorzugen – also eine parallel zur B 51 verlaufende Fahrspur, die auch von landwirtschaftlichen Maschinen befahren werden könnte. Die Planer hingegen scheinen eher über ein Ersatz­wegenetz nachzudenken.

Auch die Bundeswehr dürfte ein Interesse daran haben, dass die Lützowstraße einen direkten Zugang zur B 51 erhält – was die jetzige Planung allerdings nicht vorsieht. Gespräche zwischen Planern und Bundeswehr finden derzeit statt, heißt es: „Die Anbindung der Kaserne ist ein wesentlicher Punkt für die Planung“, betont Sandra Beermann. Es wäre denkbar, die Kaserne nordöstlich über die Lauheider Straße anzubinden.

Die Bedenken aus dem Ort, die Verkehrsbelastung werde zunehmen, könne man nicht teilen: „Handorf versinkt nach Ausbau der B 51 nicht im Verkehrschaos“, heißt es. Straßen-NRW verweist auf die Ausführungen des Verkehrsgutachters Dr. Hartmut Ziegler aus Aachen. Sein Gutachten zeige, dass auf der Handorfer Straße zwischen Hobbelt­straße und B 51 der Verkehr zwar von derzeit 11 000 auf 12 000 Fahrzeuge pro Tag zunehmen würde, wenn der Anschluss Lützowstraße entfalle. Andererseits werde sich der Durchgangsverkehr durch die Fertigstellung der neuen Umgehungsstraße B 481 deutlich verringern. Man rechne mit 25 Prozent weniger Fahrzeugen über 7,5 Tonnen.

„Mit einer leistungsfähigen B 51 erledigt sich das tägliche Umfahren der Bundesstraße, die ständig überbeanspruchten Schleichwege werden deutlich entlastet“, meint Sandra Beermann.  

Kommentar zur B51-Planung: Große Herausforderungen

Man kann die Planer kaum beneiden: Ein so unpopuläres Projekt wie den vierspurigen Ausbau der B 51zwischen Handorf und Telgte vermitteln zu müssen, ist sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig. Deshalb darf nicht vergessen werden: Der Ausbau geht auf einen Beschluss des Bundestages zurück, Straßen-NRW ist nur für die Ausführung zuständig.Natürlich argumentieren Straßenbauer im Sinn des Straßenbaus: Eine vierspurige B 51 sei nicht das Problem, sondern Teil der Lösung, so lautet ihre Botschaft. Die ausgebaute Straße sei leistungsfähiger, der Verkehr fließe zügiger an Handorf vorbei und könne deshalb auf Schleichwege verzichten. Zwar werde durch den Ausbau zur Kraftfahrstraße manche lokale Verbindung abgeklemmt, aber man könne über die Details reden.Wie viel Spielraum die Ausführenden jedoch tatsächlich haben, sei dahingestellt. Alle Interessengruppen tun jedenfalls gut daran, Gesprächsangebote anzunehmen und hartnäckig am Ball zu bleiben. Eine autobahnähnliche Straße mit nur wenigen Zufahrten wird Handorf und das ländliche Umfeld vor große Herausforderungen stellen. Das wissen die Handorfer am besten.

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Lukas Speckmann

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