Stadt plant neues Stadtteilentwicklungskonzept
Wo drückt der Schuh in Münsters Osten?

Münster-Ost -

Das Stadtplanungsamt startet jetzt mit der Erarbeitung eines Stadtteilentwicklungskonzeptes für Handorf, Gelmer, Sudmühle und Mariendorf. Es soll einen Rahmen für künftige Planungen in den Ortsteilen bilden diese im Zusammenhang darstellen.

Dienstag, 15.10.2019, 07:00 Uhr
Die Stadt möchte Handorf, Gelmer, Mariendorf und Sudmühle gemeinsam in den Blick nehmen.
Die Stadt möchte Handorf, Gelmer, Mariendorf und Sudmühle gemeinsam in den Blick nehmen.

Nur elf Jahre nach dem Abschluss eines Stadtteilrahmenplans für Handorf nimmt die Stadt eine Neuauflage in Angriff. Wie Maria Dirking vom Stadtplanungsamt mitteilt, soll noch in diesem Jahr eine öffentliche Auftaktveranstaltung stattfinden. Die Stadt hoffe auf rege Beteiligung der Bürgerschaft: „Wir möchten alle Akteure an einen Tisch bringen – und die Leute ermuntern, sich Gedanken zu machen“, sagt Dirking.

Es gehe um eine „umfassende, integrierte Planung für den gesamten Stadtteil“; das heißt nicht zuletzt um Verkehr, soziale Infrastruktur wie Schulen, Kitas, Sportanlagen – aber auch um den Einzelhandel und Gestaltungsfragen. „In Handorf ist sicher die Ortsmitte ein bedeutendes Thema“, meint Maria Dirking, „es gab dazu schon Anregungen“. Doch das neue Stadtteilentwicklungskonzept sei keinesfalls auf Handorf beschränkt: Auch in Gelmer, Sudmühle und Mariendorf ständen Veränderungen an, die wegen der engen Verflechtungen mit Handorf ebenfalls in den Blick genommen werden sollen.

Doch vor allem Handorf habe sich in den letzten elf Jahren so massiv verändert, dass ein neues Konzept unumgänglich geworden sei. Anlass der Planung sei nun vor allem die Entwicklung zweier neuer Baugebiete am Kirschgarten und im Bereich nördlich der Kötterstraße; die Stadt rechnet mit rund 500 neuen Wohneinheiten. Aber auch rund um Neu- und Ausbau von B 481 n und B 51 gebe es viel zu besprechen.

In der Auftaktveranstaltung sollen zunächst die Stärken und Schwächen analysiert und die Wünsche der Bürger aufgenommen werden. Nach dieser „öffentlichen Projektwerkstatt“, die vom Büro „Planlokal“ aus Dortmund begleitet wird, sollen die Ideen bei einer zweiten Veranstaltung festgezurrt und schließlich im Rahmen einer Abschlussrunde vorgestellt werden: „Wir werden ein Jahr brauchen, um das Projekt abzuschließen“, meint Maria Dirking. In der gesamten Zeit werde man Kontakt zur Politik und den Vertretern des öffentlichen Lebens halten, versichert sie.

Kommentar zum Stadtteilentwicklungskonzept: „Das war überfällig“

Endlich. Auf ein neues Stadtteilentwicklungskonzept wartet Münster-Ost schon lange. Nun wird ermittelt, wo der Schuh drückt und wohin die Reise gehen soll. Im Idealfall wird daraus ein zuverlässiger Leitfaden für Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung, der in Zeiten des Umbruchs Orientierung geben kann.Der letzt Plan dieser Art ist erst elf Jahre alt. Und dennoch völlig überholt: Von Gaststättensterben, neuen Straßen, Sportplatz-Umzug und ehrgeizigen Neubauten war damals noch nicht die Rede. Höchste Zeit, erneut einen Überblick zu gewinnen.Warum erst jetzt? Weil die Probleme anderer Stadtteile nicht kleiner und die Ressourcen begrenzt sind. Die Entwicklung neuer Wohngebiete gab offenbar den Ausschlag: Es geht um einen Rahmen für kommende Jahrzehnte, nicht um akute Schadensbegrenzung. Dass die Einwohner gründlich mitreden sollen, ist jedenfalls sehr zu begrüßen. Dass Gelmer, Mariendorf und Sudmühle gleichberechtigt wahrgenommen werden, ebenfalls.

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