Erlebnis-Ausstellung in St. Petronilla
Erinnerung an Krieg und Frieden

Münster-Handorf -

Nicht erst seit der sogenannten Flüchtlingskrise von 2015 sind Krieg und Frieden wieder hochaktuelle Themen. In der St.-Petronilla-Kirche wird am 9. November eine Ausstellung zu diesem Thema eröffnet.

Mittwoch, 06.11.2019, 08:00 Uhr
Dies ist ein Blick in den „Kriegsraum“, wo die Besucher per Kopfhörer Stimmen aus dem Krieg hören können. Das Bild entstand während einer Ausstellung im vergangenen März.
Dies ist ein Blick in den „Kriegsraum“, wo die Besucher per Kopfhörer Stimmen aus dem Krieg hören können. Das Bild entstand während einer Ausstellung im vergangenen März. Foto: klm

Handorf ist friedlich. Aber nicht immer und nicht überall.

Nicht immer: Vor 75 Jahren fielen auch in Handorf Bomben, feuerte die Flak, wurden Zwangsarbeiter eingesperrt, stürzten Flieger ab. Nicht überall: Hier leben mittlerweile wieder mehr Menschen, die selbst Krieg erlebt haben und schwer an der Erinnerung tragen. Und für manche gibt es hier und heute auch deshalb keinen Frieden, weil sie mit ihrem Leben nicht klarkommen und an ihren Problemen zu ersticken drohen.

Das ist das Thema der Erlebnis-Ausstellung „Ich gehe durch Krieg und Frieden“ in der St.-Petronilla-Kirche. Sie wird in den kommenden Tagen aufgebaut und am Samstag (9. November) eröffnet. Eine Team der Gemeinde ist schon seit Wochen mit der Vorbereitung beschäftigt. Pastoralassistentin Pia Reich und Pastoralreferent Hans-Dieter Sauer koordinieren das Projekt: „Die Ausstellung möchte ohne moralischen Zeigefinger den Unterschied zwischen Krieg und Frieden ins Bewusstsein bringen“, sagt Sauer.

In der Kirche werden drei Räume von je drei Mal drei Metern aufgebaut. Sie stehen für Krieg, Flucht und Frieden, und sie beziehen sich aufeinander. Der Friedensraum ist ein gemütlich eingerichtetes Zimmer, im Friedensraum liegen Trümmer auf dem Boden – und doch gibt es auch Gefährdung im Frieden sowie Hoffnung im Krieg. „Es immer von beidem etwas da“, sagt Sauer. Um von einem in den anderen Raum zu gelangen, muss eine Tür mit vielen Klinken geöffnet werden – doch nur eine einzige Klinke verschafft den Zutritt.

Die Ausstellung wurde für den Katholikentag 2018 konzipiert und damals in der Halle Münsterland gezeigt. Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 sowie junge Erwachsene waren ursprünglich die Zielgruppe – aber die Ausstellung ist für alle Altersgruppen interessant. Handorf ist ihre zwölfte und letzte Station; Jugendliche aus dem Drei-Eichen-Zentrum waren zuvor im Ort unterwegs und haben die Menschen zu ihren Erfahrungen mit Krieg und Frieden befragt – die Handorfer Statements lassen sich in der Kirche per Kopfhörer hören.

Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm ergänzt. Dazu gehören unter anderem am Sonntag (10. November) um 17 Uhr ein Filmabend im Jugendzentrum „Drei Eichen“, ein Gesprächsabend am 13. November um 19.30 Uhr in der „Jugendtanke“ mit einem Flüchtling, der von seinen Erfahrungen berichtet, sowie eine Kranzniederlegung auf dem sogenannten Russenfriedhof am 15. November von 15.45 bis 17.15 Uhr auf dem Übungsgelände in Dorbaum (dafür wird um Anmeldung im Gemeindebüro gebeten, ✆ 02 51 / 62 06 57 80).

Zum Thema

Der Festakt zur Eröffnung beginnt am Samstag (9. November) um 19 Uhr in der St.-Petronilla-Kirche. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Auch außerhalb dieser Zeiten können Führungen vereinbart werden. Der Abschlussgottesdienst findet am 21. November (Donnerstag) um 19 Uhr statt.

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