Stadt sperrt Übergang über die Werse
Haskenau-Brücke: Es führt kein Weg zurück

Mnster-Ost -

Die Werse-Brücke an der Haskenau war in den vergangenen Jahren immer wieder in den Schlagzeilen: Die Holzkonstruktion sei nicht übermäßig belastbar, hieß es. Nun hat die Stadt die Brücke gesperrt. Die direkte Verbindung von Gelmer nach Handorf ist dicht.

Dienstag, 22.10.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 22.10.2019, 19:36 Uhr
Die über 30 Jahre alte hölzerne Brücke gilt als nicht mehr standsicher.
Die über 30 Jahre alte hölzerne Brücke gilt als nicht mehr standsicher. Foto: spe

An den ersten Tagen nach Bekanntwerden der Sperrung standen die Spaziergänger noch etwas ratlos an der Haskenau-Brücke. Für Fußgänger und Radfahrer gesperrt – soll das ein Witz sein? Viele wagten es trotzdem; auch angesichts einer Absperrung, die diesen Namen kaum verdiente und wenig ernst gemeint schien. Doch sie ist ernst gemeint: Die Stadt hat die fast 100 Meter lange Holzbrücke aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Dabei ist die Brücke doch eine so wichtige Verbindung zwischen Gelmer und Handorf . . . „Das stimmt“, räumt Christian Unger vom Amt für Mobilität und Tiefbau ein. Und trotzdem: „Es darf niemand mehr hinüber.“ Der mit der jährlichen Prüfung beauftragte Bauingenieur habe feststellen müssen, dass die Fundamente nicht mehr standsicher seien. „Das Bauwerk ist zu sperren“, bekräftigt Unger.

Schöne Bescherung. Die Haskenaubrücke ist die nördlichste Wersebrücke überhaupt. Wer sie umgehen will, muss entweder zur Havichhorster Mühle, zur Sudmühle oder gleich zur Brücke an der Sudmühlen­straße ausweichen. Dabei bekommen es die Radfahrer auch noch mit dem Schifffahrter Damm zu tun.

Das Problem: Die Brückenfundamente sind aus Holz, anno 1988 einfach in den Boden gerammt. Man hat diesem tropischen Bongossi-Holz anscheinend zu viel zugemutet. Es war ursprünglich 30 Mal 30 Zentimeter stark. Nun ist es offenbar soweit verrottet, dass der restliche Querschnitt nicht mehr ausreicht.

Die mögliche Lösung: Ein neuer Unterbau aus Beton, der vielleicht mit Hilfe von Stahlträgern die alte Holzbrücke noch ein bis zwei Jahre an Ort und Stelle hält, bis der längst geplante Neubau verwirklicht wird. Die Stadt würde sich dieses Provisorium einen „mittleren fünfstelligen Betrag“ kosten lassen, deutet Unger an. Die Frage, ob es möglich ist – und wenn ja: wann –, möchte er derzeit jedoch nicht beantworten. Man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung, heißt es.

An einem Brückenneubau werde bereits seit 2018 intensiv geplant, berichtet Unger. Eine reine Holzbrücke werde nicht mehr empfohlen, sagt er – auch wenn sie optisch sicher am ansprechendsten und überdies am preiswertesten wäre. In Reiterkreisen hofft man ohnehin auf eine stabile Betonkonstruktion, damit künftig auch Pferde die Brücke überqueren können, ohne sie mit ihrem Gewicht zu beschädigen .

Einstweilen bleibt nur der Umweg. Er wird von Gelmer aus über Hessenweg, Gut Havichhorst und Sudmühlenstraße geführt.

Als Umleitung wird der Schifffahrter Damm empfohlen.

Als Umleitung wird der Schifffahrter Damm empfohlen. Foto: spe

Das Tiefbauamt hat an mehreren Radwegkreuzungen Umleitungsempfehlungen ausgehängt.

Kommentar zur Haskenau-Brücke: Schöne Bescherung!

Den Brückenbauern von 1988 ist kein Vorwurf zu machen. Bongossi-Holz war damals schwer angesagt – und dass die Haskenaubrücke 31 Jahre durchgehalten hat, spricht eher für als gegen sie.

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Aber hätte sie nicht längst durch einen Neubau ersetzt werden müssen? Das Thema ist doch nicht neu: Schon seit Jahren ist bekannt, dass das Holz nicht ewig hält, dass es starker Beanspruchung und besonders dem Gewicht von Pferden nicht gewachsen ist, dass ein stabiler Neubau kommen muss. Nun ist die Brücke dicht. Bestenfalls gibt es irgendwann ein Provisorium. Schlimmstenfalls ist die direkte Fahrradverbindung zwischen Handorf und Gelmer bis 2021 gekappt.

Zum Thema

Jetzt rächt es sich, dass die Stadt mit ihrem Radwegebau an Hessenweg und Schifffahrter Damm bislang nicht zu Potte gekommen ist. Die Ausweichstrecke ist nicht einmal viel länger – nur unsicherer und unattraktiver. An der Haskenau führt derzeit kein Weg vorbei.Bleibt zu hoffen, dass am Neubau nicht gespart wird, damit auch Reiter etwas davon haben.

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Lukas Speckmann

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